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Usedom Meister der Tierfotografie öffnen ihren Fundus
Vorpommern Usedom Meister der Tierfotografie öffnen ihren Fundus
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00:01 26.03.2016

Sie geraten immer noch ins Schwärmen, fachsimpeln aufs Stichwort und wissen die unglaublichsten Geschichten um ihre Fotos zu berichten: Siegfried Trieglaff (88) und Wolfgang Nehls (77). Die Naturliebhaber aus tiefstem Herzen können auf einen riesigen Fundus außergewöhnlicher Fotografien zurückgreifen, Trieglaff spricht von „tausenden Bildern“, die er zu Hause wie einen Schatz hütet. Jetzt stellen beide Herren einen kleinen, aber exquisiten Ausschnitt dieser Arbeiten in der Zinnowitzer „galerie usedomfotos“ von Matthias Gründling der Öffentlichkeit vor. Vernissage ist heute Nachmittag um 17 Uhr.

Gründling sagt: „Wir haben wohl rund sechs Stunden gebraucht, um bei Sieggi Trieglaff die Bildauswahl zu treffen.“ Das zeige, dass der Senior einen guten Überblick über seine immense Fotosammlung habe. Und tatsächlich kann er auf Zuruf seine außergewöhnlichsten Bilder benennen — und sogleich eine Anekdote dazu anfügen: Ob Seeadler, Fuchs oder Reiher. Trieglaff hat vielerorts und nicht selten stundenlang im Versteck gesessen, gefroren und seine Knochen gespürt — bis ihm schließlich der richtige Schnappschuss — übrigens von Jahr zu besser mit modernerer, aber auch teurerer Fototechnik — gelang. Oder eben auch nicht. Glück gehört dazu — das weiß schon jeder Hobbyfotograf.

“Die Natur ist niemals langweilig“

Während Trieglaffs Vorliebe für die Tierfotografie auf seine waidmännischen Ambitionen zurückgeht (schon als Kind nahm ihn der Oberförster mit ins Usedomer Revier), kommt Nehls eigentlich aus dem Naturschutz, ist Ornithologe. Orchideen und andere seltene Pflanzen haben es ihm ebenso angetan wie die heimische Tierwelt, vornehmlich rund um Zinnowitz und auf der Halbinsel Gnitz, und besonders die gefiederte. Ihn fasziniert, wie die Beutelmeise ihr Nest konstruiert, er schwärmt von der vom jeweiligen Licht abhängigen Färbung des Eisvogels. Und er kam über den Kulturbund zu diesem Hobby, dessen schönste Geschichten er noch immer zur Freude von Inselgästen in Vorträgen preisgibt. Den überraschten Vorab-Besucher dieser seltenen Fotoschau beeindruckten besonders der Buntspecht bei der „Fütterung“ (von Nehls) und der sogenannte „Gold-Adler“ von Trieglaff, der übrigens noch immer als Betreuer von Adler-Horsten auf Usedom im Einsatz ist. „Lange in Verstecks sitzen, das kann ich aber auf meine alten Tage nicht mehr“, will er festgehalten wissen. Und denkt dabei an viele Stunden , eingehüllt in drei Hosen und mehrere Jacken, um unbemerkt fotografieren zu können. Ob das langweilig war? „Nie! Die Natur ist so spannend und abwechslungsreich, dass man immer Neues entdecken kann.“

Nehls und Trieglaff werden heute selbst bei der Vernissage dabei sein und sicher gern auch von ihren „Abenteuern“ erzählen. Es lohnt sich, aufmerksam zuzuhören!

Foto-Ausstellung: Vernissage am 26. März um 17 Uhr „galerie usedomfotos“, Zinnowitz, Kirchstraße 4;

Infos: ☎ 0173 / 20 35 446

Von Steffen Adler

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