Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Leinwand-Legenden stürmen die Ostsee
Vorpommern Usedom Leinwand-Legenden stürmen die Ostsee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 20.02.2017
Mit zwei Becher Rum aus der runden Buddel im Tee kann man Captain Jack Sparrow auch schon mal doppelt sehen. Regine Held und Karsta Wustrack von den Berliner Seehunden mimten den Piraten im Doppelpack.

Was war das für ein Staraufgebot am Samstagnachmittag am Ahlbecker Strand! Winnetou, Braveheart, Rocky, Charlie Chaplin, Marylin Monroe, Pittiplatsch und das Sandmännchen gaben sich die Ehre, als beim 23. Winterbadespektakel der rote Teppich für die „Legenden der Leinwand“ ausgerollt wurde. Auch wenn das Original der Usedomer Eisbadeveranstaltungen langsam aber sicher auf das Silberjubiläum zusteuert, hat es nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt. Mehrere Tausend Besucher links und rechts des Laufstegs, auf einer Sandbank vor dem

Zur Galerie
Tausende Besucher wollten beim 23. Original des Usedomer Winterbadespektakels live dabei sein

Strand und auf der Ahl-

becker Seebrücke zeugen ebenfalls davon wie die ungebrochen hohe Teilnehmerzahl am Winterbadespektakel. 198 Eisbader trugen sich in die Listen ein. Die meisten kamen mit den insgesamt 22 Gruppen angereist, davon sechs aus Polen.

Sie alle scheuten weder das leicht nieselige Wetter mit 4 Grad Lufttemperatur noch die 2 Grad kalte Ostsee. Nun, es war ja auch Eisbaden angesagt. Allerdings nicht für alle. Gaby Ignazak aus Berlin verbrachte mit ihrer Sportgruppe ein Wellnesswochenende auf Usedom. „Wenn ich an der Ostsee bin, hops ich rein, außer im Februar“, sagt sie verschmitzt. Ihre Freundin Tamara Mielitz aus Wandlitz meint hingegen: „Ick hättet druf“, schließlich badet sie Anfang April an und Ende Oktober ab.

Am Samstag gehörten sie aber lieber zu den Schaulustigen rings um die Bühne, auf der die Partyband Ohrwurm das Publikum bei Laune hielt. Moderator Thorsten Erdmann und Bürgermeister Lars Petersen fachsimpelten vor der Präsentation der Gruppen und Einzelteilnehmer über Legenden, Stars und Sternchen. Für sie gehört „Dirty Dancing“ aus dem Jahr 1987 zu den legendären Filmen. Das Greifswalder Tanzstudio 54 Grad zeigte daraus eine tolle Tanzperformance auf den Song „A time of my life“.

Nach und nach defilierten nun die Badegruppen auf dem Laufsteg, die wie die Bernauer Eisheiligen, die Pirrlliepausen aus Senftenberg oder die Magdeburger Eisröwer dem Spektakel schon lange die Treue halten. Genau unter die Lupe wurden sie von der Jury genommen, zu der neben dem Bürgermeister noch Wilhelm Ludwig von Rummelsburg sowie zwei Urlauberinnen aus Sachsen zählten.

Sven Brümmel, der hinter der Kunstfigur von Rummelsburg steckt, verriet, worauf die Preisrichter zu achten hatten: Die Kreativität und Handarbeit. So sprachen die Juroren den Bernauer Eisheiligen den Preis für die beste Gruppe zu. Sie führten auf dem Laufsteg einen Filmdreh zur „Olsenbande“ auf mit Pappkamera, Lichtspiegel und Helga Duwe auf dem Regiestuhl, die per Megafon ihre Anweisungen gab. Die Grand-Dame des Eisbadens war mit 88 Jahren die älteste Teilnehmerin und erhielt so schon zum wiederholten Mal den „Oscar“ in dieser Kategorie. Ganze drei Jahre hingegen zählt die kleine Clara Tabatzki. Sie stieg als „Heidi“ mit Almöhi und Geißenpeter zunächst auf die Bühne und danach zumindest mit den Füßchen in die kalte Ostsee.

Dort tummelten sich am längsten und weitesten draußen die polnischen Eisbader mit ihren Vereinsfahnen. Aber auch die Squaws von Winnetou führten einen regelrechten Kriegstanz im Wasser auf, während Winnetou und Old Shatterhand lieber an Land blieben. Das sei verziehen: Beide sollen Nichtschwimmer gewesen sein. Kein Problem mit der Kälte hatten Regine Held und Karsta Wustrack aus Berlin. Sie marschierten als doppelter Captain Jack Sparrow gemütlich mit Rumbuddel und Schnapsbechern durch die flache Ostsee und verteilten bei nicht gerade karibischen Temperaturen Prösterchen zum Aufwärmen.

Fehlen noch zwei Auszeichnungen. Die für das beste Einzelbaderkostüm ging nach Neubrandenburg für das Outfit von Braveheart und die für die weiteste Anreise an Hanni Hache aus Stuttgart, die exakt 888 Kilometer vom Neckar bis zur Ostsee zurücklegte. Als Batmans Frau verkleidet lief sie mit der Gruppe der Magdeburger Eisröwer auf, zu der ihr Vater gehört.

Viel Lob gab es für die Organisatoren vom Eigenbetrieb Kaiserbäder. Moderator Thorsten Erdmann hob hervor: „Das ist sehr professionell, wie das vorbereitet wird. Die machen das mit sehr viel Herzblut.“ Die Bernauer Eisheiligen sagten „ein großes Dankeschön, auch für die Leinwand da drin, den warmen Tee und die ganze Herzlichkeit“. Ein beheiztes Zelt sei nicht selbstverständlich und die Tombola eine schöne Sache.

Dietmar Pühler

Mehr zum Thema

Studenten der Wismarer Hochschule haben Entwürfe für die Aufwertung des Strandabschnitts in der Hansestadt gestaltet. Ihre Lösung: Bade-Inseln.

17.02.2017

Drei Personen wollten von einem Ponton aus an der Prerower Seebrücke arbeiten. Weil der Motor ausfiel, trieben sie hinaus auf die Ostsee.

17.02.2017

Der Strand von Glowe ist seit Anfang diesen Jahres kaum wieder zu erkennen. Das Hochwasser am 4. Januar hat den Strand und die Dünen neu geformt. Ein Strandspaziergang ist kaum möglich.

20.02.2017

50 Frauen und Männer ließen in Gellenthin begeistert ihre Stimme erklingen

20.02.2017

Anklam Der Umwelt- und Öffentlichkeitsbeirat der Anklamer Zuckerfabrik trifft sich heute zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahr.

20.02.2017

Über neue Antriebsmöglichkeiten für Reisen ins Weltall geht es in einem Vortrag von Prof. Dr. Holger Kersten am 17. März um 19.30 Uhr im Museum Kaffeemühle.

20.02.2017
Anzeige