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Usedom Mann verbrannt: War das Opfer obdachlos?
Vorpommern Usedom Mann verbrannt: War das Opfer obdachlos?
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00:00 06.02.2018
Stralsund

Die Spurensuche in Stralsund geht weiter: Nach dem Tod eines bisher unbekannten Mannes, der am Sonntagmorgen in der Nähe eines Parkhauses bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist, will die Polizei jetzt Videoaufnahmen auswerten. Dazu sollen Bilder genutzt werden, die an dem Parkhaus selbst und von einer gegenüberliegenden Spielothek aus aufgenommen worden sind. Es sei aber noch unklar, ob die Kameras durchgehend eingeschaltet waren, sagt die Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Katrin Kleedehn.

Die menschlichen Überreste des Toten seien bereits obduziert worden. Dabei seien Kleedehn zufolge zunächst keine Anzeichen dafür gefunden worden, dass „der Mann beispielsweise mit Spiritus übergossen worden sei“. So wie sich den Ermittlern die Lage bislang darstellt, sei nicht davon auszugehen, dass es zu einer Straftat gekommen, also das Opfer der Flammen von jemandem angezündet worden ist. Der Fundort wurde am Sonntag zusätzlich auf Kampfspuren abgesucht. Es hätten sich laut Polizei keine finden lassen. Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg will ein Gewaltverbrechen aber noch nicht ausschließen. An den Überresten des Mannes habe sich von den Rechtsmedizinern ein Verbrennungsgrad von 90 Prozent nachweisen lassen.

Wer der Tote vom Frankenteich sein könnte, darüber fehlt bislang die letzte Gewissheit. Kleedehn: „Erst eine DNA-Analyse kann zu einer zweifelsfreien Identifizierung der verstorbenen Person führen.“

Diese werde noch mehrere Tage andauern. In den sozialen Online-Netzwerken waren bereits am Sonntag Vermutungen aufgetaucht, dass es sich bei dem Brandopfer um einen obdachlosen Straßenmusiker handeln könnte, der seine Nächte jahrelang in einem Gebüsch neben dem Parkhaus verbracht hat. Der ältere Mann ist mit seiner Gitarre, auf denen er fast ausschließlich Songs von ABBA spielt, oft in den Fußgängerzonen in Stralsund und Greifswald unterwegs.

Sein Lager neben dem Parkhaus am Frankenteich ist einen Tag nach dem grausamen Vorfall verwaist. Lediglich einige alte Feuerreste liegen noch vor dem Gebüsch herum, in das man ungefähr zwei Meter weit wie in eine Höhle hineinkriechen kann. Auf Nachfrage bestätigt Polizeisprecherin Kleedehn, dass die Ermittler am Sonntag dort alles eingesammelt hätten: Schlafsäcke, diversen Unrat und die Gitarre. „Die Sachen haben die Kollegen mitgenommen. Sie werden bei uns wie Asservate behandelt“, sagt Kleedehn. Der Fundort des Toten liegt aber einige Meter von dem Lagerplatz entfernt in einer Senke, die direkt am Teichufer endet.

Auf dem Boden vor dem Schlafplatz sind schwarze Stellen zu erkennen, wo Feuer gebrannt haben müssen. Kleedehn betont, dass die Einsatzkräfte in der Vergangenheit mehrfach dorthin gerufen worden seien, weil es „zu Unfällen mit selbst verursachten Bränden kam“. Zuletzt am Donnerstag vergangener Woche. Am Sonntagmorgen waren die Rettungskräfte zu spät.Benjamin Fischer

OZ

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