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Usedom Nach Wahl-Schock: Insulaner vermissen Landespolitiker
Vorpommern Usedom Nach Wahl-Schock: Insulaner vermissen Landespolitiker
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00:00 12.10.2016

Nach den Ergebnissen der jüngsten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern war besonders Peenemündes parteiloser Bürgermeister Rainer Barthelmes ein gefragter Mann. Ob TV-Sender, Magazine oder Tageszeitungen – alle wollten von ihm erfahren, warum die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) und die NPD gemeinsam mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen in der nördlichsten Usedomer Gemeinde erhalten hatten. Deutschlandweit tauchte sein Name im Zusammenhang mit den Wahlergebnissen auf. Etwas mehr als einen Monat danach ist es hingegen wieder ruhig um den Bürgermeister und seinen Ort geworden.

„Es haben sich wirklich viele Leute bei mir gemeldet. Ob Amtskollegen aus Süddeutschland, von der Insel oder sonst wo – aber niemand von der Landespolitik“, sagte er am Montagabend am Rande einer Versammlung in Koserow. „Offensichtlich lag es nicht an der Politik vor Ort, dass hier so gewählt wurde. Die Ursache liegt doch in Schwerin bei der Landesregierung“, sagt er. „Mich hat jedenfalls niemand gefragt, welche Probleme es hier gibt, und wo noch Nachholebedarf besteht“, versichert Barthelmes. Dabei hatte er dringend auf Reaktionen aus Schwerin gehofft.

So befällt Barthelmes wie andere politisch Verantwortliche auf Usedom die Befürchtung, dass „da oben“ alles so weitergehen dürfte wie bislang. Uwe Hartmann (CDU), Bürgermeister von Kamminke, wo AfD und NPD zusammen 47 Prozent der Wählerstimmen holten, gibt sich illusionslos: „Die Landespolitik ist zum Teil abgehoben, die Politiker haben längst das Ohr nicht mehr an der Masse.“ Ihr wichtigstes Ziel sei es offenbar: „Hauptsache regieren!“.

Auch Usedoms Stadtoberhaupt, Jochen Storrer (parteilos), hat in den zurückliegenden vier Wochen keinen Schweriner Politiker zu Gesicht bekommen. „Die haben wohl mit sich zu tun“, mutmaßt er; es bleibe aber seine Hoffnung, dass man sich – kommunal Verantwortliche und Landesvertreter – zusammensetze und analysiere: Wo klemmt es, was läuft falsch, wo ist Hilfe nötig und möglich? Nüchtern betrachtet hält Storrer es aber für wahrscheinlicher, dass in MV gilt: „Allens bliwt bin Ollen.“

Das deckt sich mit der Überzeugung von Roland Meyer (parteilos), Bürgermeister von Mölschow. „Bei uns hat sich vor der Wahl kein namhafter Politiker nach unseren Sorgen erkundigt, und danach schon gleich gar nicht.“ Dabei würden die Leute so viele Sorgen drücken, doch einen Minister oder Beauftragten der Landesregierung interessiere das offensichtlich nicht. Meyer: „Das kann und darf man nicht untern Tisch kehren.“

Hannes Ewert und Steffen Adler

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