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Usedom Neues Leben in alter Schule: Bibliothek mit Heimatstube
Vorpommern Usedom Neues Leben in alter Schule: Bibliothek mit Heimatstube
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00:00 20.04.2016

In Taucha bei Leipzig hat es funktioniert — Bibliothek und Heimatstube unter einem Dach. Das Erfolgsmodell will Simone Kestermann nun nach Vorpommern bringen. In der alten Schule in Neppermin ist sie derzeit dabei, eine Bibliothek einzurichten. 2500 bis 3000 Medien will sie dort ab Juni verleihen — an Einheimische und Urlauber, wie die gebürtige Sächsin sagt. Seit fünf Jahren wohnt sie in Neppermin. Hier betreibt die Familie einen Ferienhof mit Gastronomie, vor allem Radfahrern dürfte das kleine Hofcafé „Tante Wally“ ein Begriff sein. Die Diplom-Bibliothekarin hat fast allein — bis auf vereinzelte Spenden von Einwohnern — für den Bestand an Büchern, CD's und DVD's gesorgt. Viele ihrer ehemaligen Kollegen in Sachsen hätten sie mit Büchern versorgt. „Zumeist sind es Doppelexemplare, die sich kaum noch eine Bibliothek leistet. Kein Buch, was ich habe, ist älter als zehn Jahre. Da sind sogar Spiegel-Bestseller dabei“, wirbt sie für ihre Bibliothek, die im Erdgeschoss der alten Schule — früher tagten hier noch die Gemeindevertreter — eingerichtet wird. Und die davon profitieren soll, dass es in dem roten Backsteinhaus unter dem Dach bereits eine Fülle an außergewöhnlichen Exponaten gibt. Von der Heimatstube sind Butterfässer, alte Ackergeräte, ein Filmvorführgerät, das Modell eines alten Klassenzimmers, Spinnräder oder Schreibmaschinen noch erhalten — nur müssten sie geordnet und entstaubt werden. „Nach der Wende haben wir die Heimatstube hier eingerichtet. Über eine AB-Maßnahme wurde der Dachraum ausgebaut. Da wir später keine Betreuungsperson mehr fanden, schlief das Ganze ein", sagt der Benzer Bürgermeister Karl-Heinz Schröder (CDU). Weil Simone Kestermann nun mit der Bibliothek auch die Heimatstube aus dem „Koma“ holen will, hat er ihr Unterstützung zugesagt. „Die Räumlichkeiten stellen wir kostenlos zur Verfügung. Lesen soll ja nicht schaden“, freut sich Schröder auf das zusätzliche Angebot in seiner Gemeinde.

Mit „Bibliothek am Achterwasser Neppermin“ hat Simone Kestermann bereits einen Namen gefunden. Was ihr aber noch fehlt, sind ehrenamtliche Helfer. An zwei Tagen in der Woche — geplante Öffnungszeiten sind montags und donnerstags oder freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr — will sie die Ausleihe ermöglichen. „Einheimische zahlen eine Jahresgebühr von sechs Euro, Kinder die Hälfte. Bei Urlaubern könnte ich mir 50 Cent pro Entleihung vorstellen“, sagt die Betreiberin, die neben vielen nordischen Krimis auch Regionalliteratur sowie Reiselektüre anbieten will. „Der Feininger-Radführer wird natürlich auch dabei sein“, macht Bürgermeister Schröder Werbung für den berühmten deutsch-amerikanischen Maler Lyonel Feininger, der zwischen 1908 und 1918 regelmäßig auf der Insel zu Gast war. Rund 80 Werke Feiningers haben ihren Ursprung auf Usedom. Er malte zum Beispiel auch die Benzer Mühle. Von der gibt es alte Aufnahmen in der künftigen Nepperminer Heimatstube, die ebenfalls im Sommer wieder der Öffentlichkeit während der Öffnungszeiten der Bibliothek zugänglich gemacht werden soll.

Von Henrik Nitzsche

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