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„Mit Herz, Verstand und großem Ehrgeiz“

„Mit Herz, Verstand und großem Ehrgeiz“

Der erfolgreiche Box-Trainer Ulli Wegner (74) im Gespräch über Olympia, seine Schützlinge und sein Credo

OSTSEE-ZEITUNG: Schön, Sie wieder einmal auf der Insel zu sehen. Sind Sie als Urlauber da?

 

OZ-Bild

Ulli Wegner (74) beim Gespräch in Zinnowitz. Usedom mag er als Tranings- und Urlaubsort.

Quelle: sta

Ulli Wegner: Ja, mit meiner Frau Margret. Meist war ich ja sonst zum Training hier. Jetzt lassen wir es mal ruhig angehen.

OZ: Da hatten Sie vielleicht auch ein bisschen Zeit, Boxen in Rio am Fernseher zu verfolgen. Wie fällt Ihr Eindruck aus?

Wegner: Ja, ich hab’ etwas davon gesehen, aber nicht alle Kämpfe. Ich glaube, wir haben in Deutschland etliche Jungs mit ganz viel Mut und Herz. Die müssen nur klug geführt werden, dann kann was aus ihnen werden.

OZ: Ja, aber es gab nur eine einzige Bronzemedaille ...

Wegner: Das stimmt. Aber manche Urteile waren sehr knapp. Und beim Boxen ist ja manches Ergebnis subjektiv. Deshalb brauchen wir auch starke deutsche Vertreter in den entscheidenden Gremien.

Das nutzt dem deutschen Boxsport insgesamt. Übrigens gibt es ja immer wieder katastrophale Urteile, auch bei Olympia.

OZ: Sehen Sie unsere Amateurboxer ausreichend motiviert?

Wegner: Ich glaube schon, die wollen alle gewinnen. Aber ich denke, sie sollten finanziell für einen Olympiasieg auch stärker prämiert werden als jetzt mit 20 000 Euro.

OZ; Sie haben gerade auf Mallorca Schützlinge gecoacht. Was steckt dahinter?

Wegner: Das mache ich jedes Jahr eine Woche lang, mit Sven Ottke. Da bringen wir sportlich Interessierten das Einmaleins des Boxens bei. Das macht riesigen Spaß. Es geht auch um Fitness.

OZ: Wie sieht Ihre eigene Perspektive als Trainer aus? Denken Sie ans Aufhören?

Wegner: Nein, ich werde die Sauerlands nicht hängen lassen, habe ja auch eine Zusage, dort weiter arbeiten zu dürfen. Das Boxen ist mein Leben, diese Arbeit macht mich zufrieden. Aber eines müssen meine Schützlinge auch wissen: Im Boxen gibt es keine Demokratie. Ich gebe vor und sie müssen und dürfen das intelligent umsetzen.

OZ: Wie lauten Ihre weiteren Grundsätze im Boxsport?

Wegner: Egal, welchen Beruf man macht, man muss es mit ganz viel Herz und Verstand machen, mit großem Ehrgeiz. Dann gelingt es. Wer nur Mitläufer sein will, bleibt erfolglos. Wer im Leistungssport voran kommen will, braucht absoluten Siegeswillen.

OZ: Wer sind aktuell Ihre Schützlinge und wie ist deren Verfassung?

Wegner: Das sind drei: Jack Culcai, der WBA-Weltmeister, ein Junge mit phantastischem Potenzial. Dann Kubrat Pulev, bulgarischer Schwergewichts-Europameister, und Arthur Abraham natürlich.

Wenn Sie so wollen, also dreimal Weltspitze. Sie trainieren übrigens alle schon wieder.

OZ: Aber Sie urlauben hier an der Ostsee...

Wegner: Ja, aber ich habe beim Sauerland-Stall in Berlin einen super Assistenztrainer. Georg Bramowski macht einen exzellenten Job, trainiert mit den Jungs schon wieder. Wir haben täglich Kontakt, tauschen uns aus. Ich bin damit bestens informiert. Das läuft super.

OZ: Werden wir Sie auch 2017 wieder in der Ringecke sehen?

Wegner: Das hängt vor allem davon ab, ob wir von Sat 1 einen neuen Vertrag bekommen. Das hoffe ich ganz stark. Bis Jahresende gilt der jetzige noch.

Interview: Steffen Adler

OZ

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Der 1947 in Barth geborene Helmut Losch war für Motor Stralsund zweimal bei Olympia: 1972 in München belegte er im Schwergewicht Platz 4. 1976 klappte es in Montreal im Superschwergewicht mit Bronze. Er starb 2005 nach einem Herzinfarkt.

Helmut Losch, Jürgen Heuser, Andreas Behm und Mario Kalinke aus der Kaderschmiede von BSG Motor und TSV 1860 einst auf der olympischen Heberbühne erfolgreich

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