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Usedom Mobbing im Internet: „Die Härte und Bösartigkeit sind neu“
Vorpommern Usedom Mobbing im Internet: „Die Härte und Bösartigkeit sind neu“
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00:00 28.03.2014
Viele Jugendliche schweigen, wenn sie im Internet von Mitschülern angefeindet werden. Quelle: dpa

Nacktfotos, Morddrohungen, bösartige Hetze: Rechtsanwältin Gesa Stückmann weiß, dass viele Jugendliche im Internet nicht nur harmlose Spielchen spielen. Die Rechtsexpertin aus Rostock hat ein kleines Publikum, als sie per Videochat live in der Ostseeschule Ückeritz ihre Erfahrungen teilt. Etwa 20 Eltern zeigen Interesse. Denn auch einige Ostseeschüler mobben im Internet. „Wir stehen am Anfang einer Problematik, die ich als tickende Zeitbombe empfinde“, warnt Schulleiter Peter Biedenweg. Viele Klassensprecher bestätigten in der Vergangenheit dem Direktor die Probleme mit der Hetze in sozialen Netzwerken wie Facebook und Whatsapp.

Gesa Stückmann und Polizeihauptkommissar Mario Tschirn klären die Eltern auf. Was machen ihre Kinder im Internet? Die Rechtsanwältin erzählt von einer Siebtklässlerin aus Rostock, die via Facebook eine Morddrohung erhielt. „Seitdem traute sie sich nicht mehr in die Schule und musste von einem Kinderpsychologen behandelt werden.“ Die Kreativität der Jugendlichen ist groß. Zwei Rostocker entwarfen beispielsweise ein Computerspiel, das einen Mitschüler beim Vollzug sexueller Handlungen zeigte. Stückmann weiß, dass Bilder und Videos im Netz kursieren, die Jugendliche beim Sex zeigen.

Sie weiß, dass einige Jugendliche mit Fotos erpresst werden, die heimlich von ihnen auf der Toilette geschossen wurden. Und sie weiß auch, dass sich die meisten Opfer niemandem anvertrauen.

„Es gab schon immer Außenseiter, über die hergezogen wurde, aber die Härte und Bösartigkeit sind neu“, findet Stückmann. Betretenes Schweigen bei den Eltern. Vor allem die Worte, die die jungen Menschen für ihre Beschimpfungen wählen, schockieren die Mütter und Väter. „Das ist noch Kinderkram. Es geht noch viel schlimmer“, sagt hingegen Polizeihauptkommissar Tschirn.

Gesa Stückmann hat schon viele Abmahnungen an Jugendliche geschickt. Sie müssen sich mit einer Unterschrift verpflichten, bestimmte Aussagen zu unterlassen, sonst ist eine Vertragsstrafe von 10

000 Euro fällig. Eine Maßnahme, die oft Wirkung zeigt. Wer schlimme Beschimpfungen, Verleumdungen oder Drohungen erfährt, kann Schmerzensgeld fordern. „Arzt- und Rechtsanwaltskosten plus Schmerzensgeld, da kommen schnell 5000 Euro zusammen“, rechnet Stückmann vor. Sie rät: Rechtsansprüche unbedingt in Anspruch nehmen und Kinder aufklären. „In der Regel kann bereits ein Zehnjähriger für seine Äußerungen haftbar gemacht und verklagt werden.“

Außerdem sollten Eltern ab und zu einen Blick auf das Facebook-Profil ihrer Sprösslinge werfen. „Mein Sohn muss sein Telefon jeden Abend bei mir abgeben, Kontrolle muss sein“, sagt die Rechtsexpertin. Das wünscht sich auch Schulsozialarbeiterin Petra Reinhardt aus der Ostseeschule. „Lehrer und Eltern müssen zusammen arbeiten, um der Problematik Herr zu werden.“

Medienscout-Ausbildung
Ab sofort können sich Jugendliche ab Klasse acht um eine Ausbildung zum „Medienscout“ bewerben. Sie werden zu Ansprechpartnern für Schüler mit Problemen im Internet.

Die nächste Ausbildung findet vom
25. bis 27. April in Greifswald statt.

Anmeldungen unter:

• Internet:
www.medienscouts-mv.de



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