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Usedom Orgel der Usedomer Kirche wird instandgesetzt
Vorpommern Usedom Orgel der Usedomer Kirche wird instandgesetzt
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00:00 21.10.2017
Noch ist die Orgel in der Marienkirche ein Torso. Nächste Woche werden alle Teile wieder zusammengefügt sein und die Orgel wohltönend erklingen.
Usedom

Bald wird die altehrwürdige Grüneberg-Orgel in der Usedomer Marienkirche wieder in voller Pracht erklingen. Derzeit sind die Orgelbauer Rolf Pietrusky und Klaus-Michael Schreiber von der Firma Schuke aus Werder an der Havel damit beschäftigt, das Instrument zu reinigen. Bereits seit drei Wochen sind die Spezialisten in der mittlerweile recht frischen Kirche zugange, um die pneumatische Orgel aus dem Jahr 1904 auf Vordermann zu bringen.

Instrument aus dem Jahr 1904 wird gereinigt und verschlissene Lederbälge ersetzt / Alte Orgelpfeifen liegen noch auf dem Dachboden der Kirche.

Als erstes mussten die Orgelbauer die Holzteile, die zu DDR-Zeiten mit dem Wurmgift Hylotox gestrichen wurden, mit einem Vakuumnasssauger dekontaminieren. Das damals verwendete Mittel enthält DDT und Lindan, zwei heute wegen ihrer Schädlichkeit für den Menschen verbotene Insektizide. Leider wurde die Grüneberg-Orgel 1969 in ihrem Klangbild stark verändert. Damals wurden die ursprünglichen Orgelpfeifen abgesägt, umgesetzt oder durch neue ersetzt, die einen anderen Klang haben.

Wie Pastor Christoph Tiede berichtet, wurden eine Reihe der alten Orgelpfeifen aus Kiefernholz, Zinn und Blei auf dem Dachboden der Kirche aufbewahrt. Die Orgelbauer nahmen die rund 110 Pfeifen unter die Lupe. Es handelt sich um fünf angefangene Register, wie Rolf Pietrusky herausgefunden hat.

Die guten alten Stücke werden aber vorerst auf dem Dachboden verbleiben, wenn auch der Orgelbauer findet: „Es wäre eine absolute Aufwertung der Orgel“, würde durch den Einbau der originalen Teile das ursprüngliche Klangbild wiederhergestellt.

„Es ist ein Supermaterial, das Grüneberg verwendet hat“, sagt Pietrusky mit Blick auf die Zinn- und Bleilegierungen. Außerdem sei damals mit viel Können und Liebe gearbeitet worden. Zum Vergleich zeigte er eine Orgelpfeife von 1969, die keine solch sauber gearbeitete Lötnaht aufweist wie die originalen Grüneberg-Pfeifen.

Ob es zu einer Wiederherstellung der Ursprungsorgel kommt, steht noch in den Sternen. Der dafür nötige Aufwand überstiege bei weitem die jetzige technische Instandsetzung, bei der die Orgelpfeifen und Labia (Lippen der Pfeifen) gereinigt sowie die verschlissenen Lederbälge durch neue ersetzt werden. Die Kosten für die laufenden Arbeiten betragen laut Pastor rund 20 000 Euro.

Dietmar Pühler

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