Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Mit 90 läuft der Motor noch immer

Karlshagen Mit 90 läuft der Motor noch immer

Irene Raether, Urgestein der Sozialdemokraten, feiert heute in Karlshagen ihren runden Geburtstag

Voriger Artikel
Es geht wieder an den Strand!
Nächster Artikel
Schönster Strand der OZ-Leser gesucht

Energiebündel und eingefleischte Sozialdemokratin: Irene Raether feiert heute in Karlshagen ihren 90. Geburtstag.

Quelle: Henrik Nitzsche

Karlshagen. Mit ihr hätte der Inselnorden eine große Gemeinde — Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Mölschow unter der Regierung eines hauptamtlichen Bürgermeisters.

Sie braucht einfach den Kontakt zu jungen Leuten.

Sie muss etwas tun, was den Motor am Laufen hält.“Gabriele Raether-Riesopp (59),

Tochter der heutigen Jubilarin

Doch als 2003 der damalige Innenminister Gottfried Timm (SPD) für Fusionen von Kommunen warb, fand Irene Raether mit ihrem Vorstoß, aus dem Amt gleich eine Gemeinde zu machen, keine Mehrheit. Ja, mit der Oppositionsrolle kennt sich die eingefleischte Sozialdemokratin aus. Doch ist sie niemals müde geworden, für ihre politischen Grundsätze zu kämpfen. Ihre energische Stimme fehlte bei kaum einer politischen Debatte.

Heute feiert Irene Raether ihren 90. Geburtstag. Doch „fertig“ hat sie noch lange nicht. Kaffeetrinken und Plauschen sind nicht ihr Ding. „Sie braucht den Kontakt zu jungen Leuten, sie muss etwas tun, was den Motor am Laufen hält“, sagt Tochter Gabriele Raether-Riesopp über ihre Mutter. Und die kann man getrost noch immer als Energiebündel bezeichnen. Viermal in der Woche fährt Irene Raether mit ihrem kleinen VW von Karlshagen nach Swinemünde. In der Schule Nr.4 in der polnischen Nachbarstadt hilft sie beim Deutschunterricht — 16 Stunden in der Woche. Dazu kommen viele persönliche Kontakte nach Swinemünde. „Mit 75 Jahren hat sie wieder angefangen zu unterrichten“, betont ihre Tochter.

Irene Raether stammt aus einer Pädagogenfamilie. Sie war Lehrerin der ländlichen Hauswirtschaft in Elmshorn, Technische Lehrkraft an einer Volksschule und zuletzt am Berufsschulzentrum Rotenburg (Niedersachsen). 1983 ging sie in Rente. Mitte der 90er Jahre zog sie mit ihrem Mann Wolfgang nach Karlshagen.

Und hier könnte getrost eine neue Folge der Reihe „Rentner haben niemals Zeit“ mit Irene Raether in der Hauptrolle gedreht werden. Die SPD-Frau kennt man mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus.

Viele Jahre mischte sie im Karlshagener Gemeinderat mit. Die vierfache Mutter steht auch für ihr soziales Engagement.

In der Bürgerinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin“ zählte sie zu den Mitbegründern. „Das war eine aufregende Zeit“, erinnert sie sich an den aufreibenden Kampf gegen die geplante Industrieansiedlung. Sie musste sich damals auch gegen ihre Parteikollegen von der Landesregierung stellen. „Harald Ringstorff rief mich damals an und holte seinen Naturwissenschaftler heraus.

Überzeugen konnte er mich nicht. Er bat mich dann, das Ding nicht zu groß werden zu lassen“, erinnert sich Irene Raether an ein Telefon mit dem damaligen Ministerpräsidenten. Das Ding wurde groß: Die Bürgerinitiative war erfolgreich, Dong Energy verzichtete auf das Großprojekt — Schlappe für das Land. Und die Karlshagenerin hatte ihren Anteil daran — Parteiräson hin oder her. „Es ging damals um die Sache.“

So wie auch beim geplanten Parkplatz in der Karlshagener Dünenstraße. „400 Autos sollten dort stehen. Ich habe mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Parkplatz nicht kommt“, sagt Irene Raether, die in ihrer Partei keine politischen Vorbilder hat. Während der Ära von Willy Brandt trat sie 1960 in die SPD ein. Ihr Mann war damals aktiv im Stadtrat und Kreistag. In Karlshagen betrat dann auch seine Frau die kommunalpolitische Bühne. Und brachte mit ihren Ansichten, wie sie heute sagt, so manches mal die ganze Gemeindevertretung gegen sich auf. Noch immer beobachtet sie das politische Geschäft an der Basis — „ich bin zufrieden, wie es gegenwärtig in der Gemeinde läuft“, so die Seniorin. Heute darf die Kommunalpolitik ruhig mal eine Pause machen — da wird nur gefeiert.

Herzlichen Glückwunsch!

Von Henrik Nitzsche

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Usedom
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.