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Usedom Neue Schnellstraße wird 2023 fertig
Vorpommern Usedom Neue Schnellstraße wird 2023 fertig
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00:01 07.06.2017
Stau auf einem Teilstück der bereits bestehenden S3. Der Bau der Verlängerung nach Swinemünde soll im kommenden Jahr beginnen. Quelle: Foto: Gddkia

Jetzt wird es ernst für die größte Straßenbauinvestition in Westpommern. Die Vorbereitungen für den Ausbau der Schnellstraße S3 von Stettin nach Swinemünde haben begonnen. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Von 2023 an sollen die Fahrzeuge dann über die neue Autobahn rollen und die Fahrt an die Ostsee nach Swinemünde und Misdroy maßgeblich verkürzen.

Das Projekt und Alternativlösungen wurden jetzt vorgestellt. Demnach soll der Bau der Schnellstraße vier Jahre dauern. Die S3 wird nach Fertigstellung durch drei Gemeinden führen: Wolin, Misdroy und Swinemünde. Auf dem Straßenabschnitt Swinemünde-Troszyn sollen sieben Autobahnkreuze entstehen. Dabei wird die Straße zweispurig ausgelegt und rund sieben Meter breit sein. Hinzu kommt noch ein 2,5 Meter breiter Sicherheitsstreifen.

An der Straße ulica Wolinska in Swinemünde und an der Bahntrasse sollen Überführungen gebaut werden.Touristen und Einwohner sollen dadurch künftig sicherer und bequemer den im östlichen Stadtteil Warszow gelegenen Ostseestrand erreichen.

Sowohl die Straßenbauarchitekten als auch Vertreter der Straßen- und Autobahndirektion wiesen darauf hin, dass insgesamt vier Alternativlösungen für die Verkehrswegeführung der Schnellstraße S3 möglich sind. Die vierte Alternative scheint dabei die von Vielen favorisierte zu sein. „Die Verkehrsanalysen belegten, dass die vierte Variante eine sehr gute Verkehrskapazität bis 2040/45 und eine gute Verkehrskapazität bis 2055 sicherstellt“, argumentiert ein Architekt aus dem Straßen- und Brückenbauunternehmen aus Stettin, das das Projekt ausgearbeitet hat.

Die Variante Nr. 4 ist auch für die Einwohner der östlichen Swinemünder Stadtteile, insbesondere Przytór und Lunowo, vorteilhaft. Diese Variante nutzt die bestehende Straßeninfrastruktur besonders intensiv, wobei die Straße selbst deutlich entfernt vom Ort Lunowo verlaufen soll, was die Ruhe und die Sicherheit der Anwohner garantieren soll. Interessanterweise stellten die Straßenbauplaner fest, dass der Bau einer dreispurigen Straße nicht zwingend erforderlich ist.

„Die Verkehrsanalyse und die Verkehrsprognosen deuten nicht darauf hin, dass eine dreispurige Straße derzeit erforderlich wäre. Außerdem schließt der Straßenabschnitt Swinemünde-Troszyn an die weiterführenden Abschnitte der Schnellstraße S3 an, die ja auch zweispurig ausgelegt sind. Die größte künftige Verkehrskreuzung wird am Standort der aktuellen Kreuzung der Straßen ulica Finska, Dunska und Wolinska entstehen. Diese Verkehrskreuzung wird den Verkehr von der Tunneleinfahrt, den örtlichen Autoverkehr sowie den Strom von Überseefähren und Handelshafen bewältigen. Einen zusätzlichen Verkehrsknoten wird der LNG-Flüssiggasterminal erhalten, erklärte ein Sprecher des Straßen- und Brückenbauunternehmens aus Stettin.

Der geplante Straßenverlauf der S3 im Stadtgebiet Swinemünde wird einen Teil der Grundstücke der jetzigen Kleingartenanlagen an der Straße ulica Wolinska und der Grundstücke an der Straße ulica Wrzosowa betreffen. Höchstwahrscheinlich muss ein Teil der Kleingartenanlagen aufgelöst werden. Das betrifft auch eines oder zwei Wohnhäuser an der Straße ulica Wrzosowa.

Nach Meinung vieler Beobachter kommt die neue Straßenverbindung auch Jahre zu spät. Derzeit müssen sich Touristen während ihrer Urlaubsan- und abreise auf kilometerlange Staus einstellen. Und dieses Jahr kann erst recht kritisch werden, denn auf der bestehenden S3 sind immer mehr Zisternen-Lkw mit Flüssiggas unterwegs.

„Wir sind wirklich positiv überrascht, was den LNG-Umschlag auf Zisternen-Lkw betrifft. Das Wachstum in den zurückliegenden Monaten zeigt, dass wir nun unsere Möglichkeiten der Gasverladung auf die Schiene besser ausbauen sollten“, sagt Aleksander Zawisza, Vize-Direktor für Entwicklung im Unternehmen Gaz System.

Schon 250 Kilometer fertig

Die Droga ekspresowa S3 (polnisch für „Schnellstraße S3“) ist eine zum Teil fertiggestellte beziehungsweise im Bau und in Planung befindliche Autobahn in Polen. Sie soll von Swinemünde auf der Insel Usedom nach Lubawka (Liebau in Schlesien) an der tschechisch-polnischen Grenze verlaufen und sich dabei durch drei Woiwodschaften ziehen. Im Großteil ihres Verlaufs ist die Schnellstraße S3 Teil der Europastraße 65. Fertiggestellt wurden bislang knapp 250 Kilometer, etwa 150 Kilometer sind derzeit im Bau, 85 weitere Kilometer sind geplant.

Radek Jagielski

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