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Totentanz-Zyklus nun komplett restauriert

Wolgast Totentanz-Zyklus nun komplett restauriert

Der aus 24 Bildern bestehende Totentanz in der St. Petri-Kirche erstrahlt ab sofort in neuem Glanz. Am Freitag wurden die letzten Bilder eingefügt.

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Die Totentanzsammlung in der Wolgaster St. Petri-Kirche ist vollständig restauriert. Ulrike Hahn brachte die letzten beiden Bilder an.

Quelle: Reik Anton

Wolgast. Der Totentanz-Zyklus der Wolgaster St. Petri-Kirche präsentiert sich ab sofort runderneuert. Sechs Jahre dauerte es - mit Unterbrechungen - die 24 Motive zu restaurieren. „Wir sind froh, dass die Bilder nun in neuem Glanz erstrahlen“, sagte Annemarie Klingner, Vorsitzende des Kirchenförderverins, am Freitag.

„Es ist der Comic des Mittelalters“, so Kirchenmitarbeiter Ulrich Kober. „Denn früher konnten die wenigsten lesen. Da musste alles visuell passieren.“ Und doch ist der Wolgaster Totentanz mehr als nur ein Unterhaltungsinstrument. „Der Tod hatte früher eine andere Bedeutung als heute. Die Menschen wurde zuhause geboren und starben dort auch“, weiß Kober. Die Vergänglichkeit des Lebens sei ein Teil der Gesellschaft gewesen.

Mehrere Wochen brauchten Restauratorin Ulrike Hahn und ihre Kollegin Anja Bujak für ein Bild. „Das Problem war, dass die Bilder mit Nägeln an ihren Rahmen befestigt waren. Wir mussten aufpassen, dass wir die Werke nicht zerstören“, erklärt Hahn. Nun warten die 24 Motive auf Besucher. Jedes Bild zeigt den Tod als Skelett. Meistens ist er verkleidet. „Als Hinweis, dass er überall lauert“, weiß Kober.

Der Totentanz ist eine spezielle Kunstform, die nach den Pestepidemien im Mittelalter immer wichtiger wurde. Das Motiv des Tanzes stammt aus dem Volksglauben, nach dem die Toten nachts auf dem Friedhöfen tanzen. Die humorvollen Motive sollten Trost spenden, aber auch unterhalten. Der Wolgaster Totentanz stammt aus der Zeit um 1700. In Norddeutschland ist er nahezu einmalig. Denn mittlerweile gibt es hierzulande kaum noch Sammlungen, die überhaupt existieren.

 



Reik Anton

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Wolgast
Das „Jüngste Gericht“ ist wieder zurück an alter Stelle. Restauratorin Ulrike Hahn brachte es gestern in der St. Petri-Kirche an.

Nach sechs Jahren ist die Restaurierung der 24 Bilder in der St. Petri-Kirche abgeschlossen. 75 000 Euro kostete die Schönheitskur für die Motive.

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