Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Lassaner stimmen für See-Sanierung
Vorpommern Usedom Lassaner stimmen für See-Sanierung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:22 15.03.2018
Winterstimmung am Pulower See. Mit einer Sanierung/Restaurierung könnte der See wieder seinem Ursprungszustand angenähert werden. Quelle: Foto: Stefan Brümmer

Die Stadtvertretung von Lassan hat am Dienstagabend beschlossen, das Förderprojekt „Sanierung des Pulower Sees“ auf den Weg zu bringen. Erleichtert wurde dieser Beschluss nicht zuletzt dadurch, dass das Vorhaben zu hundert Prozent gefördert wird, die mit knapp 830 000 Euro veranschlagten Gesamtkosten also nicht den städtischen Haushalt belasten. Wie berichtet, hatte auch das federführende Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Stralsund den Lassanern empfohlen, einen Förderantrag beim Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt zu stellen.

Die Lassaner Stadtvertretung hat beschlossen, das Förderprojekt „Sanierung des Pulower Sees“ auf den Weg zu bringen. Das Vorhaben wird zu hundert Prozent gefördert wird, die mit knapp 830 000 Euro veranschlagten Gesamtkosten werden also nicht den städtischen Etat belasten.

Bereits am Montag hatte sich der Lassaner Bauausschuss mit dem Vorhaben befasst, diesem mehrheitlich zugestimmt und dies auch der Stadtvertretung empfohlen. Dass die Abstimmung im Bauausschuss nicht einstimmig ausfiel (zwei Enthaltungen), ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es offensichtlich immer noch Anwohner am idyllischen See gibt, die möglicherweise einen Teil ihres Abwassers „schwarz in den See einleiten“, wie Bürgermeister Fred Gransow am Rande bemerkte.

Ziel des Vorhabens ist es, im Idealfall wieder einen mesotrophen Klarwassersee – wie er es früher einmal war – herzustellen. Damit verbunden ist eine Reduzierung der Nährstoffeinträge aus dem Umfeld des knapp 15 Meter tiefen Rinnensees. Bekanntlich hat das StALU den Lassanern angeboten, für sie in der Angelegenheit beratend tätig zu sein und geeignete Möglichkeiten für eine nachhaltige Verbesserung des Gewässerzustandes zu ermitteln. Daten zur Gewässergüte, die in den Jahren 1997, 2002, 2005 und 2010 gewonnen wurden, belegten laut Aussage der Behörde einen eutrophierten Zustand – ungebremstes Wasserpflanzenwachstum – des Gewässers. Im Lassaner Winkel kann man sich noch recht gut daran erinnern, dass der Pulower See einst ein beliebtes Badegewässer war, das zugleich hoch in der Gunst der Angler stand. Vor allem ältere Pulower und Besucher des Sees erinnern sich, dass das Wasser das ganze Jahr über glasklar war.

Das aber ist längst Vergangenheit, denn vor allem bei steigenden Temperaturen trübt sich das Gewässer stark ein – ein Zeichen für zu hohes Planktonvorkommen, für eine Überdüngung des Sees. Einher gehen damit ein übermäßiges Algenwachstum und ein erheblicher Sauerstoffmangel im Wasser. Als Ursachen dafür haben die Fachleute vom StALU ehemalige Güllebehälter in der Nähe des Sees ausgemacht, die zu einer längst stillgelegten Schweinemastanlage gehörten. Hinzu kämen die intensive landwirtschaftliche Nutzung dem See benachbarter Flächen, verbunden mit dem Eintrag von Düngemitteln in das Gewässer, und das Einsickern häuslicher Abwässer.

Die bisher vorliegenden Erkenntnisse über den Zustand des Pulower Sees ließen eine Sanierung des Gewässers dringend geboten erscheinen, erläuterte Martin Longen vom StALU den Abgeordneten der Lassaner Stadtvertretung. Die Stadt Lassan ist Eigentümerin des Pulower Sees. Longen kündigte an, die aus dem Jahr 2010 stammenden letzten Messergebnisse sollten durch Untersuchungen aktualisiert werden, die 2018 vorgesehen seien. Danach könne endgültig entschieden werden, welchen Gesamtumfang die Sanierung des Sees haben müsse. Als ersten Schritt nannte der StALU-Mitarbeiter die Sanierung des Sees als Voraussetzung für die später in Abhängigkeit von den aktuellsten Messergebnissen vorgesehene Restaurierung.

Die Sanierung umfasse den Rückbau von zwei ehemaligen Güllebehältern, die Einrichtung von Anlagen zur Reinigung und optimalen Versickerung des Oberflächenwassers von bebauten oder versiegelten Flächen der Ortslage Pulow sowie die Reduzierung des Eintrags von organischen und anorganischen Stoffen in das Seewasser. Letzteres soll u. a. durch eine angepasste landwirtschaftliche Nutzung der benachbarten Ackerflächen sowie das Anlegen eines 20 Meter breiten Gehölzstreifens am Rand des Hangwaldes zum See erfolgen.

Dietrich Butenschön und Stefan Brümmer

Greifswald/Stralsund - Die Retter aus dem Hauttumorzentrum

Stralsunder litt an schwarzem Hautkrebs auf dem Kopf. Greifswalder Ärzte kombinierten Behandlungen und bekämpften den Krebs so erfolgreich.

15.03.2018

Jury: Beide Gotteshäuser verbinden das Touristische mit dem Spirituellen / Pilgerkirchen erhalten Preisgeld von 15000 Euro

15.03.2018

Gemeinde will Antrag auf Änderung des Schuleinzugsbereiches stellen

15.03.2018
Anzeige