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Usedom Landtag statt Uni: Politik-Neuling macht keine halben Sachen
Vorpommern Usedom Landtag statt Uni: Politik-Neuling macht keine halben Sachen
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00:00 09.08.2016

Zugegeben, für Olaf Evers ist Politik noch ziemliches Neuland. Der 23-Jährige kann nicht behaupten, ein alter Parteihase zu sein. In der Öffentlichkeit machte der junge Grüne bislang kaum von sich Reden. Und so dürfte der Student aus Greifswald, der nun für den Landtag kandidiert, in seinem Wahlkreis – Lubmin, Wolgast, Usedom – der große Unbekannte sein.

Mit dem Rad durch die Gegend fahren will er, um sich in Dörfern, Badeorten und kleinen Städten vorzustellen. „Ich werde mir die Probleme der Leute anhören und versuchen, persönlichen Kontakt aufzubauen“, erklärt Olaf Evers. Er ahnt wohl, dass dies schwierig sein könnte. Zumal er, aufgewachsen in Westfalen, keiner von hier ist und die Region im Nordosten zudem nur bruchstückhaft kennt.

Für seinen Wahlkampf mag es von Nachteil sein, dass Evers die Selbstinszenierung nicht liegt. Er ist kein Typ, der nach Aufmerksamkeit heischt, er drängt sich nicht in den Vordergrund, meldet sich nicht stets und ständig zu allem und jedem zu Wort. Wer Olaf Evers begegnet, erlebt einen ruhigen, zurückhaltenden, doch interessierten und sehr überlegten jungen Mann. Sympathisch? Durchaus!

Olaf Evers mag unseren Landstrich: die Weite, die landschaftliche Vielfalt. „Man kann hier sehr naturnah leben“, sagt er und gibt zu bedenken, dass dies nicht überall in Deutschland der Fall sei. Der ländliche Raum, merkt Olaf Evers an, sei ein Gebiet von ästhetischem Wert, in dem Menschen gerne lebten. Er könne sich gut vorstellen, hier heimisch zu werden. Zumal er in einer ländlich geprägten Gegend groß wurde, mit Hühnern und Garten. Als Jugendlicher baute er Krötenzäune und las Äpfel von Streuobstwiesen auf. „Der ökologische Aspekt ist mir wichtig“, sagt er.

Themen wie die Internetversorgung, der Verkehr und der soziale Wohnungsbau interessieren Evers. Auf Usedom gibt es seiner Beobachtung nach zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Menschen, die es nicht so dicke haben.

Der sommerliche Autoverkehr dort sei einfach zu stark. „Eine Umgehungsstraße, wie sie der Bund für die Stadt Wolgast plant, dürfte das Problem nicht lösen. Ich bin für den Wiederaufbau der Karniner Brücke und damit der Eisenbahnstrecke im Süden der Insel. Die Landesregierung sollte sich stärker als bisher dafür einsetzen“, sagt Olaf Evers. Der junge Mann plädiert für den zügigen Ausbau des schnellen Internets auf dem Land. Da sei bislang zu wenig passiert. „Das Internet ist eine Infrastruktur, die überall nutzbar sein sollte.“ Ginge es nach Evers, würde die Landwirtschaft kleinteiliger strukturiert sein. Das Kreiskrankenhaus in Wolgast hätte seine Geburtenstation noch und die Allee bei Bauer-Wehrland im Lassaner Winkel wäre noch komplett. Sollte er in den Landtag gewählt werden, will Evers sein Studium ruhen lassen und sich auf die Politik konzentrieren. „Ich möchte das nicht halbherzig machen“, beteuert er.

Biografisches

Olaf Evers (23), ledig und noch kinderlos, wuchs in einer ländlich geprägten Gegend am Rand der 179000-Einwohner-Stadt Hamm am Ostrand des Ruhrgebiets auf. Als Jugendlicher engagierte er sich bei den Naturfreunden Deutschlands, einem politischen Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur. 2013 kam er nach Greifswald, um an der Universität Politik und Philosophie zu studieren. 2014 trat Evers den Grünen bei. Sein Interesse gilt den Themen Internet, Verkehr und sozialer Wohnungsbau. Evers liest sehr gerne Romane und Sachbücher und er mag Skandinavien. Er hat norwegisch gelernt.

jes

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