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Lütower sehen sich stark genug für eine eigene Perspektive

Lütow Lütower sehen sich stark genug für eine eigene Perspektive

Dennoch bleibt Zinnowitz ein potenzieller Partner für die Gemeindefusion

Lütow. Eine der Stärken, die sich die Gemeinde Lütow in ihrer Selbsteinschätzung nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz bescheinigt, ist die rege Beteiligung der Einwohner am Zustandekommen kommunalpolitischer Entscheidungen. Es ist die Vitalität und Verbundenheit der örtlichen Gemeinschaft. So war es nur logisch, dass die Bürgerinnen und Bürger auch einbezogen wurden, als sich die Gemeindevertretung zur letzten Diskussionsrunde und zur Beschlussfassung dieser Selbsteinschätzung traf. Um es vorweg zu nehmen: Die bis dahin vorliegende Fassung wies aus, dass der Gemeinde drei an den nötigen 50 Punkten fehlten, bei deren Überschreiten nach dem im Gesetz enthaltenen Kriterienkatalog von einer Zukunftsfähigkeit der jeweiligen Kommune ausgegangen werden kann.

Abgeordnete und Einwohner haben es gemeinsam geschafft, die für Lütow verbindliche Punktzahl so weit zu erhöhen, dass nun von einer eigenständigen Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ausgegangen werden kann. Das fand auch die Zustimmung von Jürgen Schönwandt, im Landkreis als Koordinator für Gemeindefusionen tätig, und Olav Hennings aus dem Hauptamt des Amtes Am Peenestrom. Den Ausschlag für das bessere Resultat gaben letztlich vor allem die in der Diskussion zusammengetragenen Möglichkeiten der Mitarbeit in Vereinen und Interessengruppen, aber auch die Lebensqualität, auf die in den Ortsteilen Lütow, Neuendorf und Netzelkow besonderer Wert gelegt wird.

Die Gemeinde Lütow hat sich also selbst bescheinigt, dass sie – zumindest aus der gegenwärtigen Sicht – zukunftsfähig und nicht dringend auf einen Zusammenschluss mit einer anderen Kommune angewiesen ist. Das heiße aber nicht, so Bürgermeister Heiko Dahms, dass man einer solchen Fusion gegenüber generell negativ eingestellt sei. Allerdings gebe es, so Dahms, angesichts der geografischen Lage nur zwei potenzielle Möglichkeiten: das Zusammengehen mit der Gemeinde Krummin oder mit der Gemeinde Ostseebad Zinnowitz. Krummin habe allerdings unlängst einer Fusion eine Absage erteilt. Mit den Zinnowitzer Repräsentanten, so erläuterte der Lütower Bürgermeister, habe es bereits Kontakte in dieser Angelegenheit gegeben, zumal es zahlreiche auch aus der Vergangenheit resultierende Verbindungen beider Kommunen gebe.

Offensichtlich favorisieren Dahms und seine Abgeordnetenkollegen, aber auch nicht wenige Einwohner der Gnitzorte, ein eventuelles Zusammengehen mit Zinnowitz, nicht zuletzt befördert durch die bessere Verkehrsanbindung. Heiko Dahms ließ aber keinen Zweifel daran, dass sich die Entwicklung auf zwei Gebieten derzeit nur sehr schwer in Übereinstimmung bringen lasse: Einerseits lege man in Lütow nach wie vor großen Wert auf eine behutsame, der gerade auf dem Gnitz äußerst sensiblen Umwelt angepasste Entwicklung des Tourismus, verbunden mit der Sorge um eine hohe Lebensqualität der Einwohner. Im Gegensatz dazu bereite die Entwicklung in Zinnowitz, wo es Bestrebungen zum Ausweiten touristischer Angebote gebe, erhebliche Sorgen.

Der jetzt von der Gemeindevertretung Lütow gefasste Beschluss lässt jedenfalls alle Optionen offen. „Wir müssen uns nicht selbst unter Druck setzen, sondern haben Zeit, uns in aller Ruhe mit den Möglichkeiten zu beschäftigen, die uns zur Verfügung stehen. Bei allen weiteren Schritten werden wir wie bisher die Bürgerinnen und Bürger nicht außen vor lassen“, so das Resümee des Bürgermeisters.

Dieter Butenschön

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