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Usedom Lüttenort zeigt Bilder von ONH-Freunden
Vorpommern Usedom Lüttenort zeigt Bilder von ONH-Freunden
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01:36 13.04.2018
Franka Keil zeigt ein Bild zum französischen Nationalfeiertag 1939, gemalt vom Neffen des Inselmalers, Hellmut Niemeyer-Holstein. ONH bezeichnete ihn seinerzeit als den künstlerisch Talentiertesten der Familie. Allerdings kam er, noch jung an Jahren, im Zweiten Weltkrieg ums Leben. FOTOS (2): STEFFEN ADLER
Koserow

Im Garten des Lüttenorter Insel-Malers blühen die ersten Frühlingsboten. Winterlinge, Primeln, Narzissen und Hyazinthen würden das Herz von Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) gewiss erfreuen, könnte er noch sein Refugium durchstreifen. Und ganz ähnlich ginge es sicher dem Künstler, wenn er die seit gestern eröffnete, aktuelle Ausstellung sähe. „Kunstwerke der Freunde“ ist sie überschrieben. Zu sehen sind neben ONH-Arbeiten solche von 22 geschätzten Kollegen, Freunden und Bekannten aus der Szene. Und zwar generationenübergreifend.

Gestern Vernissage in der Neuen Galerie / Im Oktober folgt Teil II dieser umfangreichen Exposition

Exakt zum passenden Zeitpunkt liegt auch der noch fast druckfrische, großformatige Katalog vor, in dem zwei Jahre akribische, ja gelegentlich sogar detektivische Arbeit stecken. Professor Bernfried Lichtnau und Galerie-Leiterin Franka Keil haben ihn erarbeitet – und sind nun stolz darauf, darin mehr als 200 Künstler aus dem Umkreis von ONH nennen und rund 100 von ihnen - mit farbigen Abbildungen ihrer Arbeiten – vorstellen zu können. „Es sind alles Künstler, die er kannte, die er gar verehrte oder mit denen er befreundet war“, schildert Keil die große Zahl derer, von denen ONH Werke erworben oder geschenkt bekommen hat. Da es unmöglich ist, allesamt zu zeigen (und schon gleich gar nicht in einer Ausstellung), wird es im Herbst, ab 14. Oktober, den zweiten Teil dieser aufschlussreichen Schau am selben Ort geben. Dazwischen liegt die übliche, abwechslungsreiche Phase beliebter Sommer-Veranstaltungen unterschiedlichster Couleur.

Zurück zur neu eröffneten Schau. Der Bestand der Freundesgaben, aus dem sich Keil und ihr Team bedienen durften, ist ungewöhnlich groß. Abgesehen davon, dass sich ONH einen ganzen Raum gönnte, in dem eine Auswahl solcher Bilder zu sehen waren (und sind) und er sich der Zwiesprache mit „den anderen“ hingab , ist der Inselmaler von Kollegen und Freunden reich beschenkt worden, hat aber auch – nicht zuletzt aus solidarischen Erwägungen heraus – Werke von deutlich jüngeren Zeitgenossen gekauft, um deren Existenz schlicht absichern zu helfen.

Ein Schwerpunkt seiner Sammlung sind Arbeiten Usedomer Kunstfreunde: von Herbert und Matthias Wegehaupt, über Otto und Oskar Manigk sowie Vera Kopetz und Rosa Kühn bis zu Sabine Curio. Vertreten sind darüber hinaus Kollegen, die Sommergäste Usedoms waren und sind – wie Wulff Sailer, Fritz Cremer, Peter Makolies und Sabine Teubner. Aktuell gezeigt werden außerdem Kunstwerke einer älteren Generation, wie solche von Marc Chagall, Max Kaus und Oskar Kokoschka sowie Clara Rilke Westhoff, denen ONH sich besonders im Sinne eines Lehrer-Schüler-Verhältnisses verbunden fühlte. Im herbstlichen zweiten Teil werden Besucher dann mehr erfahren über die auch künstlerisch tätige Familie von Otto Niemeyer-Holstein.

„Es ist insgesamt eine Ausstellung gegen das Vergessen, die über mindestens drei Generationen hinweg einen Teil der europäischen Kunstgeschichte des vergangenen Jahrhunderts abbildet“, fasst Franka Keil zusammen.

Schau: ab sofort und bis zum 14. Oktober; OHN-Atelier Lüttenort ist geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr.

Steffen Adler

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