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Usedom Leukämie! Ahlbeckerin kämpft um ihr Leben und hofft auf Hilfe
Vorpommern Usedom Leukämie! Ahlbeckerin kämpft um ihr Leben und hofft auf Hilfe
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00:01 28.10.2017
Besuch in der Klinik: Ihre Schwestern Ursula Weber (l.) und Marianne Grobert (r.) haben Bianca Rüchel in ihre Mitte genommen. Quelle: Foto: Privat
Ahlbeck

Gestern feierte die Ahlbeckerin Bianca Rüchel ihren 54. Geburtstag. Diesen verbrachte sie im Kreise ihrer Familie, jedoch nicht im heimischen Wohnzimmer, sondern in der Uniklinik Greifswald. Seit mehr als zwei Wochen bekommt sie dort eine Chemotherapie gegen den erneut bei ihr ausgebrochenen Blutkrebs. Es ist ein Leben zwischen Hoffen und Bangen.

„Mir geht es nicht so gut, weil es schon das dritte Mal ist, dass ich hier bin“, sagt sie mit trauriger Stimme. „Die Chemotherapie hat angesprochen. Alle Werte sind auf null“, berichtet Bianca Rüchel und verbindet damit die Hoffnung, bald wieder nach Hause zu können. In den vergangenen drei Jahren hat sie viele Monate in stationärer Behandlung verbringen müssen. Denn die Leukämie wurde erstmals Anfang 2014 festgestellt.

„Ich hatte mich schlapp und müde gefühlt“, erinnert sie sich an die ersten Symptome. Eine Knochenmarkentnahme brachte dann die schlimme Gewissheit: Blutkrebs. Von Februar bis August 2014 verbrachte sie die meiste Zeit im Uniklinikum, wo sie vier Chemotherapien bekam. Es schien alles gut zu sein, denn über ein Jahr lang waren ihre regelmäßig untersuchten Blutwerte in Ordnung.

Doch im Frühjahr 2016 folgte der Rückschlag. Erneut musste Bianca Rüchel für mehrere Monate in die Klinik. Ihr Bruder Harald Behrendt, der in Ahlbeck ein Sportgeschäft betreibt, stellte sich als Stammzellenspender zur Verfügung, um seiner Schwester zu helfen. „Sie wurden sehr gut angenommen. Die Stammzellen waren gut angewachsen“, beschreibt er die zunächst erfolgreiche Transplantation.

Im September 2017 bekam sie jedoch den schockierenden Anruf, „dass die Leukämie wieder zurück ist“, schildert die Ahlbeckerin. Die Stammzellen des Bruders waren zu identisch mit den ihrigen. Ihnen fehlte die Eigenschaft, sich gegen die Leukämie zu wehren. Nun helfen nur noch fremde Stammzellen, um Bianca Rüchel heilen zu können.

Deshalb rufen ihr Bruder und ihre Schwester Ursula Weber zu einer Typisierungsaktion auf, bei der sie auch stark auf die Leser der OZ setzen. „Es ist der letzte Strohhalm“, sagt Harald Behrendt, der nun versucht, ein zweites Mal das Leben seiner Schwester Bianca zu retten. „Es ist leicht zu helfen. Man muss den Leuten die Angst nehmen. Heute wird die Typisierung mit Speichel gemacht“, sagt Ursula Weber (siehe Info-Text). Sie setzt auf den passenden „genetischen Zwilling“, dessen Stammzellen die selben Merkmale wie die ihrer jüngeren Schwester aufweisen.

Bianca Rüchel hat ihre Hoffnung nicht aufgegeben und kämpft um ihr Leben. „Die Familie gibt mir viel Kraft. Mein Mann ist viel bei mir. Auch meine Geschwister sind immer für mich da. Ich hoffe, dass die richtige Spende dabei ist, um wieder ein normales Leben zu führen“, betont die Ahlbeckerin.

Mittels Wattestäbchen Stammzellenspender werden

Die gemeinnützige DKMS (früher Deutsche Knochemarkspenderdatei) bietet auf ihrer Internetseite an, ein Registrierungsset anzufordern. Wer das tut, erhält per Post ein Set mit Wattestäbchen. Mit diesen Stäbchen muss einmal im Mund über die Wange gestrichen werden. Das Stäbchen wird im nächsten Schritt zusammen mit unterschriebenen Unterlagen an die DKMS zurückgeschickt. Im Labor werden Gewebemerkmale bestimmt. So kann ermittelt werden, ob man ein passende Spender für einen Blutkrebspatienten ist.

Die Merkmale werden in einer Datei aufgenommen und stehen der weltweiten Suche nach Stammzellenspendern zur Verfügung.

Es gibt zwei verschiedene Arten Stammzellen zu spenden. Stammzellen werden über die sogenannte „periphere Stammzellspende“ der Blutbahn oder direkt dem Knochenmark entnommen.

Registrierungssets können auch per Post bestellt werden bei: DKMS, Kressbach 1, 72072 Tübingen

www.dkms.de

Dietmar Pühler

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