Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Laster lassen Häuser beben: Hafenbau kostet Nerven

Usedom Laster lassen Häuser beben: Hafenbau kostet Nerven

Anwohner der Peenestraße klagen über zu schnelle Kies- und Sandtransporter / Risse in Fassade / Bürgermeister stellt kurzfristige Lösung in Aussicht

Voriger Artikel
Kiestransporter lassen Häuser beben
Nächster Artikel
EU fördert Bootstourismus

Auf den Hafenvorplatz bringen schwere 40-Tonner, die zuvor zum Teil durch die Peenestraße donnern, Tag für Tag reichlich Kies und Sand. Damit wird das Hafenplateau um etwa anderthalb Meter angehoben. Die Straße und ihre Anwohner aber leiden.

Quelle: Steffen Adler

Usedom. So dicht liegen Freud und Leid beieinander: Während nahezu alle Usedomer froh sind, dass am Hafen endlich gebaut wird, ist es mit der Ruhe und Gelassenheit der Anwohner der Peenestraße vorbei. Der Grund: Schwere Laster mit zig Tonnen Kies und Sand, die verwendet werden, das Hafenplateau anzuheben, donnern täglich über das großformatige Kopfsteinpflaster.

OZ-Bild

Anwohner der Peenestraße klagen über zu schnelle Kies- und Sandtransporter / Risse in Fassade / Bürgermeister stellt kurzfristige Lösung in Aussicht

Zur Bildergalerie

Die Lösung ist möglich. Wir müssen nur etwas Geld für Landkauf in die Hand nehmen.“Jochen Storrer, Bürgermeister Usedom

„Bei mir zittert der Fußboden, und das Geschirr im Schrank wackelt“, beschreibt Inge Schulz, die in Nummer 8 wohnt, die Situation.

Weil es anderen nicht besser ergeht, hat Peter Nowack (Nr. 48) jetzt Unterschriften gesammelt. Die Liste trägt die Überschrift: „Unsere Häuser sind in Gefahr! Es darf keine Durchfahrt mehr durch die Peenestraße geben.“ Im Amt Usedom-Süd, dass nur einen guten Steinwurf vom Geschehen entfernt seinen Sitz hat, ist das Papier, das eine Anzeige wegen Sachbeschädigung einschließt, inzwischen eingetroffen. „Ich habe Fotos gemacht, die belegen, dass in der Fassade meines Hauses Risse durch die Überlastung der Straße entstanden sind“, beschreibt Nowack seine Notlage. Um weitere Schäden zu vermeiden, müsste der Schwerlastverkehr von der Peenestraße verbannt werden. Das finden auch Regina Baumann („Mit unserer schönen Ruhe ist es vorbei, weil manche Laster auch viel schneller als mit 30 km/h fahren.“) und Günther Jikeli (SPD), der in der Stadt und im Kreistag politische Arbeit leistet.

Jikeli war zuletzt im Stadtrat mit dem Antrag gescheitert, in der Peenestraße das Parken wieder zu erlauben. „Das hätte bewirkt, dass die Lkw langsamer fahren müssten“, begründet er den Vorstoß. Nun verlangen die Betroffenen, Schikanen oder Schwellen in den Straßenkörper einzubauen, damit Fahrzeuge das Tempo drosseln müssen. Dies sei auch wichtig, um Passanten, Fahrzeuge aus einmündenden Straßen (Zum Schlossberg) sowie Mädchen und Jungen der nahen Kita zu schützen. Jikeli: „Außerdem müssen alle die Hausbesitzer, die glauben, jetzt Schäden an ihren Häusern davongetragen zu haben, eine Beweissicherung anstreben.“ Alternativ für die lauten und die Peenestraße erschütternden Lkw-Transporte schlägt Jikeli außerdem den Wasserweg vor. Schließlich ist seine Kritik unmissverständlich: Die Umgehungsstraße hätte man planerisch und baulich längst fertig haben können.

Bürgermeister Jochen Storrer lässt dies mit dem Kopf schütteln. Ausgerechnet Jikeli schlage das vor, dabei habe gerade er für die Verzögerung des Baues der Umgehungsstraße gesorgt ... Dennoch arbeitet das Stadtoberhaupt an einer schnellen Lösung. Durch den Abkauf von Wiesenland von einer Privatperson könne die neu zu bauende Trasse zum Hafen nun doch sehr schnell errichtet werden. „Wir müssen dafür als Gemeinde nur etwas Geld in die Hand nehmen“, sagt Storrer, der deshalb den Hauptausschuss kurzfristig zu morgen einberufen hat.

Bei der heutigen Bauberatung dürften die Lkw-Fahrer allerdings zunächst noch einmal energisch darauf hingewiesen werden, deutlich langsamer zu fahren.

Steffen Adler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
So gehen Hausbesitzer vor
Die Dicke der Dämmstoffe für die Hauswand ist bei Pflichtsanierungen in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Für jene, die freiwillig sanieren wollen, wurde jetzt ein Schlupfloch bekannt.

Seit über zwei Jahren gilt die aktuelle Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Wer freiwillig seine Fassade dämmen will, sollte bestimmte Materialstärken einhalten. Doch jetzt wird bekannt: Wenn der Putz dran bleibt, gibt es ein Schlupfloch.

mehr
Mehr aus Usedom
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.