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Von Schwedens Mozart und dem „falschen Beethoven“

Usedom Von Schwedens Mozart und dem „falschen Beethoven“

Musikfestival gastiert in St. Marien: Mit der Akademie für Alte Musik Berlin besucht morgen ein Spitzenensemble die Inselstadt

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Die Akademie für Alte Musik Berlin kommt nach Usedom.

Quelle: Kristof Fischer

Usedom. Als die Akademie für Alte Musik Berlin im Jahre 1982 gegründet wurde, ahnte noch niemand die beispiellose Erfolgsgeschichte, die sich daran anschließen sollte. Heute zählt das Ensemble zur Weltspitze der Kammerorchester. Nach Konzerttourneen in Japan kommen die mehrfach preisgekrönten Musiker morgen um 19.30 Uhr in den Süden Usedoms, in die St. Marien Kirche in Usedom Stadt. Das freut auch Thomas Hummel, den Intendanten des Usedomer Musikfestivals: „Es ist uns eine große Ehre diese Stars des authentischen Musizierens präsentieren zu dürfen.“

Das Spitzenensemble lädt ein zur „Romantischen Serenade“ mit Werken von Franz Schubert, Joseph Martin Kraus – auch als Schwedens Mozart bezeichnet – und Franz Berwald.

Authentischer Klang So, wie Musik in ihrer Entstehungszeit geklungen hat, führt das Ensemble sie auf. Die Akademie für Alte Musik Berlin sucht nach dem ursprünglichen Klang mit Kreativität und Innovationsfreude.

Originale Instrumente, historisch überlieferte Spieltechniken und Gestaltungsweisen machen ihre Konzerte zu besonderen Erlebnissen. Die Vielzahl hochkarätiger Preise vom Grammy Award, dem Echo Klassik bis hin zum Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik und Millionen verkaufte Tonträger beweisen die überragende Bedeutung des Orchesters. Auf Usedom wendet sich die Akademie für Alte Musik Berlin der Frühromantik zu. Mit Werken Franz Schuberts und der Schweden Franz Berwald und Joseph Martin Kraus zeigen sie wie „klassische Formen in romantische Weiten geführt“ werden, sagt der Dramaturg des Usedomer Musikfestivals, Dr. Jan Brachmann.

Der schwedische Komponist Franz Berwald blieb sein Leben lang der Wiener Klassik verbunden. Seine Liebe zu Beethoven brachte ihn gar den Namen „falscher Beethoven“ ein. Vorbild für sein auf Usedom erklingendes Septett B-Dur war eine ähnliche Komposition Beethovens. „Mit der langsamen Einleitung enden allerdings die Gemeinsamkeiten“, sagt Brachmann. Berwald sei zu unrecht zu seiner Zeit als ein Epigone Beethovens abgestraft wurden und hätte wundervolle eigenständige Werke geschaffen. Franz Berwald war lange Zeit Leiter eines Sägewerks, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Neben Romantiker Franz Schubert widmet sich der Abend einem weiteren Komponisten aus Schweden: Joseph Martin Kraus, auch der Schwedische Mozart genannt. Nachdem der Komponist von Schwedenkönig Gustav III. in seine Dienste genommen wurde, dankte er es der Majestät mit einer Sammlung von Quartetten. Das „Fugenquartett“ ist unter diesen das wohl ungewöhnlichste Stück. Kraus hatte Kompositionsunterricht beim Bachschüler Johann Christian Kittel. Die barocke Form verwebt er mit romantisch-romanzenhafter Sinnlichkeit – „ein Meisterwerk, das man sich nicht entgehen lassen sollte“, sagt Festivalintendant Thomas Hummel.

Romantische Klänge in St. Marien Das hochkarätige Konzert erklingt in der Kirche St. Marien in der Stadt Usedom. Der dreischiffige Backsteinbau stammt aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Vom Umbau Ende des 19.

Jahrhunderts sind noch die Altargestaltung, das Gestühl und die Empore erhalten. Die Altarschranke von 1743 trägt das Stifterwappen von Leutnant von Massow und seiner Frau. Die Glasmalerei im Chor stammt aus dem Königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin und zeigt unter anderem die Auferstehung Christi.

Informationen und Karten

für alle Festivalveranstaltungen

unter ☎ 03 83 78 / 3 46 47 oder

www.usedomer-musikfestival.de

Festivalsplitter

Die Pop-Gruppe „Abba“ gewinnt am 6. April 1974 mit dem Titel „Waterloo“ in England den Grand Prix des Eurovision Song Contests. „Abba“ wird eine der erfolgreichsten Gruppen aller Zeiten und für viele zum Synonym schwedischer Musik. Die Band löst sich 1982 auf. Inzwischen gibt es ein Abba-Museum in Stockholm sowie mit „Mamma mia!“ ein Musical und einen Film mit Meryl Streep.

Ludwig Labahn

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