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OZ LESERBRIEFE

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Die Geschichte der deutschen Regionalflughäfen in den vergangenen 20 Jahren lässt wenig Hoffnung aufkommen, dass ausgerechnet der Usedomer Airport überlebt, warum auch? Es ist eine Geschichte von wirtschaftlicher Unvernunft und kommunalpolitischer Traumtänzerei.

auch? Es ist eine Geschichte von wirtschaftlicher Unvernunft und kommunalpolitischer Traumtänzerei.

Im thüringischen Altenburg beispielsweise hat ein kommunaler Zweckverband kurz vor dem endgültigen Aus noch einen Millionenbetrag in den — nicht mehr zu rettenden — Flughafen, gesteckt um Liquidität zu schaffen. Den Kredit wollte man über die dortigen Parkplatzgebühren(!) abstottern. Auf den Parkplätzen steht heute kein Auto und auf der Landebahn kann man spazieren gehen. Man hätte das Geld ebenso gut in die unweit vorbei fließende Pleiße schütten und damit ein paar Anglern eine Freude bereiten können.

Im Bezug auf das hiesige Sorgenkind helfen auch die abenteuerlichsten Hochrechnungen über indirekte Steuereinnahmen nichts. In keiner Kasse des Landes wird man ein paar Millionen Euro finden, die man der Existenz des Flughafens zu Gute schreiben könnte. Aber jeder sieht, dass einer der am höchsten verschuldeten Landkreise Deutschlands jährlich eine halbe Million Steuergelder in dieses, für 90 Prozent der Landkreisbevölkerung völlig sinnlose Luftloch versenkt. Kein Einheimischer fliegt dort ab oder kommt da an.

Die Fakten sind doch eindeutig: Das Land hat alle Hände voll zu tun, um den einzig sinnvollen Flughafen in der wichtigsten und größten Wirtschaftsregion Mecklenburg-Vorpommerns am Leben zu erhalten — Rostock/Laage. Von dort aus kann man, auf Grund der zentralen Lage, in kürzester Zeit auch alle touristischen Schwerpunktgebiete des Landes erreichen. Vom Land ist also keine Hilfe zu erwarten und der Landkreis kann sich diese Ausgabe nicht leisten. Wer also meint, diesen defizitären Flughafen am Leben erhalten zu müssen, der sollte dies auf ausschließlich privater Basis tun. Auch mit ein paar Fluggästen kann man auf Dauer nicht die weiterhin ungebremst wachsende Anzahl von Gästebetten füllen.

Schiffbau-Auftrag

bedeutet Beschäftigung

Peter Schwarz vom Wolgaster CDU-Stadtverband äußert sich zur Debatte um den Schiffbauauftrag aus Saudi-Arabien:

Es ist nicht zu verstehen, dass jemand gegen die Realisierung eines Auftrages ist, der für viele Jahre eine doch erhebliche Auslastung der Werftindustrie und damit auch der Peene-Werft bedeutet. Mit Grenzbooten in dieser Größenordnung kann man keineswegs einen Seekrieg führen. Wer den Auftrag ablehnt, sollte außerdem sagen, mit welchen konkreten Auftraggebern und welchem Produktprofil die Peene-Werft in den nächsten Jahren einen möglichst hohen Beschäftigungsgrad erzielen soll. Man darf nicht nur dagegen sein und Sprüche klopfen, wie es so gern von den Grünen und den Linken getan wird, sondern dann auch mögliche Alternativen aufzeigen.

Klar ist auch: Ist das Produktprofil Militärschiffbau und damit die praktische Arbeit in den Bereichen Projektierung, Konstruktion und Fertigung über längere Zeit nicht mehr Bestandteil des Portfolio der Werft, geht das entsprechende Niveau verloren. Dann wird es sehr schwierig, in diesen Markt wieder einen Fuß hinein zu bekommen.

Ich war in meinem Berufsleben in verschiedenen Funktionen im militärischen Schiffbau tätig und weiß, wovon ich rede. Daher hoffe ich, dass diese Diskussion den künftigen Eigentümer der Peene-Werft nicht noch zum Rückzug verleitet. Dann hätten wir gar nichts gekonnt, außer einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in unserer Region.

Eines dürfte auch sicher sein: Wenn kein deutsches Unternehmen diesen Auftrag umsetzt, stehen Unternehmen in anderen Ländern Europas bzw. weltweit bereits in den Startlöchern und werden diesen Auftrag mit Sicherheit ohne viel Diskussionen realisieren. So funktioniert die Marktwirtschaft.

OZ

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