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Usedom Neue Struktur für Usedoms Vermarkter
Vorpommern Usedom Neue Struktur für Usedoms Vermarkter
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00:00 30.04.2016
Seit drei Jahren ist das Thema auf dem Tisch.“Dörthe Hausmann, UTG

Die Usedom Tourismus GmbH steht vor einer Umstrukturierung. Die bisherige Form — die GmbH hat sowohl kommunale als auch gewerbliche Gesellschafter — ist nach EU-Recht nicht mehr zulässig. Bisher halten die Gemeinden der Insel Usedom einen Anteil von 67,2 Prozent an der Gesellschaft. Nun sind die Kommunen gefragt, ihr Okay für die neue Ausrichtung zu geben. Um möglichst viel Aufklärungsarbeit bei Gemeindevertretern und Bürgermeistern zu leisten, stellte UTG-Geschäftsführerin Dörthe Hausmann am Donnerstagabend den Plan beim Amtsausschuss in Zinnowitz vor.

Insel-Vermarkter

20 Angestellte arbeiten derzeit bei der Usedom Tourismus GmbH, davon drei Auszubildende.

86 Prozent des UTG-Haushaltes werden privat erwirtschaftet. 14 Prozent steuern die Kommunen bei.

85 Prozent aller Usedomer leben direkt oder indirekt vom Tourismus.

„Die neue kommunale Gesellschaft setzt das Destinations- und Regionalmarketing für kommunale Träger um. Die Planung erfolgte mit der Einbindung der Bürgermeister und Ämter“, erklärte Hausmann. Die private Gesellschaft erwirtschaftet weiterhin Erlöse für das Gesamtdestinationsmarketing-Budget. „Die Marketing-Planung wird mit der kommunalen Seite abgestimmt“, erläuterte Hausmann. Im Klartext:

Für den Urlauber ändere sich nichts. „Ziel ist es, dass der Auftritt der Insel Usedom nach außen weiterhin einheitlich bleibt. Wir sind ja auch eine Insel“, verdeutlichte sie.

In die gleiche Kerbe schlug auch Frank Römer, Inhaber des Hotels „Seeklause“ in Trassenheide und Vorsitzender des dortigen Tourismusausschusses. „Gemeinsam muss die Insel gestärkt werden.

Das Geld, das für die Werbung ausgegeben wird, kommt von den Urlaubern. Damit werden wiederum die nächsten Gäste geworben. Es muss kein Einheimischer Angst um sein Geld haben, dass ihm davon etwas weggenommen wird“, erklärte er.

Bislang ist geplant, dass pro Übernachtung eine pauschale Gebühr von fünf Cent an die kommunale UTG entrichtet werden soll. „Dieses Geld wird aus der Kurtaxe genommen, die der Gast an die jeweilige Kurverwaltung zahlt“, sagte Hausmann. Außerdem bezahlen die Kommunen einen Euro je Einwohner pro Jahr an die neue Gesellschaft. „Der Bürger muss nichts bezahlen. Das erledigt die Gemeinde für ihn“, erklärte die Geschäftsführerin.

Dörthe Hausmann sieht in der neuen Aufstellung des Unternehmens vor allem Vorteile. „Die jetzige Struktur der UTG ist durch das neue EU-Recht unzulässig. Mit der neuen Form sind wir zudem in der Lage, Fördermittel zu beantragen“, betonte sie.

Für die Kommunen ist die Tourismusförderung eine freiwillige Aufgabe. Dies geschieht jedoch nur, wenn dafür auch Geld vorhanden ist. Genau dies ist das Problem für Mölschows Bürgermeister Roland Meyer. Er fühlt sich im Stich gelassen. „Bislang nimmt unsere Gemeinde durch den stetig wachsenden Tourismus Schaden. Die Straßen werden immer schlechter und an Abreisetagen staut sich die Blechlawine durch den Ort“, schimpfte er. Als letzten Ausweg denke er sogar darüber nach, die Straße nach Zecherin zu sperren. „Wir werden gegen die Wand gefahren. Die Gemeindevertreter haben die Nase voll von der Situation.“ Die Touristiker arbeiten unterdessen daran, die An- und Abreise zu entzerren, indem sie diese zum Beispiel in die Woche verlegen, wenn weniger Verkehr ist.

„In der Hochsaison ist die Insel ausgebucht, da geht nichts mehr. Wichtig ist, dass die Vor- und Nachsaison gestärkt wird, um auch für eine ganzjährige Beschäftigung zu sorgen“, betonte Dörthe Hausmann. Der Beschluss zur kommunalen UTG soll noch im Mai gefasst werden. „Seit drei Jahren sind wir an dem Thema dran. Nun muss endlich mal eine Entscheidung her“, so die UTG-Chefin.

Von Hannes Ewert

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