Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Neue Ideen für Handel auf der Promenade
Vorpommern Usedom Neue Ideen für Handel auf der Promenade
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 30.03.2016

Die Stadt will an der Promenade Ordnung schaffen. Dabei geht es vor allem um Händler, die im Sommer nach Swinemünde kommen und ihre Waren feilbieten. Weil viele der Stände aber unansehnlich sind und einem gewöhnlichen Basar ähneln, plant die Stadt ein neues Konzept. An diesem repräsentativen Ort in der Kurstadt soll künftig nur noch der Verkauf von Kunstwerken, Kunsthandwerk und Souvenirs möglich sein. Dazu sollen die Standgebühren erhöht werden. Viele Händler sind gegen die geplanten Maßnahmen, weil sie sich so bestraft fühlen.„Ich verstehe, dass an einigen Stellen der Handel schrecklich aussieht und es so auf der Promenade nicht sein darf. Ich bemühe mich, dass mein Stand ästhetisch aussieht. Warum sollten wir für andere bestraft werden?“, klagt einer der Händler an der Promenade, der anonym bleiben will.

Im November 2015 verabschiedete der Stadtrat neue Standgebühren für das Jahr 2016. Sie betrafen nur diejenigen, die außerhalb der Verkaufsstellen handeln sowie Verkäufer, die private Grundstücke pachten. In der Sommersaison mussten die Verkäufer für einen ein Quadratmeter großen Stand 100 Zloty pro Tag zahlen. Für einen größeren Stand erhöhte sich die Gebühr um das Zweifache. Für viele lokale Händler bedeutete das den Konkurs. „Wissen sie, wie viel ich verkaufen müsste, um die Gebühren zu zahlen? Das ist unmöglich“, sagte ein Händler.

Die Unternehmer wendeten sich daraufhin an die Stadt, um die Gebühren zu drücken. Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz sagte den Händlern eine Prüfung zu, „ihnen muss aber bewusst sein, dass sich die Promenade ändern wird. Immer wieder wird an manchen Stellen einfach die Hecke weggeschnitten, weil das Geschäft erweitert wird“, sagt Zmurkiewicz.

Nach vielen Gesprächen während der letzten Sitzung des Stadtrates entschloss man sich, die Gebühren für den Handel außerhalb der vorgesehenen Verkaufsstellen auf der Promenade zu reduzieren. Nun betragen sie 10 Zloty (von Juli bis September) und 5 Zloty (in anderen Monaten) pro Quadratmeter. Jedoch im Zentrum und am Kai Wybrzeze Wladyslawa IV wird der Handel viel teurer sein. Die Rate beträgt dort 100 Zloty pro Quadratmeter in der Sommersaison.

Aber dies ist noch nicht das Ende der Veränderungen. Bis 2017 will Swinemünde endgültig den Handel in der Kurstadt regeln. Dann, so vermuten die Anbieter, werden die Gebühren noch einmal korrigiert.

Als gute Lösung für ein schickes Erscheinungsbild haben sich in der Vergangenheit Stände unter Sonnenschirmen mit Farbe und Logo der Stadt herauskristallisiert. Seit 2011 haben sie alle, die im Sommer Porträts malen, Zöpfe flechten oder Tätowierungen anbieten. Für das Ausleihen des Sonnenschirms für den ganzen Handelszeitraum bezahlen die Händler nur 400 Zloty. Das Geld wird ihnen nach der Saison und der Rückgabe des Sonnenschirms zurückgegeben. Die Stadt verpachtet inzwischen auch elf eigene Plätze für Händler. Die Angebote werden im Mai ausgewählt. Aus den Mietverträgen aller Stände in Swinemünde sollen in den städtischen Haushalt im Jahr 2015 rund 3,3 Millionen Zloty eingegangen sein.

Von Radek Jagielski

Mehr zum Thema

756 Filme dürfen in Deutschland an Karfreitag nicht in den Kinos gezeigt werden. Auch tanzen ist vielerorts nicht erlaubt. Atheisten geht derlei staatliche Bevormundung auf die Nerven. Sie sprechen von Anachronismen. Soll man sie abschaffen?

25.03.2016

Niedrige Zinsen zwingen die Sparkasse Vorpommern zum Personalabbau. Geschäftsstellen werden geschlossen. Ein Gespräch mit dem neuen Vorstandsboss Ulrich Wolff über seinen Reformkurs.

29.03.2016

Niedrige Zinsen zwingen die Sparkasse Vorpommern zum Personalabbau. Geschäftsstellen werden geschlossen. Ein Gespräch mit dem neuen Vorstandsboss Ulrich Wolff über seinen Reformkurs.

29.03.2016

Heute Arbeitsberatung in Koserow / Flüchtlingsunterbringung ist nur ein Thema

30.03.2016

Gute Eindrücke und fiese Spuren

30.03.2016

Menüko ist als Volkseigener Betrieb (VEB) 1968 in Heringsdorf „zur industriellen Herstellung gefrierkonservierter Menüs“ gegründet worden und war im Rahmen ...

30.03.2016
Anzeige