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Usedom Lauf mit Herz für kranke Mitschülerin
Vorpommern Usedom Lauf mit Herz für kranke Mitschülerin
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02:36 01.02.2018
Tapfer und willensstark zogen die Regionalschüler in der Großsporthalle ihre Runden. Durchhalten war angesagt, damit am Ende möglichst viel Spendenmittel für Christianes Behandlung zusammen kommen. Quelle: Fotos: Tom Schröter
Spendenkonto:

Die Wolgaster Großsporthalle war gestern Schauplatz einer ungewöhnlichen Benefizaktion. Etwa 240 Schüler der Regionalen Schule Kosegarten schwitzten hier für ihre an Krebs erkrankte Mitschülerin Christiane Strehl (14). Eltern- und Schülerschaft initiierten den Spendenlauf, um bei der Finanzierung einer neuartigen Impftherapie zu helfen, von der sich die schwerkranke Christiane Hilfe verspricht. Wie berichtet, hat vor rund einer Woche der erste Behandlungszyklus des Mädchens in einer Privatklinik in Köln begonnen. Die Kosten für die Behandlung ihres Hirntumors mit jener Alternativmethode werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

Christiane Strehl vor der OP, Chemo und Bestrahlung. Quelle: Foto: Privat
Bereits morgens um 8 Uhr traten die 7. und 8. Klassen der Wolgaster Kosegarten-Schule zum einstündigen Ausdauerlauf an.

Konzert erbringt 500 Euro

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Kennwort „Christiane“

Gestern nun drehten die 5. bis 10. Klassen in der Sporthalle an der Hufelandstraße ihre Runden, damit weiteres Geld für die Heilbehandlung zusammen kommt. Mit großem Durchhaltewillen legten sich die Schüler jeweils 60 Minuten lang ins Zeug. Pieter Heubach, Sport- und Deutschlehrer, spornte die Läufer mit flotten Sprüchen und musikalischer Beschallung an. Den Schülern zollte er für deren Einsatzbereitschaft Respekt: „Obwohl die Teilnahme freiwillig ist, sind alle mitgelaufen“, erklärte er, als am Morgen die Klassen 7 und 8 den Anfang machten.

Bei dem Spendenlauf kam es diesmal nicht auf Lauftempo oder -strecke an. Vielmehr standen die Ausdauer und das Erfolgserlebnis im Vordergrund, gemeinsam als Läufer eine bestimmte Zeit durchzuhalten.

Die Teilnehmer suchen sich unter ihren Bekannten oder bei Firmen Sponsoren, die bereit sind, ihnen pro Zeiteinheit von fünf Minuten einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen. Dieser soll zweckgebunden helfen, Christianes Therapiekosten zu decken, die sich im hohen fünfstelligen Bereich bewegen.

Auch Renate Paasch, Lehrerin für Sport und Geschichte, staunte über die Willenskraft der jungen Akteure: „Manche sind ohne Pause durchgelaufen. Dabei haben sie nach dem Lauf wieder ihren planmäßigen Unterricht.“ Dennis gehörte, trotz zeitweiliger Seitenstiche, zu den nimmermüden Läufern. „Ich hab’ einfach angefangen und bin dann immer weiter gelaufen“, erklärte er nach der schweißtreibenden Aktion. „Meine Eltern sind meine Sponsoren.“ Auch Nico, der Mitglied im Greifswalder Boxklub ist, hielt eisern durch. „Das tut auch meinem Körper gut“, sagte der junge Sportler, der bei sieben Sponsoren insgesamt 105 Euro eingesammelt habe.

„Wir wollen dem Mädchen helfen, das wir auch persönlich kennen“, bekräftigte Regina, die genauso pausenlos unterwegs war und die ihre Mutter und ihre Oma als Finanziers gewinnen konnte. „Jeder feuert jeden an“, meinte ihre Mitschülerin Josephine und Josy fand: „Mit Musik ist Laufen deutlich besser, ohne ist blöd.“

Von der Bank aus verfolgten Steffi und Henry Schönrock das Geschehen und den Einsatz ihres Sohnemanns. Sie selbst fungieren als Sponsoren, sowohl als Familie als auch als Inhaber einer Firma. „Wir finden die Aktion der Schule richtig toll. Die Schüler merken: Gemeinsam kann man viel ausrichten“, erklärte der Freester. Die Höhe der benötigten Spendensumme beeindrucke ihn nicht: „Das Geld ist da, es muss nur akquiriert werden.“ Und Steffi Schönrock ist sicher: „Viele geben etwas, weil das Mädchen aus der Umgebung kommt und ihr Schicksal jeden betreffen könnte.“

Nun obliegt es den Schülern, die Spenden für ihren Einsatz einzusammeln. Beim Kassensturz nach den Winterferien wird sich zeigen, inwieweit sich ihr bemerkenswerter Einsatz ausgezahlt hat.

Tom Schröter

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