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Usedom Kulturbahnhof macht Stadthalle Konkurrenz
Vorpommern Usedom Kulturbahnhof macht Stadthalle Konkurrenz
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00:00 19.11.2016
Der Kulturbahnhof; auf der Wiese davor plant Stephan Grimm einen Hotelbau. FOTO: ECKHARD OBERDÖRFER

. Der ehemalige Greifswalder Güterbahnhof könnte ab 2017 eine ernsthafte Konkurrenz zur Stadthalle werden. Für eine siebenstellige Summe verwandelt der Greifswalder Stephan Grimm das große Fachwerkgebäude des Güterbahnhofs an der Osnabrücker Straße in den „Kulturbahnhof“ mit hoch moderner Ausstattung und Technik. Allein der Veranstaltungssaal des Hauses hat mehr als 650 Sitz- beziehungsweise 2100 Stehplätze.

„Anders als die Stadthalle haben wir auch gleich daneben eine Garderobe für die Künstler“, stellt der 49-jährige gebürtige Greifswalder fest. Es gibt auch einen Konferenzraum mit 200 Plätzen, der beispielsweise für Tagungen, Schulungen oder Prüfungen genutzt werden kann. Die Zahl der Toiletten – auch für Frauen – sei so bemessen, dass niemand warten müsse, verspricht Stephan Grimm.

Grimm hatte das Grundstück mit dem Gebäude vor sechs Jahren gekauft. Viel Zeit ist vergangen, bis er alle nötigen Genehmigungen für die umfangreichen Umbauten hatte. Denn im Inneren musste viel Holz entfernt werden, um die großen Räume zu schaffen. Außerdem habe es einige Zeit gedauert, die Finanzierung zu stemmen. „Im März, spätestens im April wird alles fertig sein“, kündigt der Investor an.

Dann geht für ihn ein großer Traum in Erfüllung: „Ich kenne das Haus gut. In der achten Klasse habe ich hier selbst Waggons mit entladen.“

Das Innenleben des Kulturbahnhof ist indes völlig anders als vor 35 Jahren. Grimm und sein Planer Sven Thonack haben sich eine Menge einfallen lassen. So wurde der einst recht flache Keller vertieft.

Entstanden ist ein Raum für Partys mit einer Kapazität von 180 Plätzen. Schon eröffnet wurde das Restaurant, das durch die Glasfronten Blicke zum Bahnhof und nach Süden ermöglicht. „Ich will künftig auch den Blick zum See an der Verlängerten Scharnhorststraße eröffnen“, sagt Grimm. „Im Grillbereich werden im Winter ganze Tiere, sogar Ochsen, gegrillt. Das passt zu diesem rustikalen Gebäude.“ So etwas kennt Grimm aus Urlauben in Breslau (Wroclaw) und auf Mallorca. Zudem werde über eine Brücke ein kürzerer Zugang zum Bahnhofsgelände geschaffen.

„Es gibt sehr viele positive Reaktionen und sehr viel Interesse an unseren Haus und Vorbestellungen“, sagt der Unternehmer. „Die Silvesterkarten sind schon weg.“ Stephan Grimm gehört auch das Grundstück zwischen der „Roten Brücke“ und dem Kulturbahnhof. „Ich möchte hier noch ein Hotel mit etwa 100 Betten bauen“, erzählt er. Dafür müsse noch ein Partner gefunden werden. Im Grundsatz sollte so ein Hotel aber lukrativ sein – es liegt direkt am Bahnhof und wenn Veranstaltungen und Schulungen im Kulturbahnhof stattfinden, könnten die Besucher gleich hier übernachten. Die Stadt empfiehlt Stephan Grimm eine Bauvor- anfrage. Dann könne man die Genehmigungsfähigkeit eines Hotels in diesem Bereich einschätzen. Eckhard Oberdörfer

Zur Geschichte

Der Greifswalder Bahnhof wurde

für die 1863 eröffnete Strecke Berlin- Stralsund gebaut. Das Bahnhofsgebäude wurde 1879 eingeweiht. Bahn und Schiff wurden damals vorrangig für den Güterverkehr genutzt, und darum war auch die Hafenbahn sehr wichtig. Rüben, Kartoffeln, Getreide, Raps, Mehl und Molkereiprodukte, Maschinenteile, Baumaterialien, Steine, Holz, Kohle, Kies, Eisen, Papier und Textilien waren wichtige Güter. Zum Güterbahnhof gehörten lange drei Rangiergleise und Werksgleise zur Industriemühle an der Gützkower Landstraße und zum Werk Nachrichtenelektronik Greifswald. Die Bedeutung des Güterverkehrs nahm seit den 1990-er Jahren sehr stark ab.

OZ

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