Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Neues Onlineportal und Spiel erzählen regionale Geschichte

Der Blick zum polnischen Nachbarn Neues Onlineportal und Spiel erzählen regionale Geschichte

Am „Archipel der Erinnerungen“ wirkten Zeitzeugen der Nachkriegsjahre mit

Voriger Artikel
Spielerischer Geschichtsunterricht
Nächster Artikel
Steigender Krankenstand in der Kreisverwaltung

Piotr Oleksy von Stiftung Zentrum für Regional- und Internationalinitiativen stellte „Archipel der Erinnerungen“ vor interessierten Jugendlichen in Swinemünde vor. FOTO: ARTUR KUBASIK

Swinemünde. . Erinnerungen der Umsiedler der Inseln: Usedom, Wollin und Karsibór wurden zur Inspiration bei der Schaffung des Abenteuer-Brettspiels „Archipel der Erinnerungen“. Initiatoren des Projekts sind Mitglieder der Stiftung Zentrum für Regional- und Internationalinitiativen. Neben dem Spiel entstand auch eine Online-Plattform. „Archipel der Erinnerungen“ stellt die Geschichte der Entstehung einer neuen Nachkriegswirklichkeit auf den Inseln vor. Dazu treffen Sichtweisen polnischer Neusiedler auf die der letzten deutschen Bewohnern.

OZ-Bild

Am „Archipel der Erinnerungen“ wirkten Zeitzeugen der Nachkriegsjahre mit

Zur Bildergalerie

„Wir beschreiben Geschichten, die während eines Interviews mit den Inselbewohnern gesammelt wurden, die sich an die Besiedelung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerten. Die Interviews wurden im Juli 2016 durchgeführt. In dem wir die Stimmen direkt Zeitzeugen gaben, wollten wir die Prozesse und Phänomene zeigen, die am besten die zeitgenössische Realität darstellen“, sagt Mateusz Sikora, Co-Autor des Spiels.

Dank der Beschreibung von Augenzeugen ist es gelungen, den Alltag der Zivilbevölkerung beider Nationen zu veranschaulichen. Die Autoren des Spiels trafen oft auf die Beschreibung der Situation, in der Polen und Deutsche zusammenarbeiteten und lebten. Nicht selten wohnten Bürger der beiden Länder gemeinsam in ein und derselben Wohnung. „Die Deutschen lebten auf einer Seite der Wohnung und wir auf der anderen. Gemeinsam mussten wir uns mit Müh und Not den Haushalt teilen. Oft war es, dass die Polen in einem und die Deutschen in einem anderen Raum lebten. In keinem Fall war zu hören, dass die Deutschen Streitigkeiten eingeleitet hätten. Es war sehr ruhig“, sagt Stanislaw aus Mokrzyca.

Gute Beziehungen galten zwischen Vertretern beider Nationen auch auf der Berufsebene. Deutsche und Polen halfen sich gegenseitig und lernten voneinander. Deutsche unterrichteten die Polen im Fischfang. Oft waren gemeinsamer Landanbau und Tierhaltung angesagt. Es gab auch Fälle, wo Deutsche bei Polen beschäftigt waren: „Es war aber eher eine Zusammenarbeit. Ein Nachbar kam von der Arbeit aus Deutschland und hat zwei deutsche Frauen angestellt. Sie arbeiteten bei ihm, kochten, putzten. Dann blieb nur eine. Sie heiratete einen Polen und hatte mit ihm Kinder“, erinnert sich Herr Stanislaw.

Positive Kontakte zählten zu den wichtigsten Faktoren, die dazu führten, dass einige Deutsche auf dem Archipel blieben. Unter ihnen nehmen drei Einwohner aus Misdroy einen besonderen Platz ein: Erik von Zedtwitz, Alfred Torst und Britta Wuttke. Sie wurden von der Stadt geehrt. Im Mai 2010 wurde Britta Wuttke sogar mit dem Titel des Ehrenbürgers von Misdroy ausgezeichnet. Das Spiel erzählt einige solche Geschichten. Nach der Lektüre bilden sie eine Ganzheit – eine eigene Welt mit einzigartiger Spezifität.

„Der Archipel der Erinnerungen zeigt nicht die vollständige Geschichte der Region in den Nachkriegsjahren. Das war auch nicht unser Ziel. Wir hoffen, dass es uns durch die Internet-Plattform gelingen wird, den Geist der Epoche abzugeben und dass das Brettspiel, junge Menschen ermutigen wird, diese außergewöhnliche Geschichte näher kennenzulernen. Die Region der Inseln Kaseburg, Usedom und Wollin, also unser Archipel, verbirgt noch viele Geheimnisse, die darauf warten, entdeckt zu werden“, argumentiert Mateusz Sikora.

Internet: www. archipelag.edu.pl

Radek Jagielski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Aufarbeitung

Ernst August von Hannover (33) hat das Familienarchiv der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Die Dokumente bieten einen einmaligen Einblick des Geschäftsgebarens seines Urgroßvaters in der Nazi-Zeit. Wie braun waren die Welfen wirklich?

mehr
Mehr aus Usedom
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.