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Usedom NVA-Geschichte hinterm Kanonenrohr
Vorpommern Usedom NVA-Geschichte hinterm Kanonenrohr
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00:00 19.05.2016

Spiegeln im Kanonenrohr! Statt in einen schmalen dunklen Tunnel zu schauen, sieht sich der Besucher selbst. Die Idee mit dem kleinen Spiegel hatte Hans-Jörg Weber. Der 57-Jährige hat das Sagen an Bord der „Hans Beimler“ – einem Schiff, das längst nicht mehr fährt. Und für die Geschichte der NVA steht. Der graue Koloss aus der Baureihe der Tarantul-Schiffe ist der letzte seiner Art in Deutschland. „Zwei von einst fünf Schiffen existieren noch. Das andere befindet sich in einem Museum in Boston“, berichtet Weber.

Die „Beimler“ liegt im Peenemünder Hafen als Museumsschiff – schon das zweite Jahr. Seit Anfang Mai ist das Raketenschnellboot auf der gegenüberliegenden Seite des Kraftwerks wieder zu besichtigen.

„Wir können jetzt noch mehr zeigen“, freut sich Weber.

Beispielsweise das Offiziersdeck mit den Unterkünften und der Offiziersmesse. Vier Mann in einer Kajüte – „von wegen die Befehlshaber auf dem Schiff hatten Privilegien“, sagt Weber. Dank eines Sichtfensters gibt es nun auch einen Blick in den Funkraum. Im Frühjahr „öffnete“ sich auch die Tür der einstigen Tauchkammer – hinter Glas werden in dem Raum eine Puppe im Taucheranzug, Tauchflaschen, Uniform und Mann-über-Bord-Flagge gezeigt.

Glas, so Weber, muss mitunter vor den Räumen sein. „Wir haben schon erlebt, dass kleine Exponate gestohlen wurden“, so der Zinnowitzer. Deshalb war er gezwungen, mehrere Zettel auf dem Schiff anzubringen, mit dem Hinweis, dass Diebstahl zur Anzeige gebracht wird.

Aber nicht nur die Ausstellung wurde erweitert – die vielen Helfer der Marinekameradschaft Peenemünde sowie Dranske und aus Berlin und Potsdam entstaubten über den Winter das Schiff. „Deck und Oberdeck bekamen neue Farbe“, so Weber, der bei der NVA und später bei der Bundeswehr in der Luftwaffe beschäftigt war. Vor einem Jahr wurde der Captain a.D. pensioniert. Für den Förderverein Peenemünde, Betreiber des Museumsschiffes, ein Glücksfall. „Auf der Basis eines geringfügig Beschäftigten konnten wir ihn so einstellen“, sagt Volkmar Schmidt vom Förderverein. Eine Verherrlichung der NVA hat er bei diesem Museumsprojekt nicht im Kopf. „Wir wollen möglichst authentisch zeigen, wie das Leben auf dem Schiff war.“ 38 Mann waren an Bord – viel Platz gab es da nicht. Das zeigt auch die Mannschaftsmesse, die spartanisch eingerichtet war. Doch eines hatten die Matrosen damals schon, einen Farbfernseher der Marke „Colortron“. „Der ist original“, sagt Weber, der das gesamte Schiff mit Ausnahme der Maschinenräume und des Oberoberdecks nun zeigen kann. Die Brücke sei bei den Gästen beliebt, die Kanone vor allem bei Kindern. Für ihn ist die „Beimler“ nun zu einem „Erlebnisschiff“

geworden.

Eigentümer des Schiffes ist übrigens das Historisch-Technische Museum in Peenemünde.

Henrik Nitzsche

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