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Metallrestaurator Hofmann: Hab’ immer nur einen Versuch

Wolgast/Peenemünde Metallrestaurator Hofmann: Hab’ immer nur einen Versuch

Der Fachmann aus Karlshagen beging gestern sein 25-jähriges Berufsjubiläum

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Das Projekt zur Restaurierung der Sarkophage der Herzöge von Pommern-Wolgast sorgte europaweit für Aufsehen. FOTOS (3): TOM SCHRÖTER

Wolgast/Peenemünde. Wertvolles Kulturgut aus allen Zeitepochen ist bei Wolfgang Hofmann in guten Händen. Seit 25 Jahren arbeitet der Karlshagener als freiberuflicher Metallrestaurator. Seither hat er zahlreiche kulturhistorische Objekte in Vorpommern und darüber hinaus restauriert. Der zu DDR-Zeiten angeschwollene allgemeine Sanierungsstau an metallenem Zierrat aus der Vorzeit bescherte dem versierten Fachmann eine Menge Arbeit (Siehe: Info-Kasten).

OZ-Bild

Der Fachmann aus Karlshagen beging gestern sein 25-jähriges Berufsjubiläum

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„Fast immer handelte es sich dabei um Aufträge von Gemeinden, Kirchen oder Museen“, berichtet der 68-Jährige. „Und immer geht es um Restaurierung, nicht um Wiederherstellung. Es geht vorrangig um Konservierung und darum, die mir anvertrauten Gegenstände in ihrem überlieferten Zustand zu erhalten und deren weiteren Verfall aufzuhalten – und das nach allen Regeln der Kunst und allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.“ Arbeitsmittel sind für die verschiedenen Techniken heute ausreichend vorhanden. Allerdings gibt es nur wenige Experten, die diese optimal einzusetzen verstehen. Hofmann, am 28. August 1948 in Wismar geboren, zeigte von Kindheit an Interesse am Umgang mit Metall sowie an der Pflege und am Erhalt historischer Arbeitstechniken. Während und nach der Lehre als Schlosser vertiefte er seine Fertigkeiten. Mit dem Eisenschnitt, dem Tauschieren und dem Ätzen von Metalloberflächen war er bald bestens vertraut. Ein Ingenieurstudium für Flugzeugtechnik schärfte sein Verständnis für technische Abläufe, was ihm stets gute Dienste leistete.

Zunächst schlug Hofmann eine militärische Laufbahn ein, war – zuletzt im Dienstgrad eines Majors – bei der Luftwaffe in Peenemünde im technischen Dienst tätig. Sein 25-jähriges Dienstjubiläum fiel nahezu mit dem Ende der DDR zusammen, so dass der Insulaner gemäß seiner eigenen Planung seiner eigentlichen Berufung folgte. Seit 1991 ist er selbstständiger Handwerker. In der Akademie des Handwerks auf Schloss Raesfeld im Münsterland ließ er sich zum Restaurator im Handwerk ausbilden.

„Als erste Arbeiten fertigte ich damals Jagdmesser, das war mein Einstieg“, berichtet der Insulaner. „Mein erster Großauftrag kam von der Handwerkskammer Greifswald und beinhaltete die Anfertigung von 15 Zunftzeichen für verschiedene Handwerker der Stadt.“ Dass es in Karlshagen einen versierten Spezialisten für das Aufarbeiten von vom Verfall bedrohter metallener Kulturgüter gibt, sprach sich schnell herum. Bald jagte ein Auftrag den nächsten.

Zunächst betrieb Hofmann im Keller des heimischen Wohnblocks in der Straße der Freundschaft seine Werkstatt. 1996/1997 zog diese nach Wolgast in ein Nebengebäude des Runge-Hauses um und 2013 schließlich verlegte er seine Wirkungsstätte komplett in das Historisch-Technische Museum Peenemünde, wo sich schon seit 1998 seine Zweigstelle befand. Die Arbeitsstätte beherbergt einen Gerätepark und Werkzeuge, die praktisch alle notwendigen Arbeitsgänge des Metallrestaurators ermöglichen – Gießen, Fräsen, Drehen, Bohren, Gravieren, Ziselieren, Tauschieren, Emaillieren usw. Von 1997 bis 2012 arbeitete er mit Ehefrau Brigitte zusammen.

„Bei meiner Arbeit kooperiere ich eng mit den zuständigen Denkmalbehörden. Und ich beginne erst, wenn ich einen genauen Plan habe“, sagt Hofmann. „Ich muss im Vorfeld alles präzise bedenken. Denn:

Ich habe immer nur einen Versuch, ansonsten ist das Kulturgut kaputt.“ Die Projekte zur Restaurierung der Sarkophage der Pommerschen Greifen in der Wolgaster St. Petri-Kirche und zur Restaurierung der Bekohlungsanlagen des früheren Kraftwerkes Peenemünde sorgten sogar auf europäischer Ebene für Aufsehen und wurden jeweils mit dem Europa Nostra Award ausgezeichnet.

Tom Schröter

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