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Usedom Kurklinik soll Lassaner Winkel wirtschaftliche Impulse geben
Vorpommern Usedom Kurklinik soll Lassaner Winkel wirtschaftliche Impulse geben
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00:00 14.06.2017

Die Nachricht vom geplanten Bau einer Kurklinik an der Straße Siedlung-Ost in Lassan (siehe Karte) ist in der Stadt auf eine positive Resonanz gestoßen. „Wir hoffen, dass das Vorhaben realisiert wird“, sagte Bauausschuss-Vorsitzender Dirk Eckloff am Montagabend während der Sitzung des Gremiums. Denn vom Betrieb der Kurklinik gingen wirtschaftliche Impulse für den gesamten Lassaner Winkel aus. Auch Lassans Bürgermeister Fred Gransow rechnet mit positiven Effekten für die einheimische Wirtschaft: „Jeder Euro, den die Gäste und das Personal der Klinik bei uns ausgeben, stärkt unsere Unternehmen und Einrichtungen.“

Hans Mahler von der Bürgerinitiative „Kein Güllegroßlager im Lassaner Winkel“ mahnte seinerseits einen sensiblen Umgang mit den natürlichen Ressourcen im Lassaner Winkel an. „Die Leute kommen doch wegen der noch vorhandenen Natur hierher“, erklärte er vor dem Bauausschuss. Das Ausbringen von Rindergülle auf den umliegenden Äckern führe hingegen zu einer übermäßigen Nitratbelastung auch des Grundwassers und somit zu irreversiblen Umweltschäden. BI-Mitglied Matthias Andiel sieht die beabsichtigte Ansiedelung der Kurklinik ebenfalls als Beleg dafür an, dass die touristische Entwicklung der Region auf einem guten Weg sei. Nun obliege es der Stadt, die Anbieter des sanften Tourismus wirksam zu schützen. Das von der Hohendorfer Peeneland Agrar GmbH an der Kreuzung Papendorf/Klein

Jasedow/Pulow geplante Rindergüllelager gefährde die Entwicklung im Erholungssektor.

„Die Stadt“, so forderte Andiel, „sollte am Tourismuskonzept festhalten und klagen, falls der Landkreis das gemeindliche Einvernehmen ersetzt und den Bau des Güllelagers genehmigt.“ Es gehe um eine Weichenstellung für die touristische Entwicklung. Auch das Verschwinden von Wanderwegen im Zuge der erfolgten Bodenneuordnung in der ehemaligen Gemeinde Pulow prangerte Andiel in diesem Zusammenhang an. Er riet dem Abgeordneten Johannes Heimrath als damaliges Mitglied der Eigentümergesellschaft und Unterzeichner des Gebietsänderungsvertrags, sein Mandat niederzulegen, solange nicht geklärt sei, wie es zur Aufgabe des Schulsteiges zwischen Pulow und Klein Jasedow kommen konnte.

Unterdessen will der Verein Phönix – gemeinnütziger Verein zur Förderung der Gesundung von Mutter/Vater und Kind mit Sitz in Potsdam – mit der konkreten Planung für die Kurklinik beginnen, wie Vorstandsmitglied Maria Kayser-Springorum mitteilte. Auf dem zu überplanenden, etwa 5,3 Hektar großen Gelände an der Straße Siedlung-Ost sollen in einem ersten Schritt 36 Familienappartements und Häuser für Mitarbeiter und externe Kurgäste entstehen. Die Investitionskosten würden auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt, wobei Stiftungen, Sponsoren und Fördermittelgeber bei der Finanzierung helfen sollen. Eine Beteiligung der Krankenkassen und der Kommune könne ausgeschlossen werden.

Die Gewinnung des notwendigen Personals, wie Ärzte, Krankenschwestern und Pädagogen – insgesamt werde von rund 50 Mitarbeitern ausgegangen – ist ein weiterer Knackpunkt. Laut Kayser-Springorum fand bereits ein Treffen mit potenziellen Mitarbeitern in Hannover statt. Am Sonntag dieser Woche sei um 10 Uhr eine weitere Zusammenkunft im Vereinshaus in Lassan anberaumt.

Tom Schröter

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