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Usedom Mit 28 Hohendorfern fing alles an
Vorpommern Usedom Mit 28 Hohendorfern fing alles an
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00:10 13.02.2017
Mit vielen Gästen feierten die Brandschützer aus Hohendorf das 90-jährige Bestehen ihrer freiwilligen Feuerwehr. Quelle: Fotos: Dietrich Butenschön

Es gibt, wenn überhaupt, nur noch sehr wenige Hohendorfer oder Einwohner der benachbarten Orte, die sich bewusst an den 3. Juli 1931 erinnern. An diesem Tag brach über den Ort eine Katastrophe herein, die am Ende für 32 Familien den totalen Verlust von Hab und Gut, letztlich die Obdachlosigkeit mit sich brachte. In einer Scheune in der Nähe der Kirche war ein Feuer entstanden, das sich an diesem heißen sowie windigen Sommertag rasend schnell ausbreitete und eine Vielzahl von Gehöften vernichtete. Das konnte auch die kaum fünf Jahre zuvor ins Leben gerufene Freiwillige Feuerwehr Hohendorf nicht verhindern, auch wenn sie von Brandschützern unterstützt wurde, die sogar aus Greifswald angerückt waren.

Am Wochenende feierte die Wehr ihr 90-Jähriges Bestehen mit Freunden und Mitgliedern

An dieses Ereignis erinnerte Ortswehrführer Mirko Keller, als er am Sonnabend während einer Festveranstaltung in der Hohendorfer Gaststätte „Neue Heimat“ anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Wehr die wichtigsten Etappen dieser neun Jahrzehnte Revue passieren ließ.

28 Hohendorfer waren es am 6. Februar 1927, die unter der Leitung von Wilhelm Baresel die Feuerwehr gründeten. Auch wenn zur Bewältigung der Folgen des Weltkrieges jede Mark gebraucht wurde, legten viele Einwohner zusammen, um eine Handdruckspritze als notwendigste Ausrüstung zu kaufen. Für die Bespannung im Ernstfall sorgte der Bauer, der mit seinen Pferden am schnellsten am Gerätehaus war. Acht bis zehn Mann waren nötig, um die Spritze zu bedienen. Erst 1942 konnte die erste Motorspritze angeschafft werden, deren Maschinist Wilhelm Becker war, der bis 1945 die Wehr führte. In dieser Funktion folgten ihm Richard Thiede, Walter Jaddatz, Willi Pens, Rudi Kretschmer, Herbert Bendt, Klaus Blum, Günther Dübner und Klaus Kuczmann. Heute steht Mirko Keller als Ortswehrführer an der Spitze der 27 Mitglieder.

Er und einer seiner Vorgänger im Amt, Klaus Blum, erinnerten an weitere Bewährungsproben der Wehr, so an den weitgehend in Eigenleistungen erfolgten Bau eines neuen Gerätehauses 1966/67, an die schwere Überschwemmung durch den Bruch eines Dammes eines der Mühlenteiche oder mehrere Großbrände in der Gemeinde Hohendorf, in Zemitz oder in Wolgast. Immer habe die Hohendorfer Wehr eng mit den Nachbarwehren zusammengewirkt. Und so sei es mit der Fusion zwischen der Gemeinde Hohendorf und der Stadt Wolgast am 1. Januar 2012 nur folgerichtig gewesen, eine Gemeindefeuerwehr zu gründen, zu der heute die Hohendorfer Ortswehr als fester Bestandteil gehört.

Mehr als die Hälfte der Zeit, die die Feuerwehr besteht, haben vier Personen deren Entwicklung mitgeprägt, die am Sonnabend für 50 Jahre treue Dienste ausgezeichnet wurden: Bärbel Haeger, Silvia Schumacher, Adolf Ratz und Werner Wiczinski. Ihnen galten auch der Dank und die Glückwünsche der Vertreter der Hohendorfer Vereine, der Ortsteilvertretung und der Feuerwehren aus Wolgast, Lassan, Zemitz und Sauzin, aber auch von Mario Winkler aus dem Ordnungsamt der Kreisverwaltung.

Dietrich Butenschön

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