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Usedom Nach der Brandstiftung schöpfen Opfer wieder Mut
Vorpommern Usedom Nach der Brandstiftung schöpfen Opfer wieder Mut
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07:56 16.10.2017
Hermann und Christel Mohnke, die durch einen Brand in der Nacht zum 1. Oktober um ihr Haus gekommen sind, haben bei Tochter Katrin Fischer in der Koserower Hauptstraße zunächst liebevolle Aufnahme gefunden. Quelle: Foto: Steffen Adler
Koserow

Ganz langsam weichen der Schreck und die Trauer neuer Hoffnung. Die Stimme von Christel Mohnke (76) zittert noch, wenn sie vom Verlust ihres Wohnhauses durch eine Brandstiftung berichtet. „Meine Hände fliegen“, gesteht die ortsbekannte Frau. Und ihr Mann Hermann (77), mit Haus und Hof in der Kochstraße über viele Jahrzehnte innigst verbunden, atmet tief durch. Dennoch taucht auf den Gesichtern der beiden Brandopfer ein zaghaftes Lächeln auf. Der Grund: Durch die Hilfe vieler Freunde, Nachbarn und Koserower Einwohner sowie der vielköpfigen Familie zeichnet sich eine dauerhafte Lösung ab. An einem Neubau an gleicher Stelle im historischen Dorfkern, direkt neben der Kirche, wird bereits geplant.

Hilfe von Tochter und Familie, Nachbarn, Freunden und Einwohnern in Koserow: Damit können Christel und Hermann Mohnke, die vor gut zwei Wochen ihr Wohnhaus durch eine Brandstiftung einbüßten, Hoffnung schöpfen. Am Plan für ein neues Wohnhaus an der gleichen Stelle im Ortskern wird schon gearbeitet.

Zunächst aber hat Tochter Katrin Fischer (53) ihre Eltern in der eigenen Mietwohnung im Hörterschen Haus an der Hauptstraße aufgenommen. Sie kümmert sich um nahezu alles, was die beiden alten Leutchen betrifft. Von der täglichen Regelmäßigkeit der Mahlzeiten über ihre medizinische Betreuung (Mutter war während des Hausbrandes noch im Wolgaster Krankenhaus) bis hin zu Behörden- und Versicherungsfragen. „Ich kann da ganz rational handeln, die Emotionen kommen immer zu anderen Zeitpunkten“, beschreibt sie ihr couragiertes Vorgehen. Vieles sei schon erledigt, Anträge und Formulare zumindest zur Bearbeitung eingereicht. „So kann ich mich jetzt auf das Wichtigste konzentrieren: Meine Eltern sollen wieder Zuversicht bekommen und sich auf ein neues Haus genau an der Stelle des abgebrannten freuen dürfen“, berichtet die Angestellte der Koserower Dialysestation. Ihr Optimismus ist erstaunlich, steckt an: Schon denkt sie über ein Straßenfest nach, um – wenn dann alles erledigt sein wird – allen Beteiligten Dankeschön zu sagen. „Unter dem geht’s nicht ab“, versichert die Mutter dreier Kinder. Sie sah sich, wie ihre Eltern, auch von Pastorin Morkel und Bürgermeister König unterstützt. Birgit Ohm, Nachbarin des Seniorenpaares, hatte zudem in der Bäckerei Wolfsteller eine Spendenbox aufgestellt, die nun – sehr gut gefüllt – für die Bedürftigen geleert wird. „Wenn andere mitfühlen, gibt das neuen Mut“, sagt Christel Mohnke, deren Bruder, Helmut Laudien, in Sachen Hausneubau schon kreativ wird.

Derweil beunruhigt die Brandstiftung von vor gut zwei Wochen die Einwohner des Bernsteinbades. Sowohl Ortsoberhaupt König als auch Wehrführer Tom Laudien wissen von besorgten Nachfragen zu berichten.

Denn es sind erst ein paar Jahre her, dass Koserow von einer Reihe von Brandstiftungen im Zentrum des alten Fischerdorfes heimgesucht worden war. Vieles blieb seinerzeit unaufgeklärt. Allgemein überwog indes die Erleichterung, als nach Monaten wieder Ruhe einzog. Was den jüngsten Brand betrifft, so ermittelt die Polizei weiter. Von einer heißen Spur weiß bislang niemand. Dass die Dorfbewohner nachbarschaftlich nun erst einmal besonders Obacht geben, ist allemal lobenswert.

Steffen Adler

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