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Usedom Leichenwagen während der Trauerfeier aufgebrochen
Vorpommern Usedom Leichenwagen während der Trauerfeier aufgebrochen
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03:57 12.09.2013
Eleonore (r.) und Ulrike Burchardt vor dem Wagen, bei dem Täter während einer Beerdigung die Seitenscheibe einschlugen. Quelle: Cornelia Meerkatz

Es ist ebenso makaber wie unfassbar: Am Sonnabend brachen Unbekannte während einer für 11 Uhr angesetzten Beerdigung auf dem Friedhof im Tannenkamp den Bestattungswagen sowie das Auto der Trauerrednerin auf und stahlen daraus persönliche Sachen sowie Dokumente des Bestattungsunternehmens.

Eleonore Burchardt vom gleichnamigen Bestattunghaus in Wolgast kann das Geschehen nicht fassen. Die Täter hatten eine Seitenscheibe des Leichenwagens eingeschlagen und die persönlichen Dinge des Fahrers mitgenommen. „Es wurden ja schon mehrfach am Friedhof im Tannenkamp Autos aufgebrochen, während Angehörige an einer Trauerfeier teilnahmen. Aber dass es jetzt sogar unsere Bestattungswagen sind, macht mich wütend und fassungslos. Menschen, die so etwas tun, haben weder Herz noch Verstand“, sagt sie. „Dabei störte die Täter nicht, dass sich im Auto noch eine Urne befand, die ebenfalls am Vormittag bestattet werden sollte“, erklärt Bestatter Dirk Beier-Burchardt.

Die Polizei in Anklam bestätigte gestern auf OZ-Nachfrage den Vorfall. „Es ist makaber. Da fehlen selbst uns die Worte — und wir sind einiges gewohnt“, sagt Polizeisprecherin Denise Lembke. Eleonore Burchardts Tochter Ulrike schildert, dass tags darauf — am Sonntag — Spaziergänger am Feldrand bei Rubenow die Tasche des Fahrers gefunden hatten — ohne Bargeld und Portmonee. Allerdings kam die EC-Karte nicht zum Einsatz. „Schlimmer hat es aber unsere Trauerrednerin getroffen. Ihr haben sie ebenfalls die Scheibe eingeschlagen und aus dem Handschuhfach das Portmonee mit allen Dokumenten und Geldkarten gestohlen.“ Mit der Karte hatten die Täter bereits kurz vor 11 Uhr in Lubmin vier Mal je 500 Euro abgehoben. „Ich bin entsetzt und wütend, dass jemand die Trauer anderer Menschen ausnutzt, um sich zu bereichern“, sagt Trauerrednerin Angelika Pannek. Sie musste sämtliche Papiere, vom Personalausweis über die Krankenversicherungskarte bis zum Führerschein, neu beantragen.

Burchardts vermuten, dass sich die Täter mit einem Motorrad am Waldrand versteckt hatten. „Ein Auto war nicht zu sehen. Und in einer Viertelstunde kommt man nur motorisiert von Wolgast nach Lubmin“, meint Eleonore Burchardt.

Cornelia Meerkatz

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