Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Leidenschaft in Pudagla: Schloss wird Tangozentrum
Vorpommern Usedom Leidenschaft in Pudagla: Schloss wird Tangozentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 30.11.2017
Pudagla

Ein Hauch Südamerika in Vorpommern: Das Schloss Pudagla soll zum Tango-Zentrum der Insel Usedom werden.

An mindesten zwei Sonntagen im Monat soll im Gewölbe getanzt werden

Im Gewölbesaal des Cafés „Die Bernsteinhexe“ lebt der Tango Argentino auf. „Bei dieser Form des Tangos können die Teilnehmer von der ersten Stunde an frei tanzen. Es gibt zwar bestimmte Figuren, doch zum größten Teil ist es Improvisation“, sagt Klaus Müller aus Zempin. Er will gemeinsam mit „Schlossherr“ Charlie Eitner das Parkett des Gewölbesaals mindestens an zwei Sonntagen im Monat zum Tanzparkett machen.

Und dabei wollen die Tänzer, die bei dem Stil Tango Argentino an die vielen langen Nächte in den Milongas von Buenes Aires erinnern, keineswegs unter sich bleiben. „Während der Workshops und des freien Tanzens werden wir unser Café offen halten. Tangotänzer zum Kaffeetrinken – so oft hat man das ja auch nicht", sagt Charlie Eitner, der im Mai 2013 mit seiner Frau Janine Göldner das Schloss in Pudagla gepachtet hat und seitdem dort Konzerte und Ausstellungen organisiert. Eitner selbst ist bei dem Paartanz nicht am Start. „Ich muss ja das Café führen“, sagt der Musiker, der eines Tages mit seinen Veranstaltungen im Schloss auch den Zempiner Klaus Müller ins Haus gelockt hat, der erst seit vier Jahren Tango tanzt. „Begonnen hat alles mit der Heringsdorferin Gabriela Mantey, die per Zeitungsannonce zum Tangotanzen aufgerufen hatte. Ich war mit meiner Frau sofort dabei. Das hält den Körper fit und vor allem die grauen Zellen“, erzählt der 74-Jährige, der nach seiner Seefahrt mit Standardtänzen begann und seit vier Jahren den Tango-Stil verfolgt, von dem gesagt wird, dass durch hingebungsvolles Führen und Folgen die beiden Tänzer zu einem perfekten Paar verschmelzen können.

Von Perfektion will der einstige Käpt'n, der 38 Jahre zur See gefahren ist, aber nichts wissen. „Es geht natürlich um Spaß und Geselligkeit.“

Angefangen haben die Tangotänzer einst mit zwölf Paaren. Doch die Suche nach einer festen Bleibe gestaltete sich schwierig. „Anfangs waren wir noch im Hotel Esplanade, zwischendurch auch mal in einer Sporthalle. Selbst in der Stadt Usedom haben wir getanzt. Da unsere Mitstreiter inselweit verteilt sind, war ihnen die Anfahrt aber zu beschwerlich“, berichtet Müller. Bis zu dem Tag, als Charlie Eitner bei ihm anrief. „Kommt doch zu uns. Wir haben Parkettfußboden.“ Gesagt, getan. Seitdem sind die ersten Tangoeinheiten im Schloss getanzt. Die „südamerikanischen“ Usedomer haben sich mit Doreen und Bernd Engler zwei Tanzlehrer engagiert, die an jedem zweiten Sonntag im Monat zum Tango-Workshop kommen. Englers betreiben in Greifswald ein Tangoatelier und sind mit Unterricht, Milongas und Shows unterwegs.

Weil es derzeit nur sechs Paare sind, die regelmäßig zum Tanzen kommen, hoffen Müller und Eitner auf neue Anhänger. Auf eine Vereinsgründung soll allerdings verzichtet werden. Kontakt wollen die Usedomer mit Swinemünde knüpfen, weil es auch dort eine Tangoszene gibt.

Henrik Nitzsche

Mehr zum Thema

Am 12. Mai 2018 erlebt das beliebte Event seine 13. Auflage / Tickets gehen rechtzeitig vor Weihnachten in den Verkauf

25.11.2017

Große Kulisse für kleine Manegenstars gestern im Flughafenterminal Heringsdorf.

25.11.2017

Kommune kommt ihren Pflichten für Sicherheit nach

25.11.2017

Die Polizei wurde erst Stunden nach dem Vorfall informiert – nicht durch die Klinikleitung

30.11.2017

Bauarbeiten sind abgeschlossen

30.11.2017
Usedom GUTEN TAG LIEBE LESER - Spannung vor und hinter Türchen

Die Zeit der verschlossenen Türen und Türchen, des heimlichen Bastelns und Hämmerns, des liebevollen Verpackens und der Vorfreude, andere überraschen zu können, ist angebrochen.

30.11.2017