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Luxus-Marina am Schloonsee geplant

Heringsdorf/Bansin Luxus-Marina am Schloonsee geplant

Zwischen der aktuellen Diskussion über die mögliche Erdgasförderung in den Kaiserbädern und den seit Jahren ruhenden Plänen für einen exklusiven Yachthafen östlich ...

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Computeranimation: So stellen sich die Planer die Bebauung am Haupthafen der Schloonsee-Marina vor. Grafik: Bäder Immobilien Usedom GmbH

Heringsdorf/Bansin. Zwischen der aktuellen Diskussion über die mögliche Erdgasförderung in den Kaiserbädern und den seit Jahren ruhenden Plänen für einen exklusiven Yachthafen östlich des Schloonsees gibt es offenbar einen direkten Zusammenhang: Sobald der Energiekonzern Engie sein schon zu DDR-Zeiten erschlossenes Betriebsgrundstück am See gegen einen Alternativstandort am alten Klärwerk in Bansin oder der ehemaligen Russenkaserne in Ahlbeck eintauschen kann, sollen die Vorbereitungen für die Schloonsee-Marina wieder intensiviert werden; das bestätigte Harald Linde gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Der CDU-Kommunalpolitiker ist Vorsitzender des Heringsdorfer Bauausschusses und zugleich bei der Bäder Immobilien Usedom GmbH als Projektentwickler für die Hafen-Pläne zuständig.

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Zwischen der aktuellen Diskussion über die mögliche Erdgasförderung in den Kaiserbädern und den seit Jahren ruhenden Plänen für einen exklusiven Yachthafen östlich ...

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Gegenüber den vor gut zehn Jahren präsentierten und heiß diskutierten Marina-Konzepten gebe es einige Änderungen, betont Linde: So seien landseitig keine Hotels mehr vorgesehen, sondern Luxusvillen mit Bootsstegen sowie eine Einkaufspassage mit Gewerbeflächen für maritime Dienstleister wie Segelmacher oder Servicewerften. „Wir wollen ein Fünf-Sterne-Ambiente. Alles muss vom Feinsten sein.“

Nichts geändert hat sich indes an der Hafen-Gestaltung: Wo heute der Sackkanal mündet, soll sich künftig ein Vorhafen mit schützenden Molen in die Ostsee erstrecken und Platz für 60 Segel- und Motorboote aller Größen bieten. Der Haupthafen einschließlich der Villenbebauung soll landeinwärts hinter den Dünen entstehen und in einer künstlichen Lagune bis zu 250 Boote aufnehmen. Für den Kanal zwischen Vor- und Haupthafen müsste zwar die Maxim-Gorki-Straße als innerörtliche Verbindung zwischen Heringsdorf und Bansin getrennt und mit einer Klappbrücke versehen werden; doch Linde sieht kaum Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr: Nur drei bis vier Mal täglich solle die Klappbrücke die Passage für die Freizeitskipper freigeben.

Unüberwindbare Hindernisse für die Marina fürchtet der Kommunalpolitiker und Projektentwickler nicht mehr: So beruft er sich auf einen Gemeindevertreterbeschluss aus dem Jahr 2013, wonach in einem Raumordnungsverfahren die Machbarkeit eines solchen Projekts geprüft werden soll. Komme der Energiekonzern Engie mit seinen Plänen rasch voran, könnte das Verfahren für den Hafen 2018 starten, zeigt sich Linde optimistisch. Im Jahr darauf sei mit dem Bebauungsplan zu rechnen, und etwa ab 2020 soll dann für „mindestens zwei Jahre“ gebaut werden: Immerhin soll die Anlage zwischen 50 und 60 Millionen Euro kosten.

So enthusiastisch wie Linde sind andere nicht. Etwa Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU): Er spricht zwar davon, „dass eine touristische Aufwertung immer gut für Heringsdorf“ sei. Aber erstens stelle sich die Frage, ob eine so große Anlage wie die Schloonsee-Marina nur wenige Seemeilen vor dem erst jüngst ausgebauten Sportboothafen in Swinemünde „wirklich nötig ist“. Und zweitens brauche die Gemeinde die Sicherheit, dass der Hafen „nicht zur finanziellen Belastung für uns wird“. Er zweifle daran, dass die Investoren langfristig auch für die Unterhaltung aufkommen — beispielsweise, wenn die Zufahrt wegen Versandung ausgebaggert werden muss. Während Petersen aber betont, „den Marina-Plänen offen gegenüber zu stehen“, macht Gemeindevertreter Frank Lettner aus seiner Ablehnung keinen Hehl: Er sitzt als einer von drei Abgeordneten für die „Bürgerinitiative unverbaubare Außenküste“ im Kommunalparlament und warnt davor, dass meterhohe Molen das Usedomer Markenzeichen des durchgehenden Sandstrands zerstören würden. Vor allem aber sieht er die Gefahr, dass die Marina-Pläne in der aktuellen Gas-Diskussion instrumentalisiert werden könnten. Denn selbst wenn Engie an Alternativ-Standorten Gas fördern könne und das Schloonsee-Grundstück freimache, fürchtet er so hohe Schadstoff-Belastungen, dass Heringsdorf seinen Kurort-Status verlieren könnte:

„Dann stellt sich die Frage, ob wir die Marina überhaupt noch brauchen.“

Außenhafen vom Tisch

Mit dem Wiederaufleben des Projekts der Schloonsee-Marina scheinen Pläne für Außenhäfen vor Usedom vom Tisch: Zuletzt in der Diskussion war ein sogenannter Etappenhafen an der Bansiner Seebrücke mit nur wenigen Bootsliegeplätzen. Dieser hätte Seglern vor der ansonsten hafenlosen Außenküste als Zuflucht bei kurzfristig aufziehendem Schlechtwetter sowie bei Havarien dienen können.

Weit fortgeschritten waren Pläne, die Heringsdorfer Seebrücke zu verlängern und mit einem Außenhafen zu versehen; als problematisch und letztlich zu teuer galt jedoch die Infrastruktur — so sollte eine Seilbahn die Versorgung des Hafens vom Land aus sicherstellen. Geplant waren bei dem Projekt 120 bis 130 Liegeplätze.

Von Siegfried Denzel

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