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Dorf feiert das Jubiläum / Die St. Johannes-Kirche im Lieper Winkel ist die älteste Kirche der Insel Usedom

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Das Gotteshaus in Liepe gilt als das älteste auf der Insel Usedom. Der Sakralbau zeichnet sich durch mehrere Besonderheiten aus.

Liepe. Einerseits schlicht, turmlos und von einem Krüppelwalmdach bekrönt; andererseits wuchtig, zentral gelegen und uralt: Die Eindrücke, welche die Lieper Dorfkirche beim andächtigen Betrachter hinterlässt, sind vielfältig. Am Wochenende stand St. Johannes im Mittelpunkt des dörflichen Geschehens. Verkaufsstände mit Kuchen, Malerei, Kräutern, Säften uvm. waren in unmittelbarer Nähe aufgebaut und eine Kulturbühne, auf der die Lieper Winkelschen Danzlüh ihre Runden drehten.

OZ-Bild

Dorf feiert das Jubiläum / Die St. Johannes-Kirche im Lieper Winkel ist die älteste Kirche der Insel Usedom

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Mit Diamantwerkzeugen und Schleifmaterialien habe ich das freigelegt, was in dem Stein als Angebot erhalten war.“Peter Makolies, Bildhauer aus Liepe

Gestern nun stand im Rahmen des Gottesdienstes sogar der Besuch von Dr. Jörg Abromeit, dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, zur Ehren des Gotteshauses auf dem Programm – als Höhepunkt der 800-Jahr-Feier des ersten urkundlich bezeugten christlichen Sakralbaus auf Usedom. „In einer Urkunde von 1216 werden auf der Halbinsel eine Kirche und Gehöfte erwähnt“, heißt es im Kirchenführer. Pastor Stefan Fricke geht davon aus, dass das Feldsteinmauerwerk in der Westwand noch aus den Anfangsjahren des vorhandenen, im 15.

Jahrhundert errichteten gotischen Bauwerks stammt, dessen Vorgänger nicht mehr erhalten sei. „An der Bausubstanz kann man sehr gut ablesen, wie die Kirche gewachsen ist und sich in den Jahrhunderten entwickelt hat“, verdeutlicht der Pastor.

Bis heute ist St. Johannes regelmäßig mit Leben erfüllt. Alle 14 Tage lädt Stefan Fricke zum Gottesdienst ein. Gerd Schulze aus Warthe bringt immer aufs Neue die Grünberg-Orgel zum Klingen und auch das Usedomer Musikfestival macht Jahr für Jahr in dem Kirchlein Station: Am 2. Oktober wird hier das Trio Triakel auf musikalische Weise „Schwedisches Landleben“ vermitteln. Am selben Tag sollen die neuen Glocken, die am 2. September gegossen werden, im freistehenden Glockenstuhl Einzug halten und feierlich geweiht werden. „Parallel dazu geht rings um die Kirche das Erntedankfest über die Bühne“, verkündet Karl Sundmacher vom Heimatverein Lieper Winkel.

Die Mitglieder jenes Heimatvereins, die Mitstreiter des Förderverein Dorfkirchen am Lieper Winkel und die Kirchengemeinde Morge- nitz sowie die Gemeinde Rankwitz agieren gemeinsam, wenn es um den Zusammenhalt des Dorflebens und die uralte Kirche geht. Das Glocken-Projekt, die Ausmalung und Restaurierung des Kircheninneren, die originalgetreu wieder hergestellte Raumdecke, die angebrachte Regenableitung und die aktuellen Restarbeiten am Kirchendach berechtigen zum Stolz. „Als nächstes ist die Sanierung des äußeren Mauerwerks dran“, verkündet der Pastor bereits.

Dass sich die Lieper immer an das 800. Jubiläumsjahr ihrer Kirche erinnern, ist zur sprichwörtlich unverrückbaren Realität geworden. Der ortsansässige Bildhauer Peter Makolies fertigte seit 2013 in Etappen einen ungewöhnlichen, nahezu drei Tonnen schweren Gedenkstein, der vor dem Eingang seinen Platz fand. Ein schwedischer Granit aus der Pudaglaer Kiesgrube diente als Ausgangsmaterial für einen Charakterkopf, der beim Nachdenken über die vergangene Zeit eine Träne verdrückt. „Mit Diamantwerkzeugen und Schleifmaterialien habe ich das freigelegt, was in dem Stein als Angebot erhalten war“, sagt Makolies bescheiden.

Tom Schröter

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