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„Ohne studentische Kultur wäre Greifswald ziemlich langweilig“

„Ohne studentische Kultur wäre Greifswald ziemlich langweilig“

Der neue Asta-Vorsitzende, Fabian Schmidt, plädiert für die Erhaltung weicher Standortfaktoren / Vollversammlungen wichtig als Willensbekundungen

Greifswald Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) hat mit Fabian Schmidt einen neuen Vorsitzenden und mit Hieronymus Jacker auch einen Stellvertreter. OZ sprach mit dem Vorsitzendem über dessen Beweggründe und Ziele.

 

OZ-Bild

Fabian Schmidt

Quelle: eob

Was hat Sie bewogen, für den Vorsitz zu kandidieren?

Fabian Schmidt: Nach vier Jahren als Mitglied des Studierendenparlaments habe ich einen relativ guten Einblick in den Allgemeinen Studierendenausschuss und weiß daher, wie wichtig es ist, einen funktionsfähigen Asta zu haben. Ich möchte den Asta und damit auch die Studierendenschaft „am Laufen halten“. Denn ohne einen Vorsitz ist eine Außenvertretung nicht möglich.

Was wäre passiert, wenn sich niemand beworben hätte?

Schmidt: Ohne einen Asta-Vorsitz existiert keine rechtlich verbindliche Außenvertretung der Studierendenschaft. Niemand kann Verträge unterzeichnen. Damit stehen sehr viele Projekte auf dem Spiel, zum Beispiel die Erstiwoche, viele Fachschaftsveranstaltungen und Veranstaltungen engagierter Studierender.

Warum engagieren sich so wenig Studenten für ein Amt. Es sind ja immer noch Referentenstellen unbesetzt?

Schmidt: Es fehlen vielen schlicht die Zeit und die Möglichkeiten, für ein Engagement in der Hochschulpolitik. Die modularisierten Studiengänge sind zeitlich sehr eng gestrickt. Diese Studierenden konzentrieren sich natürlich zunächst auf ihr Studium, bevor sie den Blick über den Tellerrand hinaus wagen. Darum gibt es nur einen begrenzten Kreis Engagierter in der Hochschulpolitik und der studentischen Kultur.

Wie könnte die Beteiligung an Vollversammlungen erhöht werden? Zuletzt kamen nur 159 Kommilitonen.

Schmidt: Es ist bedauerlich, das sich viele Studierende nicht bewusst sind, wie wichtig die Vollversammlungen sind. Die basisdemokratische Willensbekundung ist das größte Gut, was wir haben.

Vieles hängt sicher auch von den gestellten Anträgen ab. Aber auch wenn einen die Tagesordnung nicht anspricht, bleibt die Vollversammlung wichtig. Es ist die beste Möglichkeit der Universität, der Stadt, dem Kreis und dem Land den Willen der Studierendenschaft der Universität Greifswald kundzutun.

Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Schmidt: Die Schwerpunkte entstehen in Zusammenarbeit mit den anderen Referentinnen und Referenten. Bei meiner Wahl habe ich angekündigt, mich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Damit würde sich meines Erachtens nicht nur für Studierende die Mietsituation in Greifswald verbessern, auch wenn das der Schwerpunkt für den Asta sein wird. Außerdem möchte ich die studentische Kultur in ihrer gesamten Breite fördern. Studentenclubs, Vereine und Initiativen bieten ein buntes und vielseitiges Programm, so dass bei einem Wegfall Greifswald ziemlich langweilig und leer werden würde.

Universität und Stadt stehen, nach meiner Auffassung, in der Pflicht, diese Kulturlandschaft als weichen Standortfaktor der Universitäts- und Hansestadt Greifswald zu erhalten und zu fördern.

Was wünschen Sie sich vom Rektorat der Universität?

Schmidt: Ich wünsche mir vom Rektorat eine gute und produktive Zusammenarbeit. Und natürlich

stets eine Verbesserung der direkten und indirekten Studienbedingungen der Studierenden der Universität Greifswald.

Wird der Asta sich an der geplanten Debatte um den Patron Ernst Moritz Arndt beteiligen?

Schmidt: Die Studierendenschaft der Universität Greifswald, oder zumindest deren Vertreterinnen und Vertreter, lassen den Patron grundsätzlich immer im Sprachgebrauch weg. Es liegt beim Senat der Universität Greifswald, eine endgültige Entscheidung bezüglich der Namensdebatte zu finden.

Eckhard Oberdörfer

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