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Usedom Neue Ausstellung: Jubiläums-Heimspiel in der Haffgemeinde
Vorpommern Usedom Neue Ausstellung: Jubiläums-Heimspiel in der Haffgemeinde
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00:01 10.10.2018
Sabine Curio stellt ihre Werke erstmals im Schloss Stolpe aus. Sie selbst wohnt seit 1977 in der Gemeinde. Quelle: Foto: Ingrid Nadler
Stolpe

Für einen Besuch des Schlosses gibt es seit Sonntag einen neuen schönen Grund. Nachdem der Reestower Bildhauer Wolfgang Baumann seine vielfach bestaunten Arbeiten abgebaut hat, schmücken nun Ölbilder und Holzschnitte der Künstlerin Sabine Curio die Wände.

Es ist das erste Mal, dass sich die Malerin in ihrer eigenen Gemeinde präsentiert. Ein sehr willkommener Beitrag im Jubiläumsjahr der Haffgemeinde. Die Kaminhalle war gut gefüllt, und es war mucksmäuschenstill, als Sabine Curio mit leiser Stimme aus ihrem Leben zu berichten begann. Schon während der Schulzeit in Heringsdorf habe sie gemerkt, dass für sie vom Malen eine besondere Faszination ausging, die schwer zu berechnen war. „Was macht ein gutes Bild aus? Es fing an, mich zu packen.“

Die junge Frau, die in Ahlbeck geboren wurde, bewarb sich an der Kunsthochschule Weißensee, stellte diesen Schritt jedoch noch während des Studiums mehr als einmal in Frage. „Ich habe schnell gelernt, wie ich nicht malen wollte!“ Viel wertvoller seien ihr die drei Jahre als Meisterschülerin bei Wieland Förster gewesen, die sie wegen eines Stipendiums auch finanziell aufatmen ließen.

1977 hat die Malerin ihr Haffhaus in Stolpe gefunden und mit ihm jene Zurückgezogenheit, die sie für ihre Kreativität brauchte. Wie schwer es dennoch war, sich, anfangs noch ohne Auto, regelmäßig auf den Weg nach Berlin zu machen und die unwegsamen Meter bis ins Dorf auch im Schneegestöber zu schaffen, nahm ihr jeder der gespannt lauschenden Zuhörer ab. Sie wollte es. Genau so. Kämpfte sich nach schwerer Lungenentzündung mit ihrem Auferstehungsbild „Eiswinter“ nach zwei Monaten wieder zurück ins Leben.

1996 erfuhr Sabine Curio mit der Verleihung des amerikanischen „Helen Abbott Förderpreises“, der ihr gemeinsam mit Joachim John überreicht wurde, eine besondere Anerkennung. Die Hoffnung, dass sich durch diesen neuen Bekanntheitsgrad etwas in ihrem Leben ändern würde, habe jedoch getrogen. Als Sabine Curio gefragt wurde, ob sie nach der Wende anders als früher malen würde, gab es für sie nur eine Antwort: „Warum soll ich anders malen, nur weil wir einen anderen Kaiser haben?“ Anlässlich einer Ausstellung im Pommerschen Landesmuseum Greifswald hat Mario Scarabis 2007 folgendes Vorwort in ihren Katalog geschrieben: „Bis zum heutigen Tag hat sich Sabine Curio geradezu trotzig behauptet, und wir nehmen gern zur Kenntnis, dass sie sich auch in Zeiten der modischen Trends und der Stillosigkeit des „anything goes“ nicht von den klassischen von ihr gepflegten Genres Akt, Stillleben und Landschaft abbringen lässt.“

Genau das schätzen viele Kunstfreunde an ihr. Gerade läuft eine Ausstellung in Dresden. Auf der Insel engagiert sich Curio im künstlerischen Beirat des Heringsdorfer Kunstpavillons und ist Vorsitzende des Freundeskreises Otto Niemeyer-Holstein, der wie Wieland Förster zu ihren prägenden Lehrern gehörte.

Dass Sabine Curio sich die Harfenistin Sophia Warczak als musikalische Begleiterin ihrer Ausstellungseröffnung gewünscht hat, passt ins Bild – und verlieh dem Ganzen einen besonderen Zauber.

Ingrid Nadler

Dr. Karina Grohmann-Held ist seit Kurzem Stoffwechsel-Expertin am Greifswalder Eltern-Kind-Zentrum

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