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Usedom Millionen-Projekt: Land baut Vineta-Stadt vor Zinnowitz nach
Vorpommern Usedom Millionen-Projekt: Land baut Vineta-Stadt vor Zinnowitz nach
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11:29 01.04.2016
So stellen sich die Planer aus Dubai die Unterwasserstadt vor Zinnowitz auf Usedom vor. Animation: Under Water Contructions Ltd.

Sensation in der Gemeinde Zinnowitz: Wie aus heiterem Himmel kommt ein unverhoffter Geldsegen aus dem Land auf die Kommune zu. Wie Verwaltungsleiterin Kerstin Teske auf OZ-Nachfrage bestätigt, soll noch heute ein Fördermittelbescheid in Höhe von 43 Millionen Euro ins Haus flattern. Der edle Spender des Schecks ist das Kulturministerium des Landes — unterschrieben von Minister Mathias Bordkorb (SPD) persönlich. Das Geld soll in ein weltweit noch nie dagewesenes Projekt investiert werden. Direkt an der Zinnowitzer Seebrücke, auf dem Grund der Ostsee, soll auf rund zwei Hektar die versunkene Stadt „Vineta“ zum Leben erweckt werden — unter Wasser versteht sich. Mit Einkaufsmöglichkeiten, einer Promenade und exklusiven Ferienwohnungen.

Kultusministerium fördert das Vorhaben mit 43 Millionen Euro / Besucher der Tauchgondel genießen Blick auf die Stadt / Baustart: September 2016

Neue Dimensionen

43 Millionen Euro investiert das Kultusministerium in die Stadt Vineta.

Die Firma „Under Water Contructions Ltd.“ aus Dubai übernimmt die Realisierung der Stadt. Sie gestaltete auch die Palmeninsel in der bekannten Wüstenmetropole.

Die Dächer der Stadt sollen nur einen Meter unter der Wasseroberfläche zu sehen sein. „In dem Brief vom Ministerium steht, dass die Dächer vergoldet und die Straßen versilbert werden. Scheinbar ist jetzt wieder Geld da“, sagt Kerstin Teske und reibt sich verdutzt die Augen.

Bürgermeister Peter Usemann, bekennender Theaterfreund und Liebhaber zeitgenössischer Kunst, freute sich als erste Reaktion am Telefon über den Bescheid. „Na super. Jetzt brauchen wir nur noch mehr Jungfrauen“, sagt er. Wie bitte?! Er korrigiert sich: „Ich meinte Meerjungfrauen, die dort unter Wasser schwimmen“, erklärt er. Der Ausbau des Möskenweges und die Renovierung ruinöser Häuser rückt mit dem Bau der versunkenen Stadt um viele Jahre nach hinten. „Man muss nun Prioritäten setzen“, betont er.

Eröffnung ist für Sommer 2018 geplant. „Vineta wird ein Ortsteil von Zinnowitz. Wir haben dann das Oberdorf, das Unterdorf und mit Vineta das Unter-Unterdorf“, erklärt das Gemeindeoberhaupt.

Bei der Vorpommerschen Landesbühne bereitet man sich indes auf die neue Attraktion schon vor. „Die Eleven üben in der Ostseetherme das Tauchen ohne Sauerstoffgerät. Die bisherige Bestmarke liegt bei fünf Minuten. Unser Ziel sind 20 Minuten“, sagt Intendant Wolfgang Bordel, der seine Männer und Frauen auf die Stadt einschwört.

Der Theater-Chef plant in der Unterwasserstadt tägliche Vorstellungen in der Urlaubs-Saison. „Auf der bisherigen Bühne findet nichts mehr statt. Die Zuschauer genießen den besten Blick aus der Tauchgondel. Sie können sich den Tauchanzug jedoch selbst ausleihen und ins Wasser steigen“, sagt der Intendant.

Zinnowitz‘ Kurdirektorin Monika Schillinger ist außer sich vor Freude und strahlt den ganzen Tag. Sie denkt bereits jetzt an die internationalen Auswirkungen dieser Unterwasser-Stadt. „Wir Zinnowitzer können zeigen, dass es die versunkene Stadt Vineta wirklich gegeben hat“, sagt sie. Die täglichen Ortsführungen werden nach Abschluss der Bauphase optimiert. „Wir bieten dann Führungen mit kleinen U-Booten an. Wer nicht einsteigt, sollte sich rutschfeste Schuhe für die Wanderung mitbringen. Und ein Handtuch zum Abtrocknen“, erklärt sie.

Von Hannes Ewert

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