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Usedom Landkreis hält an striktem Sparkurs fest
Vorpommern Usedom Landkreis hält an striktem Sparkurs fest
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00:00 19.10.2017
Auf den Bereich Soziales entfallen im Entwurf des neuen Doppelhaushalts die größten Ausgaben. Quelle: Foto: Friso Gensch/dpa
Greifswald

Der nach wie vor hoch verschuldete Landkreis Vorpommern-Greifswald hält auch im kommenden Doppelhaushalt für die Jahre 2018/19 an seinem Sparkurs fest. Der Haushaltsentwurf sieht Einzahlungen in Höhe von 385,8 Millionen Euro und 382,1 Millionen an Auszahlungen vor. Doch die knapp vier Millionen Mehreinnahmen sind nur auf den ersten Blick ein Plus, „weil davon noch die planmäßige Tilgung der Kredite finanziert werden muss“, erläutert Finanzamtsleiterin Ilka Heise. Im Jahr 2018 beträgt nach ihren Worten das Defizit zum Haushaltsausgleich noch 4,1 Millionen Euro.

Für die Jahre 2018/19 wird ein Doppelhaushalt aufgestellt / Defizit liegt bei 4,1 Millionen Euro

Für den Chefkämmerer des Landkreises, Dietger Wille (CDU), ist die Aufstellung des Doppelhaushaltes eine wichtige Entscheidung, damit sich der Kreis noch mehr auf Konsolidierungs- und Modernisierungsmaßnahmen konzentrieren kann. „Wir müssen schnell die Abläufe in der Verwaltung verbessern und die Wirtschaftlichkeit aller Bereiche erhöhen“, betont er. „Das erfordert erheblichen Steuerungs- und Kraftaufwand aus dem Finanzbereich und aus den Ausschüssen des Kreistages. Die Zeit dafür können wir durch einen Doppelhaushalt gewinnen.“

Die vier größten Teilhaushalte im Entwurf für 2018/19 sind die Bereiche Soziales, Jugend, Kultur/Bildung/Schulverwaltung und Bauverwaltung. Das Auszahlungsvolumen im Bereich Soziales liegt bei 163,3 Millionen Euro, fünf Millionen weniger als 2017. Rund 90,5 Millionen Euro werden im Bereich Jugend verwendet (+ 3 Mio), Kultur/Bildung/Schulverwaltung hat ein Volumen von 22,7 Millionen und die Bauverwaltung von 10,8 Millionen Euro (+250000).

Insgesamt 105,4 Millionen Euro an Investitionen sind für das Jahr 2018 vorgesehen. Das größte und schönste Projekt dabei ist für Dietger Wille der Breitbandausbau in der Fläche. „Ich halte ihn für extrem wichtig für die weitere Entwicklung des Kreises“, sagt er. „Da werden wir fast flächendeckend deutlich bessere Bedingungen erhalten. Es gibt damit bessere Argumente, auch in den Dörfern des Kreises zu wohnen, zu wirtschaften und Urlaub zu machen.“

Weitere wichtige Investitionen werden der Ersatzneubau der Turnhalle an der Beruflichen Schule des Landkreises in der Greifswalder Siemensallee, der Umbau des Schlossgymnasiums Gützkow und der Neubau eines Schulungszentrums in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Gützkow sein. Ilka Heise verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass im kommenden Jahr auch drei Millionen Euro für die Sanierung von Kreisstraßen verwendet werden. „Das sind 400000 Euro mehr als in diesem Jahr“, sagt sie. Wille vermutet in der Diskussion um den Haushaltsentwurf dennoch gerade bei den Kreisstraßen die meisten Reibungspunkte. „Wie immer wird die Diskussion der Investitionen und Instandhaltungen in Straßen schwierig, da viele Kreisstraßen in einem schlimmen Zustand sind. Das ist dann auch für jeden sichtbar. Deshalb will jeder da Veränderungen“, so der Chefkämmerer.

Er glaubt, dass mit dem Haushaltsentwurf unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Landkreis erheblich überschuldet ist, eine gute Mischung aus Investitionen, Modernisierung und Konsolidierung hinbekommen wurde. „Natürlich hängt das Zufriedensein sehr von der Perspektive ab. Die Feuerwehren werden sicher die Investitionen in den Standort der Kreisfeuerwehrzentrale in Pasewalk für wichtiger halten als das Jugendamt die Mittel für die freie Jugendhilfe oder ich die erfolgreiche Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung“ sagt er. Wille lobt die Arbeit der Mitarbeiter der Kreisverwaltung an der Aufstellung des Planes als sehr kooperativ und konstruktiv. „Es war für uns alle ein attraktives gemeinsames Ziel, aus der Schmuddelecke des hochverschuldeten Kreises herauszukommen und wieder mehr gestalten und entwickeln zu können. Dabei mussten viele Bereiche auch zurückstecken, denn wir sind an die Grenzen des planerisch Machbaren gegangen“, zieht er Fazit.

Im Finanzausschuss hat die Haushaltsdiskussion 2018/19 begonnen, im November folgen in den Kreisausschüssen weitere Sitzungen. Der Kreistag soll am 4. Dezember den Haushalt beschließen.

Cornelia Meerkatz

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