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Usedom Mutter verzweifelt: Grab ihres Sohnes geschändet
Vorpommern Usedom Mutter verzweifelt: Grab ihres Sohnes geschändet
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07:03 27.03.2014
Jana Groebler ist verzweifelt. Immer wieder verschwinden vom Grab ihres verunglückten Sohnes Blumen und Andenken. Fotos (2): Tilo Wallrodt

Diebstähle und Vandalismus sind auf dem Wolgaster Friedhof an der Tagesordnung. Viele Bürger gehen mit einem mulmigen Gefühl zu ihren Hinterbliebenen. Dazu gehört auch Jana Groebler. Die 44-Jährige verlor vor knapp fünf Monaten ihren 22-jährigen Sohn durch einen tragischen Verkehrsunfall. Doch der Gang zum Friedhof fällt ihr neuerdings noch viel schwerer als sonst, denn immer öfter ist das Grab geschändet — mal verschwinden die frischen Blumen, mal die Gestecke, mal die kleinen Andenken.

Jana Groebler ist verzweifelt. „Das Leben unserer Familie wurde durch den Unfall von einer Sekunde auf die andere verändert. Nichts ist mehr wie es war“, sagt sie unter Tränen. Ihr Sohn war an diesem Novembertag auf dem Heimweg von der Arbeit, als er aus unerklärlichen Gründen auf der B 109 bei Ziethen mit einem Straßenbaum kollidierte. Der junge engagierte Feuerwehrmann starb wenig später an der Unfallstelle. Um ihre Trauer zu verarbeiten, besucht sie täglich zweimal das Grab. „Bisher glaubte ich, dass Friedhöfe Orte sind, wo Hinterbliebenen ein ungestörtes Totengedenken ermöglicht wird“, sagt die Wolgasterin. Doch schon kurz nach der Beerdigung ihres Sohnes begannen die Diebstähle. „Zuerst waren Blumen verschwunden“, berichtet sie. Ein Einzelfall, dachte die Familie. Doch in den darauffolgenden Wochen wurden erneut Blumen und Grabschmuck gestohlen. „Selbst unwiederbringliche Erinnerungsstücke wie das Kuscheltier meines Sohnes, das auf dem Grab stand und ihn beschützen soll, wurde mitgenommen“, erzählt die Frau und weint bitterlich. Auch drei weitere Kuscheltiere verschwanden spurlos. „Mein Steffen war ein umgänglicher, beliebter Junge. Seine Arbeit bei der Hohendorfer Feuerwehr hat ihm viel Freude gemacht. Die Diebstähle gelten wohl nicht ihm direkt, denn auf dem Friedhof gibt es weitere Fälle“, sagt sie und zeigt Richtung Gertrudenkapelle.

Gerade erst wurden in der historischen Kapelle die Bleiglasfenster eingeworfen. Der Wolgaster Wolfgang Gerth findet diesen Vandalismus eine riesige Sauerei. Für ihn ist die Ordnung auf dem Friedhof raus. „Auch bei mir wurden schon Gräber, die ich hier pflege, bestohlen. Wir informieren uns mittlerweile telefonisch bei Vorkommnissen“, gibt er betrübt zu verstehen.

Entsetzt ist auch Uwe Quosdorf. Der Vorsitzende vom Verein zur Förderung der Gertrudenkapelle kennt die Probleme auf dem Friedhof, allerdings blieb die Kapelle lange verschont. Der jetzige Angriff sei nach seinen Worten eine Schande und pietätlos.

Familie Groebler hat nach dem jüngsten Vorfall auf dem Grab des Sohnes — Grabschmuck und Kerzen waren zerschlagen, Blumen auseinandergerissen und überall verteilt — Anzeige bei der Polizei erstattet.

„Uns sind die Vorfälle auf dem historischen Friedhof bekannt. Zusammen mit dem städtischen Ordnungsamt nehmen wir das sehr ernst“, sagt Andreas Pantermehl, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Wolgast. Die Beamten würden deshalb jetzt verstärkt die Friedhöfe der Stadt bestreifen und gegen auffällige Personen Platzverweise oder sogar Ordnungsstrafen verhängen.

Bei Jana Groebler bleibt dennoch die ständige Sorge, dass wieder etwas verschwunden ist. Sie macht deshalb nach jedem Besuch ein Foto der Grabstätte. „Dann kann ich wenigstens beweisen, dass wieder Vandalen zugange waren“, sagt sie traurig.

Wir nehmen die Anzeigen zum Geschehen auf dem Alten Friedhof ernst. Beamte gehen jetzt verstärkt Streife.“Andreas Pantermehl, stellv. Leiter des Polizeireviers Wolgast



Cornelia Meerkatz und Tilo Wallrodt

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