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Landwirte trotzen der Krise

Usedom Landwirte trotzen der Krise

Agrar GmbH aus Usedom feiert 25-jähriges Bestehen / 32 Mitarbeiter kümmern sich um 830 Rinder und 1000 Hektar Land

Usedom. „Es ist gut, dass unsere Flächen von Leuten bewirtschaftet werden, die Ahnung davon haben“, sagt Karl Gühlke. Der 87-jährige Usedomer ist Gast des Festempfangs gewesen, den die Agrar GmbH zum 25-jährigen Betriebsjubiläum ausgerichtet hat. In diesen Jahren hätten etliche Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern aufgeben müssen, „deshalb ist allein die Tatsache, dass es uns noch gibt, ein Grund zum Feiern“.

Damit hat Geschäftsführer Jörg Espig gleich zu Beginn seiner Ansprache allen Kritikern den Wind aus den Segeln genommen, die meinen, dass es zum Feiern keinen Grund gäbe.

Die Feier war als Dankeschön an Mitarbeiter, Gesellschafter, Verpächter, Händler, Banken und Kommune gedacht, „die immer an uns geglaubt haben, sonst hätten wir das nicht überstanden“. Dass die Mitarbeiterzahl von 168 im Gründungsjahr 1991 auf heute 32 geschrumpft ist, macht die Schwierigkeit deutlich, unter denen Geld verdient werden muss. 830 Rinder sind zu versorgen und gut 1000 Hektar Acker- und Weidefläche zu bewirtschaften.

Es erfordere ein Höchstmaß an Flexibilität, sich den immer neuen EU-Vorgaben anzupassen, sagt Espig und spricht die inflationäre Milchquote an, die von 54 Cent auf 21 gesunken sei. „Wir werden die Milchkrise aber überstehen, weil wir Sorgen gewohnt sind und schon immer mit wenig Geld auskommen mussten.“ Man habe bei acht Hektar Hoffläche auf dem Voßberg und 250 Hektar Grünland keine Alternative zur Milchwirtschaft und werde den Bestand auch nicht verkleinern, wie mancherorts gefordert. Allerdings müsse der Stallneubau vorerst warten.

Auch dem Trend, die Äcker aus Einnahmegründen vorwiegend mit Raps und Mais zu bestellen, will die Agrar GmbH trotzen. „Wir werden weiterhin mindestens zwölf, vielleicht auch mehr Kulturen anbauen“, versicherte der Geschäftsführer den Zuhörern des Festempfangs. Weil Landwirtschaft aber immer wetterabhängig ist, seien nach der wochenlangen Trockenheit bei Rüben und Mais keine Höchsterträge zu erwarten. Ohnehin seien im Nordosten die Preise im Agrarsektor schlechter als in anderen Regionen. Hinzu kämen Frostschäden im Winter und ganzjährig verheerende Wildschäden, die die größte Mühe zunichte machen. „Wir müssen zukünftig nach weiteren landwirtschaftlichen Standbeinen suchen, mit denen wir flexibler reagieren und mögliche Verluste ausgleichen können“, gibt Espig zu bedenken und spricht Begriffe wie Kreislaufwirtschaft und Selbstvermarktung an. Karl Gühlke, der sein Leben lang mit der Landwirtschaft verbunden ist und der Agrar GmbH sein Land verpachtet hat, hat dem Geschäftsführer aufmerksam zugehört. Sein Rat: „Unbedingt selbstbestimmt bleiben und den Betrieb nicht in fremde Hände geben!“

Ingrid Nadler

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