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Mit 16 Jahren schon das Abi in der Tasche

Heringsdorf Mit 16 Jahren schon das Abi in der Tasche

Alexander Carsten Schiela wurde mit fünf Jahren eingeschult, übersprang die vierte Klasse und will jetzt Jura studieren.

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Rezeptionist auf Zeit: Alexander Carsten Schiela (16) überbrückt die Ferien bis zum Studium im Hotel seiner Eltern.

Quelle: Angelika Gutsche

Heringsdorf. Alexander Carsten Schiela (16) findet selbst nicht sonderlich spannend, dass er mit nur 16 Jahren schon sein Abi in der Tasche hat. An seiner Schule, dem Internatsgymnasium in Torgelow, ist er nicht einmal der jüngste Abiturient. Eine seiner Mitschülerinnen sei sogar erst 15, sagt der Heringsdorfer wie zur Entschuldigung, dass seine Eltern so stolz auf ihn sind.

Dabei verlief Alexanders Kindheit alles andere als gewöhnlich. Im Kindergarten begann er sich bald zu langweilen, so dass er mit fünf Jahren eingeschult wurde. Wie sich später zeigte, war das trotz der Bedenken einiger Erzieherinnen nicht zu früh. Zwar bekam er nicht nur Einsen, doch mit den Älteren mitzuhalten, bereitete ihm wenig Mühe. Und das, obwohl er in der Freizeit selten für die Schule lernte.

Vor allem seine Grundschuldirektorin hatte offenbar sein Leistungspotenzial entdeckt. Sybille Stark sorgte dafür, dass er gefördert wurde, schon in der dritten Klasse häufig im Unterricht der vierten Klassen saß. Das Ergebnis: Alexander übersprang die Vierte. Eine Leistungsstanderhebung in Allgemeinbildung und Intelligenz hatte den Ausschlag dafür gegeben. Um den Jungen nicht unter Druck zu setzen, handelten seine Eltern eine dreiwöchige Hospitation in der fünften Klasse des Heringsdorfer Maxim-Gorki-Gymnasium aus, die den Ausschlag für seine Entscheidung geben sollte. Alexander sparte ein zweites Jahr seiner Schullaufbahn.

Dass seine Mitschüler zwei Jahre älter waren, sei kein Problem gewesen, erzählt er betont unaufgeregt. Auch das Interesse der Lehrerschaft für einen zwei Jahre jüngeren Schüler sei nichts Besonderes gewesen. „Manche haben sich für mich interessiert, für andere war ich kein Thema“, gibt er seine Empfindungen wieder. Die Eltern fühlten ihren Sohn dennoch nicht am rechten Platz. „Uns reichte die Förderung nicht aus. Wir dachten, da geht noch mehr“, sagt Mutter Dorota Schiela. Alexander hatte die Hälfte der siebten Klasse hinter sich gebracht, als seine Eltern nach einer Schule mit noch mehr Förderung Ausschau hielten. Das private Internatsgymnasium in Torgelow gefiel dem sportlichen Jungen sofort. „Die ganze Campusanlage, über 70 Arbeitsgemeinschaften und vor allem die vielen verschiedenen Möglichkeiten Sport zu treiben, haben mich sofort überzeugt“, erinnert er sich. Auf einmal konnte es ihm mit dem Schulwechsel nicht schnell genug gehen. Volleyball, Fußball, Badminton, Basketball, Golfen — Alexander hat inzwischen alles ausprobiert. Seit 2008 geht er in Torgelow zur Schule. „In der neunten Klasse waren wir sogar für ein Vierteljahr an der Internatsschule in Kingham nach Oxford“, erzählt er. Zuweilen hat er bis heute Kontakt zu einigen Schülern dort. Obwohl die Bindung an Eltern und Schwestern eng ist, verbrachte er seit der zehnten Klasse auch häufig die Wochenenden im Internat. Seine jüngere Schwester Constanze (15) ist ihm gefolgt. Die 13-jährige Victoria hingegen, fühlt sich auf der Ahlbecker Schule am rechten Platz.

Das Umfeld der Schule in Torgelow spornte an. In der neunten Klasse war Alexander Bester im Englisch-Landeswettbewerb in MV. Und das Lernen fiel ihm noch immer recht leicht. „Nur in der letzten Zeit vor dem Abi musste ich büffeln“, sagt der Heringsdorfer. Das Ergebnis: Unter seinem Abi-Zeugnis steht eine 1,3.

Gerade trifft man Alexander im Gästehaus seiner Eltern im Heringsdorfer Dünenweg an der Rezeption. Seine Eltern denken, dass ihm die Arbeit gut tut. Alexanders Begeisterung hält sich in Grenzen, Gegenüber Gästen und Besuchern ist er freundlich. „Eigentlich macht das hier Spaß, bis zum Studium jedenfalls.“ Im August erfährt der 16-Jährige, wie es weitergeht. In Berlin, wo seine Oma lebt, hat er sich für ein Jurastudium beworben. Die erste Zeit wird er bei ihr wohnen. „Die erste Zeit!“, betont er.

Erst für das Abitur musste ich richtig lernen.“Alexander Carsten Schiela (16)

 

 

Angelika Gutsche

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