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Heringsdorf Vorm Mauerfall schon im Westen bekannt

Hubert Schwarz zeigt im Heringsdorfer Kunstpavillon Plakate und Grafiken namhafter Künstler

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Der Druckgrafiker und Galerist Hubert Schwarz vor zwei Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Amy Chaiklin. FOTOS (2): DIETMAR PÜHLER

Heringsdorf. Hier stehen nicht die Künstler im Vordergrund, sondern der Handwerker dahinter: Hubert Schwarz. Um ihn dreht sich die neue Ausstellung im Heringsdorfer Kunstpavillon, die am Sonnabend eröffnet wurde. Gezeigt werden Plakate und Grafiken namhafter Künstler, wie Max Bill, K.O. Götz, K.R.H. Sonderborg und Salomé.

OZ-Bild

Hubert Schwarz zeigt im Heringsdorfer Kunstpavillon Plakate und Grafiken namhafter Künstler

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Ausstellung bis 21. Mai

Die Ausstellung „Hubert Schwarz – Druckgrafik“ ist bis zum 21. Mai mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr im Kunstpavillon zu sehen.

Hubert Schwarz beschreibt sich bescheiden als „Dienstleister“, der bereits seit über 30 Jahren im Geschäft ist. Den Durchbruch schaffte der in der Nähe von Greifswald lebende Druckgrafiker, als er 1988 für den Schweizer Bauhaus-Künstler Max Bill Plakate für eine Ausstellungsreihe in der DDR drucken durfte. „Er war zufrieden. Bevor die Mauer auf war, war ich im Westen schon bekannt“, sagte er bei der Einführung in die Heringsdorfer Ausstellung.

Obwohl er sich damals kaum vor Aufträgen retten konnte, ist er immer ein Ein-Mann-Betrieb geblieben. „Weil mir der Kontakt mit den Künstlern Spaß gemacht hat, habe ich 1993 die Galerie Schwarz (in Greifswald, d. Red.) gegründet. Die gibt es heute noch“, erzählte der diplomierte Ingenieur für Drucktechnik weiter. „Die lange Erfahrung ist mein Kapital“, betonte der gebürtige Thüringer, der gerade von jungen Künstlern gern um Rat gefragt wird. Schon lange gehört er zu den wichtigsten Druckern im deutschsprachigen Raum, weshalb er von Oskar Manigk für die Ausstellung im Heringsdorfer Kunstpavillon vorgeschlagen wurde. Dort zeigt Schwarz 37 Grafiken und acht Plakate. Die ausgestellten Arbeiten sind alles Serigrafien, also im Siebdruck hergestellte Werke. Dieses Druckverfahren zeichnet sich durch einen prägnanten, satten Farbauftrag aus. „Bekannt sind Arbeiten von Andy Warhol, die sind eher grob. Ich will zeigen, dass man damit sehr fein arbeiten kann“, erklärte der renommierte Druckgrafiker.

Für Schmunzeln sorgten seine Ausführungen über seine freiberuflichen Anfänge: „1980 bin ich hier hoch an die Küste gezogen. Mein Traum war eine Druckerei mit Bleisatz. Ich wollte kleine Editionen herausgeben. Doch es gab kein Papier.“ Aus diesem Grund wurde ihm damals keine Gewerbeerlaubnis erteilt. „Ich hatte mir dann überlegt, was kann ich machen ohne Papier? Da bleibt noch der Siebdruck.

Mit dem kann man zum Beispiel Stoffe bedrucken“, führte der Kunst-Handwerker aus.

Da es ihm gelang, eine Vormerkliste für Wimpel und Teller mit hundert Unterschriften von Betrieben aus der ganzen DDR zu sammeln, konnte Hubert Schwarz den notwendigen Bedarf für seinen Handwerksbetrieb nachweisen und erhielt so die nötige Gewerbeerlaubnis. Ebenso abenteuerlich klangen seine Ausführungen zur Beschaffung von Farbe und Baumaterial für seine Werkstatt. Ohne einen gut funktionierenden Tauschhandel wäre es damals nicht gegangen. Immerhin konnte der Druckgrafiker die Anfragen für Wimpel und Teller abwimmeln und die ersten Druckaufträge, unter anderem Plakate für das Theater Greifswald, ausführen. „Ich hatte immer viel Glück im Leben“, ließ Hubert Schwarz die Vernissage-Besucher wissen, denn 1988 traf er auf Max Bill, der sich zum Türöffner nach dem Mauerfall entpuppen sollte.

Dietmar Pühler

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