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Natur in Greifswald erwacht

Greifswald Natur in Greifswald erwacht

Doch die Forstflächen stehen noch unter Wasser.

Greifswald. Vögel zwitschern, Frösche quaken, Bäume treiben aus: Der Frühling erobert den Stadtforst rings um Greifswald. Doch Arbeiter, die im Akkord Bäume pflanzen, werden Spaziergängern nicht begegnen. Die übliche Frühjahrsaufforstung fällt aus.

„Die Flächen stehen zum großen Teil noch unter Wasser“, berichtet Stadtförster Bent Knoll. Und mit dem Einsetzen der Vegetation habe sich das Pflanzen sowieso erledigt: Bäume, die grün sind, pflanzt niemand mehr. Zumindest kein Fachmann. Das Risiko eines Schadens oder kompletten Verlustes sei zu groß. Ab 15. April ist deshalb generell Pause angesagt — bis etwa September. Dabei hatte Knoll bereits Lohnunternehmen beauftragt, im Frühjahr 10 000 Stieleichen und 10 000 Erlen in den Boden zu bringen. Die Aufforstung müsse nun warten. Dennoch ist Knoll nicht missgelaunt: „Da die frostfreie Periode bis in den Januar anhielt, konnten wir die Herbstpflanzung ausdehnen“, erklärt der 45-Jährige. Rund 50 000 Pflanzen gelangten bei Jeeser und Jarmshagen zum Teil unter einer Schneedecke ins Erdreich — vorwiegend Roterlen und Stieleichen, aber auch Europäische Lärchen, Japanlärchen, Traubeneichen und sogar Esskastanien. „Damit wurden über zwölf Hektar aufgeforstet“, sagt der Greifswalder zufrieden. Ein im Vergleich zu den Vorjahren stattliches Areal, das es zu pflegen gilt.

Diese Arbeit können seine beiden Forstmitarbeiter Gunther Lehmann und Jan Zimmermann in den nächsten Wochen allein kaum bewältigen, weshalb auch hierbei Lohnfirmen Aufträge erhalten. „Zurzeit haben wir etwa 40 Hektar in der Kulturpflege“, berichtet Bent Knoll. Heißt: Die Schonungen müssen je nach Baumart und Feuchtigkeit ein- bis zweimal jährlich gemäht werden. Reparaturen an Zäunen inklusive.

Während Kiefer, Erle und Lärche nach drei bis vier Jahren aus dem Gröbsten heraus seien, bedürfe die Eiche fünf bis sieben Jahre intensiver Zuwendung. Erst dann habe sie es geschafft, widerstehe den natürlichen Feinden und gedeihe zumindest im Stadtforst prächtig.

Das Überleben der zu Beginn gerade trinkhalmdünnen Triebe sei wichtig. Immerhin koste das Pflanzen einer Eiche inklusive Zaun um die 1,70 Euro. Auf einen Hektar kommen 10 000 Stück.

Petra Hase

OZ

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