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Usedom Letzte Mahnwache 2016: Im Zeichen der Hoffnung
Vorpommern Usedom Letzte Mahnwache 2016: Im Zeichen der Hoffnung
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07:56 20.12.2016
Gestern war der Schlusspunkt unter ein bürgerbewegtes Jahr der Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen in der alten Herzogstadt. Doch die Kämpfer für die stationäre Versorgung von Kindern und Schwangeren in Wolgast werden auch 2017 nicht aufgeben. FOTOS: STEFFEN ADLER
Wolgast

Fünf Tage vor Heiligabend: Die letzte diesjährige Mahnwache vor der Einfahrt zum Kreiskrankenhaus Wolgast stand gestern im Zeichen von Weihnacht und Hoffnung. Nicht nur, dass die weit über 100 Demonstranten gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“ sangen, auch der Wünsche wurden etliche geäußert. Einer einte freilich alle Teilnehmer der Abendaktion auf der B 111: In der Wolgaster Klinik möge bald wieder die stationäre medizinische Versorgung von Kindern und Schwangeren gewährleistet sein.

Dank an alle Demonstranten / Gemeinsamer Gesang von „Stille Nacht“

Mut machte den Sympathisanten Dr. Brigitte Knappik. Sie berichtete davon, dass es bundesweit inzwischen fast 30 Bürgerinitiativen gebe, die sich gegen Kürzungen oder Schließungen von Stationen bzw.

kleinen Krankenhäusern zur Wehr setzen. „Der Milliardenüberschuss der Krankenkassen muss für die Patienten verwendet werden“, forderte sie unter dem Beifall der Zuhörer. In Bildung und in die Kinder müsse investiert werden, sagte sie den Bundes- und Landespolitikern ins Stammbuch. Von denen waren unter anderem die Landtagsabgeordneten Torsten Koplin und Jeannine Rösler (beide Linke) sowie Ralph Weber (AfD) vor Ort. Statements von Politikern waren gestern Abend hingegen ausdrücklich nicht erwünscht. Statt dessen gab es ein Bürgermikrofon, an das sich vor allem Mütter mit ihren Kindern wagten. Besonders die positiven Erfahrungen mit dem Wolgaster Kreiskrankenhaus und die negativen mit der Greifswalder Unimedizin standen im Fokus der kurzen Wortmeldungen. So von Katrin Kannapé aus Karlshagen, die mit ihrem Sohn Erik bei der Mahnwache war. Auch Luca und seine Mama berichteten von unangenehmen Dingen, die ihnen in Greifswald widerfahren waren; volle und teure Parkplätze, lange Wartezeiten und unfreundliche Mitarbeiter – nichts wurde geschönt.

Als Brigitte Knappik von einem Radiobericht erzählte, bei dem Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) dieser Tage sinngemäß gesagt habe, in Sachen Kreiskrankenhaus Wolgast sei noch nicht das letzte Wort gesprochen, schlug ihr unüberhörbar Skepsis entgegen. Ein Indiz dafür, dass die Glaubwürdigkeit von Politikern in der hiesigen Bevölkerung offenbar stark gelitten hat.

Die gestrige Veranstaltung soll nicht die letzte gewesen sein. BI-Vorstand Lars Bergemann kündigte an, lediglich zunächst abwarten zu wollen, welche Botschaften Politiker auf dem Wolgaster Neujahrsempfang am 3. Januar zu verkünden haben. Davon und von der Qualität des für Ende Januar angekündigten Konzepts von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) werde man abhängig machen, wann und welche Aktionen geplant werden. Die Zusammenarbeit mit der Gruppe „Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit“ (FFDG) werde fortgesetzt.

Steffen Adler

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