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Usedom Mit dem Fahrrad nach Usedom und zurück
Vorpommern Usedom Mit dem Fahrrad nach Usedom und zurück
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17:49 30.08.2018
Carien van Voorthuijsen (li.) und Cune Dessing aus Holland besichtigen die Wolgaster Klappbrücke. Quelle: Klaus Amberger
Wolgast

Lubmin ist ja immer noch so etwas wie ein Fast-Geheimtipp: Strand, Seebrücke, touristisch noch nicht totgestylt. Und die Tageskarte für einen Parkplatz liegt preislich noch im schmerzfreien Bereich. Also: Im Seebad anhalten, Fahrrad schnappen und ab auf den Fahrradweg an der Landstraße Richtung Freest! Bald ist man am ehemaligen Kernkraftwerk Lubmin. Dort gibt es die Möglichkeit, eine Druckwasserreaktor-Anlage im Block 6 kostenfrei zu besichtigen. 10000 Gäste tun dies pro Jahr. Eine kleine Ausstellung im Infozentrum am Haupteingang gibt erste Einblicke.

Kernkraftwerk, Heeresversuchsanstalt, kleine Häfen: Mit dem Rad geht es über Wolgast auf die Sonneninsel. Am Wegesrand warten Technik und Geschichte.

„Apollo I“ bringt Radfahrer über den Strom

Nur ein paar Kurven auf dem Radweg weiter liegt Spandowerhagen. In dem Dorf steht ein „Kanuhof“. Von der Spandowerhagener Wieck kann man in den Peenestrom paddeln.Der Fahrradweg, teilweise sorgen hier Wurzeln für Aufwerfungen des Asphalts, führt weiter nach Freest. Am Ortseingang steht das Heimatmuseum. Gut acht Kilometer sind absolviert.

Am Hafen wird schnell deutlich, warum der Ort als Fischerdorf bezeichnet wird: Viele Fischkutter haben hier ihre Liegeplätze. Regelmäßig legt an der Pier die 200 PS starke „Apollo I“ an – das kleine Fährschiff bringt stündlich Radfahrer und Gäste über den bis zu acht Meter tiefen Strom nach Peenemünde. 20 Minuten dauert die Reise mit Schiffsführer Maik Seliger. „Ich nehme viele Fahrradtouristen mit“, berichtet er. „Und ich muss mich oft fotografieren lassen – kein Problem“, sagt Seliger lächelnd. Im Hafen von Peenemünde zieht er eine Extra-Runde und erklärt kurz den Passagieren, was an diesem Ort früher so los war und was sie sich anschauen können: Museen gibt es reichlich. Ebenso ein U-Boot.

Kaffee-Schnack: Anekdoten aus dem Sperrgebiet

Axel Dietrich weiß noch, wie es in Peenemünde aussah, als es Sperrgebiet war. Der ehemalige Kommandant eines NVA-Minensuchers ist Wirt in der „Alten Wache“ am Eingang des Geländes. Der 61-Jährige mit dem weißen zu einem Pferdeschwanz zusammengebundenen Haaren hat als Zeitzeuge viel zu Peenemünde publiziert. Bei einem Kaffee-Schnack kann der gebürtige Bitterfelder ein paar Anekdoten erzählen.

Es geht nun am Peenstrom nach Süden.Auf diesem Weg ist es ruhiger als entlang der Ostsee. Hinterm oder auf dem Deich rollt es sich behaglich vorbei an den gesprengten Bunkeranlagen auf den Peenewiesen bis zum Hafen von Karlshagen. Nun auf einem guten Betonweg Richtung Mölschow rollen, nach einiger Zeit rechts halten, um nach Zecherin zu gelangen.

Matjes-Tartar im warmen Brötchen zur Stärkung

Glücklich derjenige, der jetzt Hunger verspürt. Denn in dem kleinen, verträumten Hafen steht ein Imbiss, der nicht nach altem Pommesfett riecht. Florian Kahnt schnippelt hier frische Mohrrüben, schneidet Zwiebeln, rührt seine Currywurstsoße an, wäscht Fenchel. Dann gibt’s Matjes-Tartar im warmen Brötchen mit Apfel und Zitrone auf die Hand. Boah! Eigentlich möchte man am Imbiss „Waterkahnt“ sitzen bleiben, bis der nächste Hunger kommt. Vielleicht passt dann noch das Kartoffel-Zander-Ragout? Der 30-jährige gelernte Koch meint: „Ich will nicht den üblichen Pampf anbieten, nur, was ich selbst gern esse.“ Touché.

Stippvisite in Wolgast

Bis zur blauen Klappbrücke Wolgast sind es noch drei Kilometer über ein kaum befahrene Straße. Carien van Voorthuijsen und Cune Dessing aus Holland stehen mit ihren Fahrrädern vor dem Bauwerk. „Wir kommen gerade aus Greifswald“, sagt Carien van Voorthuijsen. Bis Berlin wollen sie noch strampeln, aber erst mal nur bis Karlshagen auf der Insel.

Wolgast hat die St.-Petri-Kirche und einen Tierpark. Um Richtung Lubmin zu gelangen, muss der Weg gen Norden am kleinen Zoo vorbei gefunden werden. Bis Kröslin geht es auf einem Radweg voran. Dann hört er plötzlich auf und man ist gezwungen, den Autoverkehr zu behindern. Echt blöde Stelle. Kröslin hat eine große Marina – man kann Schiffe gucken, Kaffee trinken. Am Ortsausgang beginnt wieder ein Radweg. Der bleibt. Bis nach insgesamt 50 Kilometern geradelter Tour Lubmin auftaucht. Seebrücke nicht vergessen!

Klaus Amberger

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