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Usedom Museumshafen lädt „Greif“ im Winter ein
Vorpommern Usedom Museumshafen lädt „Greif“ im Winter ein
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00:00 02.01.2016
Die „Greif“ im Hafen Ladebow, der aber nicht als Winterquartier geeignet ist. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Im winterlichen Wieck ist es noch einsamer als sonst. Die „Greif“ fehlt, sie musste wegen der Probleme um den Tiefgang im Ryck und in der Sperrwerkdurchfahrt im Rostocker Stadthafen anlegen. Bis März soll das mindestens so sein. Von der groß angekündigten Einbeziehung des Greifswalder Flaggschiffs in den Rostocker Weihnachtsmarkt war in diesem Jahr bei einem OZ-Besuch wenig bis nichts zu merken. Der Liegeplatz an der Warnow liegt zu weit vom Besuchertrubel in Rostock entfernt.

Zum Weihnachtsmarkt 2016 könnte die „Greif“ im Museumshafen liegen, so Dr. Volker Pesch, der Vorsitzende des Greifswalder Museumshafenvereins. „Das ist ein attraktiver Winterliegeplatz.“ Ein Liegeplatz dort würde zu Kostenreduzierungen führen, wirbt Pesch. Im Museumshafen könnte der Hafenmeister kostenlos die Aufsicht übers Schiff anstelle eines zu bezahlenden Besatzungsmitgliedes übernehmen. „Die Idee mit der ,Greif‘ zum Museumshafen zu fahren, ist in der Vergangenheit schon seitens der Stadt an uns herangetragen worden“, so Pesch. Neben der „Weißen Düne“ würde ein zweites größeres Segelschiff im Winter im Museumshafen liegen. Veranstaltungen an Bord seien an dieser Stelle sicher attraktiv, schätzt der Vereinsvorsitzende ein. Einen Liegeplatz in Wieck vorm Sperrwerk hält er im Winter nicht für praktikabel. „Bei starkem Nordost liegt das Schiff dort nicht sicher“

Und wie kommt die „Greif“ durchs Sperrwerk? Mit dem Baufortschritt des Stumflutschutzbauwerks im Frühherbst kam eine unerwartete Tiefgangsbeschränkung auf 3,40 Meter durch das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Die „Greif“ mit einem Tiefgang von 3,60 Meter konnte nicht mehr zu ihrem Liegeplatz am Maritimen Jugenddorf Wieck fahren, musste davor an der Südmole festmachen. Im Herbst kam es noch dicker: Wegen Versandung der Einfahrt in den Ryck musste die „Greif“ nach Ladebow ausweichen. Zwar stehen die Zeichen für eine Baggerung des Ryck gut, da sonst der Bootsbauer Hanseyacht möglicherweise seine Schiffe nicht mehr ausliefern könnte, aber: Der Wasserstand im Ryck schwankt, Hanseyacht geht von 50 Zentimeter aus (die OZ berichtete). Zwar wird die Durchfahrt im Sperrwerk 3,90 Meter tief sein, aber welchen Tiefgang mit Sicherheitstoleranz legt das WSA fest? Für den Vorsitzenden des Fördervereins der „Greif“, Peter Friesenhahn muss eine Festlegung auf 3,40 Meter als Regel kein Hindernis sein, um wieder zum Liegeplatz am Majuwi zu gelangen. Nach vorheriger Messung sollte das in Absprache möglich sein, meint er. Die Fahrt zum Winterliegeplatz Museumshafen scheint so möglich.

Oder bleibt das Schiff in Rostock? Dessen Hafenkapitän Gisbert Ruhnke kann sich das vorstellen. „Das Schiff gehört nach Greifswald. Aber wenn sie fest bei uns liegen soll, würden wir uns darüber freuen. Es ist ein bekanntes und schönes Segelschiff mit Tradition — das passt.“ Nur die Unterhaltung müsse geklärt werden, so Ruhnke. Geld ist ein großes Problem, das die Zukunft des Schiffes mitbestimmt. 300000 Euro Verlust fährt die „Greif“ 2015 ein. Die muss die Stadt Greifswald als Eigentümer übernehmen, nachdem 2014 die Millionenrücklage aus dem Verkauf der Marinetechnikschule in Wieck verbraucht war. Für die Stadtpolitik ist klar: Das Defizit muss deutlich reduziert werden. „Die ,Greif' soll künftig auch Törns ab anderen Städten, wie Rostock oder Stralsund, anbieten“, nennt Friesenhahn einen Weg. Auch im Winter könnten diese Städte eine Option für Liegeplätze sein. „Da ist einiges vorstellbar“. Eine Verlagerung nach Rostock sei derzeit kein Thema. „Die Zukunft wird zeigen, ob sich diese Frage wirklich stellt.“



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