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Usedom Neunfach Vorfreude und ein bisschen Aufregung
Vorpommern Usedom Neunfach Vorfreude und ein bisschen Aufregung
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00:00 05.09.2016

„Wir haben in diesem Jahr nur neun Schüler“, informierte Silvia Rönnau, Schulleiterin der Krösliner Grundschule „Fritz Reuter“. „Zwei Mädchen und sieben Jungs.“ Eingeschult wurden die Kinder aus den Dörfern des Krösliner Umfeldes am Sonnabend in der Sporthalle gleich neben der Schule. Und es war eine schöne Feier. Trotz der geringen Kinderzahl war die Turnhalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Es schnupperte nach Parfüm und Rasierwasser. Eltern, Großeltern, Urgroßeltern hatten sich für ihre Kinder, Enkel und Urenkel fein gemacht.

Aber es ging nicht nur familiär zu. Von den insgesamt 50 Schülern der „Kleinen Grundschule auf dem Lande“ waren etwa 30 gekommen, um die Neuen willkommen zu heißen. Sabine Thurow vom benachbarten Kindergarten führte und begleitete mit ihrer Gitarre den Schulchor, und Carola Baltsch von der Kreismusikschule zeigte, was ihre kleinen Schützlinge, die allesamt aus der Krösliner Grundschule kommen, mit Flöte oder Akkordeon schon so leisten können. Gedichte und ein herrlicher Sketch mit dem fidelen „Karlchen Lustig“ munterten Gäste und Abc-Schützen gleichermaßen auf.

Für jeden der Schulanfänger hatte Klassenleiterin Annett Martens einen kleinen Stuhl mit Namen bereitgestellt. Und darauf saßen sie nun: Carlo, Ben, Kai und Lotta und der fesche Jaime. Ein bisschen überdreht und zappelig wirkten sie fast alle. Kein Wunder, denn die Vorfreude auf das, was da noch kommen sollte, war schon riesig. Natürlich war da aber auch ein wenig Lampenfieber.

„Das war heute schon mal ein Stresstest“, sagte nach der Feier Frank-Rüdiger Carls, der zusammen mit seiner Frau Karin wegen Hugo gekommen war. Klein-Hugo ist der Sohn von Karsten und Schwiegertochter Manja aus Karrin. Und Hugo freut sich wie alle anderen aus seiner Klasse auf den ersten Schultag. Auf die Frage, ob der Kleine wohl gut einschlagen werde, sagte Großpapa Frank-Rüdiger entspannt: „Bestimmt, eigentlich ist er ein ganz fixes Kerlchen.“ „Wir können die Kinder hier optimal fördern und fordern“, versicherte ihrerseits Schulleiterin Silvia Rönnau. Die geringe Klassenstärke von nur neun Schülern biete dafür gute Voraussetzungen.

Heute, am Montag früh, wird’s nun ernst. Um 7.20 Uhr beginnt die erste Stunde. Anders als in den meisten Schulen der Region, werde in der Fritz-Reuter-Grundschule „jahrgangsübergreifend“

unterrichtet, informiert Rönnau. Das habe sich durchaus bewährt. Zwar werde in Mathe, Deutsch oder Sachkunde klassenrein unterrichtet, aber Musik, Kunst oder Sport funktioniere auch schon mal mit Zweitklässlern zusammen. Insofern könne nicht von einer Rückkehr der so genannten Zwergenschule gesprochen werden. Primär gehe es eher um ein so wichtiges Thema wie den Schulstandort Kröslin.

Jahrgangsübergreifender Unterricht ist auf dem Lande oft die einzige Möglichkeit, den Schulstandort zu erhalten. Der der Krösliner Grundschule ist erst einmal bis 2020 gesichert. Und zwar auch deshalb, weil ein durchdachtes und funktionierendes pädagogisches Konzept dahinter steht. Das wissen auch die Eltern. Und die zeigten sich zufrieden mit ihrer Grundschule, in der man auch mal Platt vertellt: Die Lehrer sind okay, die Natur ist gleich um die Ecke, Sportplatz und Turnhalle sind nebenan, und zum Hort geht man nur etwa 30 Schritte – besser geht’s nicht.

Stefan Brümmer

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