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Misstöne nach Strandfestival: Zoff um Finanzen und Lautstärke

Ahlbeck Misstöne nach Strandfestival: Zoff um Finanzen und Lautstärke

Beim „Baltic Spring Break“ am Ahlbecker Strand feierten am Wochenende Tausende/ Abgeordneter hält Gemeindezuschuss für rechtswidrig / Beschwerden aus Swinemünde

Ahlbeck. Das Musikfestival „Baltic Spring Break“ am Ahlbecker Grenzstrand sorgt im Nachhinein für Misstöne. Bei der Polizei sind am Wochenende zahlreiche Beschwerden eingegangen. Vor allem Bürger aus Swinemünde hätten sich über die Lautstärke geärgert. Polizeirevierleiter Bernd Nabert bestätigte die aufgeregten Anrufe; es habe auch über die gemeinsame deutsch-polnische Zentrale ein entsprechendes Begehren gegeben. Er habe mitten in der Nacht vom Grenzstreifen Swinemünde aus den Lärmpegel gemessen. „Und das war tatsächlich heftig.“ Der Veranstalter hätte jedoch umgehend reagiert und die Lautstärke reduziert. „Der Wind war ungünstig“, sagt Nabert weiter.

Von Donnerstag bis Sonntag feierten rund 5000 Besucher am Strand unter dem Motto „Beach – Beats – Bass“. Mit der Party am Wochenende muss sich allerdings nun auch die Kommunalaufsicht des Landkreises Vorpommern-Greifswald beschäftigen. Dabei geht es um einen vom Eigenbetrieb Kaiserbäder eingeräumten, möglichen Zuschuss für die Veranstaltung. Dem Veranstalter des Baltic Spring Break, der Firma Ehlert Events, wird per Gemeindevertreterbeschluss ein Defizitausgleich von maximal 20 000 Euro gewährt, wie Kurdirektor Thomas Heilmann auf Nachfrage bestätigte.

Gemeindevertreter Frank Lettner (BI) hat erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Beschlusses, denn „hier sollen öffentliche Mittel für reine Privatgeschäfte aufgewendet werden“, heißt es in seinem Schreiben, das der OZ und der Kommunalaufsicht des Kreises vorliegen. Die Begründung, dass auch andere Aktivitäten, wie das Musikfestival oder das Kleinkunstfestival, unterstützt werden, ist für Lettner nicht vergleichbar. „Dabei wird übersehen, dass diese Festivals durch Vereine auf rein ehrenamtlicher Basis durchgeführt werden und es eben anders als beim Baltic Spring Break ist, wo es sich um ein rein privatrechtliches gewinnorientiertes Geschäftsmodell handelt“, so der Abgeordnete, der noch einen Schritt weiter geht: „Würde man diese Begründung weiterführen, dann wären sämtliche privat geführten Veranstaltungen berechtigt, ebenfalls öffentliche Mittel zu beantragen.“

Kurdirektor Thomas Heilmann sieht das nicht so. „Gezahlt wird nur, wenn er uns den Verlust auch nachweist.“ Heilmann steht hinter dem Beschluss: „Wir brauchen solche Veranstaltungen, um auch ein anderes Kundenklientel zu bedienen. Dieses Wochenende gehört nun mal den jungen Leuten. Mit Lesungen oder Konzerte in den Kurmuscheln sind die kaum noch zu erreichen“, verteidigt der Kurdirektor die Party am Ahlbecker Grenzstrand.

Und verweist in dem Zusammenhang auf einen Beschluss im Eigenbetriebsausschuss zur Abdeckung des Defizites. „Meines Wissens nach sitzt Herr Lettner in diesem Ausschuss“, so Heilmann weiter.

Mehrheitlich habe sich der Eigenbetriebsausschuss für die Unterstützung ausgesprochen.

Veranstalter Chris Ehlert versteht die Aufregung nicht. „Ich werde das Geld gar nicht benötigen. Wir nehmen es nur in Anspruch, wenn die Veranstaltung ausgefallen wäre. Wir sind zufrieden mit der Party. Von Beschwerden über die Lautstärke habe ich auf deutscher Seite nichts gehört“, so Ehlert auf Nachfrage.

Lettner führt indessen ein weiteres Argument ins Feld: „Das Argument mit zusätzlichen Gästen überzeugt mich nicht. Auf Nachfrage, ob in dem Bereich auch eine Kontrolle der Kurkarten erfolgen wird, ist vom Kurdirektor mitgeteilt worden, dass dies nicht stattfinden wird“, so Lettner, der das Ganze mit „Geschmäckle“ beschreibt. „Der Vater des Veranstalters ist in der Gemeindevertretung und gehört der selben Partei wie die Verwaltungsspitze an“, heißt es in Lettners Schreiben.

Auf Nachfrage hat Christoph Krohn vom Rechtsamt des Landkreises den Eingang des Hinweises von Lettner bestätigt. „Wir werden die Gemeinde nun um eine Stellungnahme bitten und die Kopien der Zuwendungsakte anfordern. Danach wird der Beschluss geprüft.“

Henrik Nitzsche und Steffen Adler

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