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Usedom Meisterliches zu dritt
Vorpommern Usedom Meisterliches zu dritt
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00:00 16.10.2017

Das Danish String Quartet hat man in diesem Jahr auf Usedom schon erlebt und wird es als grandiose Kammermusikvereinigung lange im Gedächtnis behalten. Dem am Donnerstag in Heringsdorfs Evangelischer Kirche gastierenden Danish Piano Trio wird es ähnlich ergehen. Erst kürzlich gegründet, besitzt dieses mit künstlerisch bemerkenswerten Individualbiographien gesegnete Ensemble ebenfalls alle Qualitäten hoher internationaler Standards und bot damit für Heringsdorfs Besucher Anlass genug, es für Programm und Darbietung begeistert zu feiern. Etwa für Niels W. Gade und damit für die dänisch romantische „Hausmarke“ schlechthin! Dessen B-Dur-Klaviertrio (1839) erklang allerdings als Mixtur von Original (1. Satz), erst jetzt von Karl Aage auskomponierten Skizzen (2. und 3. Satz) sowie dem von ihm arrangierten Finale der 3. Violinsonate (4. Satz): als Indiz für ungebrochene dänische Gade-Verehrung allen Respektes wert, wenn auch der kompositorische Hochstand des 1. Satzes in den nachfolgenden nur bedingt erreichbar schien.

Ganz original dagegen – und originell – Bent Sørensens „Abgesænge“. Gewidmet dem Danish Piano Trio, hat der übrigens anwesende Komponist vier Stimmungsbilder geschrieben. Es sind „Abschiedsgrüße“

ambivalenter, Sonne, Mond und Nacht einbeziehender Art, und das in eigenwilliger Mischung von vertraut tonalen wie tonal freien Klängen, jeweils abschnittsweise strukturierten Abfolgen und meist wehmütig verhaltener, lamentoser Tönung. Individuelle Befindlichkeiten werden subtil „gemalt“ und klanglich sensibel heraufbeschworen – eine erkennbar auch Liedhaftem verbundene Musiksprache von meist zurückhaltendem, wehmütig lyrischem und poetischem Reiz.

Verbindet man – rückschauend - solche Haltung mit der Intensität, Energie und Kraftfülle klassisch-romantischen Komponierens, dann wäre man bei Brahms. Auch für sein C-Dur-Trio op. 87 fand das Ensemble jenen Musizierstil, der die gedanklich-strukturellen Grundlagen des Werkes als Demonstration kompositorischer Kunstfertigkeit mit der Faszinationskraft so durchdachten wie unmittelbar mitreißenden Spiels verband. Ein starker Abend!

Ekkehard Ochs

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