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Usedom Neues Onlineportal und Spiel erzählen regionale Geschichte
Vorpommern Usedom Neues Onlineportal und Spiel erzählen regionale Geschichte
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02:22 22.11.2016
Piotr Oleksy von Stiftung Zentrum für Regional- und Internationalinitiativen stellte „Archipel der Erinnerungen“ vor interessierten Jugendlichen in Swinemünde vor. FOTO: ARTUR KUBASIK

. Erinnerungen der Umsiedler der Inseln: Usedom, Wollin und Karsibór wurden zur Inspiration bei der Schaffung des Abenteuer-Brettspiels „Archipel der Erinnerungen“. Initiatoren des Projekts sind Mitglieder der Stiftung Zentrum für Regional- und Internationalinitiativen. Neben dem Spiel entstand auch eine Online-Plattform. „Archipel der Erinnerungen“ stellt die Geschichte der Entstehung einer neuen Nachkriegswirklichkeit auf den Inseln vor. Dazu treffen Sichtweisen polnischer Neusiedler auf die der letzten deutschen Bewohnern.

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Am „Archipel der Erinnerungen“ wirkten Zeitzeugen der Nachkriegsjahre mit

„Wir beschreiben Geschichten, die während eines Interviews mit den Inselbewohnern gesammelt wurden, die sich an die Besiedelung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerten. Die Interviews wurden im Juli 2016 durchgeführt. In dem wir die Stimmen direkt Zeitzeugen gaben, wollten wir die Prozesse und Phänomene zeigen, die am besten die zeitgenössische Realität darstellen“, sagt Mateusz Sikora, Co-Autor des Spiels.

Dank der Beschreibung von Augenzeugen ist es gelungen, den Alltag der Zivilbevölkerung beider Nationen zu veranschaulichen. Die Autoren des Spiels trafen oft auf die Beschreibung der Situation, in der Polen und Deutsche zusammenarbeiteten und lebten. Nicht selten wohnten Bürger der beiden Länder gemeinsam in ein und derselben Wohnung. „Die Deutschen lebten auf einer Seite der Wohnung und wir auf der anderen. Gemeinsam mussten wir uns mit Müh und Not den Haushalt teilen. Oft war es, dass die Polen in einem und die Deutschen in einem anderen Raum lebten. In keinem Fall war zu hören, dass die Deutschen Streitigkeiten eingeleitet hätten. Es war sehr ruhig“, sagt Stanislaw aus Mokrzyca.

Gute Beziehungen galten zwischen Vertretern beider Nationen auch auf der Berufsebene. Deutsche und Polen halfen sich gegenseitig und lernten voneinander. Deutsche unterrichteten die Polen im Fischfang. Oft waren gemeinsamer Landanbau und Tierhaltung angesagt. Es gab auch Fälle, wo Deutsche bei Polen beschäftigt waren: „Es war aber eher eine Zusammenarbeit. Ein Nachbar kam von der Arbeit aus Deutschland und hat zwei deutsche Frauen angestellt. Sie arbeiteten bei ihm, kochten, putzten. Dann blieb nur eine. Sie heiratete einen Polen und hatte mit ihm Kinder“, erinnert sich Herr Stanislaw.

Positive Kontakte zählten zu den wichtigsten Faktoren, die dazu führten, dass einige Deutsche auf dem Archipel blieben. Unter ihnen nehmen drei Einwohner aus Misdroy einen besonderen Platz ein: Erik von Zedtwitz, Alfred Torst und Britta Wuttke. Sie wurden von der Stadt geehrt. Im Mai 2010 wurde Britta Wuttke sogar mit dem Titel des Ehrenbürgers von Misdroy ausgezeichnet. Das Spiel erzählt einige solche Geschichten. Nach der Lektüre bilden sie eine Ganzheit – eine eigene Welt mit einzigartiger Spezifität.

„Der Archipel der Erinnerungen zeigt nicht die vollständige Geschichte der Region in den Nachkriegsjahren. Das war auch nicht unser Ziel. Wir hoffen, dass es uns durch die Internet-Plattform gelingen wird, den Geist der Epoche abzugeben und dass das Brettspiel, junge Menschen ermutigen wird, diese außergewöhnliche Geschichte näher kennenzulernen. Die Region der Inseln Kaseburg, Usedom und Wollin, also unser Archipel, verbirgt noch viele Geheimnisse, die darauf warten, entdeckt zu werden“, argumentiert Mateusz Sikora.

Internet: www. archipelag.edu.pl

Radek Jagielski

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