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Usedom Neues Glocken-Duo in Liepe geweiht
Vorpommern Usedom Neues Glocken-Duo in Liepe geweiht
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00:00 04.10.2016
Die Pastoren Stefan Fricke (l.) und Friedrich von Kymmel nach der Glockenweihe. Das Geläut im Glockenstuhl kann nun sogar mittels Fernbedienung in Gang gesetzt werden. Fotos (3): Ingrid Nadler

Die St. Johannes Evangelist- Kirche in Liepe hat neue Glocken. Sie sind am Sonntag im Rahmen eines Festgottesdienstes von den Pastoren Stefan Fricke und Friedrich von Kymmel geweiht worden. Die Weihung der Bronzeglocken bildete zugleich den krönenden Abschluss der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen des ältesten Gotteshauses auf Usedom. Der Förderverein „Dorfkirchen am Lieper Winkel“ hat das gesamte Jubiläumsjahr genutzt, Spenden für die wertvolle Anschaffung einzuwerben. Bruno Walther, Schatzmeister des Vereins, teilt mit, dass sich die Gesamtkosten, die sämtlichst vom Verein getragen werden, auf 30000 Euro belaufen. Bis Ende September seien 90 Prozent des Geldes auf dem zweckgebundenen Konto eingetroffen.

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Krönender Abschluss der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen des ältesten Gotteshauses auf Usedom

Die Glocken sind Anfang September in Gescher (Nordrhein- Westfalen) in der Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock gegossen worden. „Sie wiegen 450 und 270 Kilogramm, haben einen unterschiedlichen Durchmesser und läuten in zwei verschiedenen Tonlagen“, erklärt Bruno Walther weiter. Der bestehende Glockenstuhl konnte wieder verwendet werden. Es wurde eine Starkstromleitung für das elektronisch gesteuerte Läutwerk verlegt, was bedeutet, dass das Geläut jetzt per Fernbedienung in Gang gebracht werden kann.

Lustige Begebenheit am Rande: Als die Glocken am Sonntagnachmittag den Konzertbeginn des Usedomer Musikfestivals einläuten sollten, war die Fernbedienung nicht auffindbar... Die Besucher nahmen es mit Humor und Pastor Fricke erinnerte einmal mehr an die treue Küsterin Hella Löschke, die all die Jahre zuvor die mechanische Läutanlage bediente und zum Schutz ihres Gehörs Kopfhörer tragen musste. Natürlich waren Fernbedienung und Küsterin später wieder zur Stelle.

Was aus den alten Glocken geworden ist? Bruno Walther: „Die Stahlglocken wurden neben der Kirche im Boden verankert. Sie sind ein Nachkriegsguss aus dem Jahr 1955. Die Glocken hatten hier und da schon leichte Haarrisse und es bestand die Gefahr, dass Stücke herausbrechen.“ „Und wer genau hingehört hat, hat schon ein leichtes Scheppern erkennen können“, ergänzt Friedrich von Kymmel. Den früheren langjährigen Pastor der Kirchgemeinde, der inzwischen seine Wirkungsstätte im Brandenburgischen hat, hat es zum zweiten Mal kurz hintereinander nach Liepe gezogen. Erst Ende August war hier der Gedenkstein von Peter Makulies eingeweiht worden, der auf Initiative des Heimatvereins seinen Platz im Pfarrgarten bekommen hat.

Friedrich von Kymmel hatte sich für den Tag der Glockenweihe das Zitat einer Inschrift aufgehoben, die auf einer der Vorkriegsglocken gestanden hatte. Wie so oft waren diese in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für Kriegszwecke eingeschmolzen worden. Festgeschrieben also ist diese Inschrift: „Eilet Leute, eilet fort, nach dem teuren Gottesort, daß euch treue Hirten lehren, es mit Andacht anzuhören! Eilet, wenn euch ruft ihr Klang, dienet Gott mit Lobgesang.“

Es war ein rundherum gelungenes Fest rund um St. Johannes, für das sich die verschiedensten Vereine des Lieper Winkels ins Zeug gelegt haben. Nicht wenige Besucher vertrieben sich die Zeit zwischen Gottesdienst und Konzertbeginn bei Kaffee und Kuchen, mit Bummeln und Leute treffen. Dann folgte der herzerwärmende Auftritt des schwedischen Trios „Triakel“ mit Liedern aus dem Landleben unseres nördlichen Nachbarlandes. „Ich wäre am liebsten aufgestanden und hätte getanzt“, sagte eine begeisterte Zuhörerin. Und mit diesem schönen Gefühl ist sicher nicht nur sie nach Hause gefahren.

Zur Kirchenhistorie

Die erste Lieper Kirche ist nicht mehr erhalten. Der überwiegend aus Backstein gemauerte gotische Nachfolgebau dürfte erst im 15. Jahrhundert errichtet worden sein. Zwei Weihekreuze eines katholischen Bischofs an der Nord- und Südwand im Kircheninneren belegen, dass die Kirche noch in vorreformatorischer Zeit, also spätestens im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts, geweiht worden ist.

Im 18. Jahrhundert wurden die Kirche mit einer neuen Ausstattung versehen und der kleine Eingangsvorbau im Westen errichtet. Die neuen Fenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt.

Quelle: Kunst-Führer in der Kirche

Ingrid Nadler

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