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Usedom Neues Mühlrad für die alte Lassaner Wassermühle
Vorpommern Usedom Neues Mühlrad für die alte Lassaner Wassermühle
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00:05 23.09.2016
Jakob Gransow vom Lassaner Malerbetrieb Gransow bereitet die Renovierung im Inneren der Mühle vor.

Als die Lassaner Wassermühle 1930 auf Motorantrieb umgestellt wurde, hatte das herkömmliche Mühlrad ausgedient. Gestern morgen nun traf in der Stadt am Peenestrom ein neues Wasserrad ein. Der Erbauer, Martin Zecher aus Harst bei Wittenburg, brachte außerdem eine gleichsam aus Eichenholz gefertigte Fachwerkkonstruktion mit, die er oberhalb des Mühlbaches zusammensetzte. Der so genannte Bock soll in der nächsten Woche zusammen mit dem Wasserrad wieder an genau der Stelle montiert werden, an der schon seit dem 15. Jahrhundert ein Mühlrad seinen Dienst tat.

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Martin Zecher komplettiert das technische Denkmal und sorgt so für eine Attraktion

Damit verhilft der Mühlenbauer dem technischen Denkmal am Lassaner Mühlbach zu einer zusätzlichen Attraktion. Denn: Besuchern, die das im Mühlengebäude befindliche Heimatmuseum besichtigen, kann fortan auch die Funktionsweise des Mühlrades demonstriert werden. „Das Rad wird mit einem Gerinne ausgestattet, in das Bachwasser gepumpt wird, welches dann das Rad antreibt“, erklärt der Fachmann.

Für den Bau des Rades benötigte Zecher etwa zwei Wochen. Als Vorbild diente ihm ein Mühlrad, das er 2015 in einer Wassermühle im dänischen Lemvig eingebaut hatte.

Das Lassaner Gegenstück misst zwei Meter im Durchmesser und ist 70 Zentimeter breit. Anstatt Spax, verwendete Zecher Holzzapfen und nach historischem Vorbild von einem Mühlenbauer in Winsen an der Luhe gefertigte Metallschrauben als Verbindungselemente. „Auch Leim kam zum Einsatz. Insgesamt verfügt das Rad über sechs Radarme und 20 Zellen“, berichtet Zecher, dem die Leidenschaft für das seltene Handwerk in die Wiege gelegt wurde. „Mein Vater war Mühlenbaumeister und stieg Anfang der 1970-er Jahre in den historischen Mühlenbau ein“, erzählt der 46-Jährige. Im Auftrag des Usedomer Malers Otto Niemeyer-Holstein sanierte Hans-Jürgen Zecher beispielsweise die Holländermühle in Benz.

Auch Sohn Martin hat in unserer Region seine Spuren hinterlassen. So setzte er der Braunschen Mühle in Wolgast eine neue Haube auf, stattete die Wassermühle Hanshagen mit neuer Technik aus oder verlieh der Bockwindmühle in Eldena wieder Flügel. „Keine Mühle ist wie die andere“, schwärmt Zecher. „Außerdem wurden Wind- und Wasserkraft mit Mühlen sehr unterschiedlich genutzt.“

Der Fachmann verweist etwa auf eine Scheunenwindmühle in Saalow bei Zossen, eine Steinmehlmühle im sauerländischen Büren und auf die einstige Papiermühle Hanshagen.

Der Neubau des Mühlrades für Lassan ist Bestandteil der laufenden Sanierung der Wassermühle, die verschiedene Teile des Gebäudes einschloss. Derzeit laufen abschließende Renovierungsarbeiten im Inneren.

Oberschlächtiges Rad

1,5 Tonnen wiegt die Holzkonstruktion inklusive Mühlrad. Das Rad misst zwei Meter im Durchmesser und ist 70 Zentimeter breit. Es handelt sich um ein so genanntes oberschlächtiges Wasserrad. Dies bedeutet, dass das Wasser von oben in das Rad fließt.

Das Mühlrad für Lassan verfügt über sechs Radarme und 20 Zellen. Es besteht gänzlich aus Eichenholz und entstand in der Werkstatt des Mühlenbauers Martin Zecher. Lager, Welle und Nabe wurden von einem Mühlenbauer aus Winsen an der Luhe gefertigt.

Tom Schröter

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